Außergewöhnliches Waffendesign

Außergewöhnliches Waffendesign

Es ist ihr stolz, es ist ihr langjähriger Freund, ihr Augapfel… Es ist…ihre Waffe! Viele Biathleten drücken sich selbst in dem Design ihrer Waffe aus und legen all ihre Kreativität und Fantasie in die Gestaltung ihres Gewehrs. Biathlonworld hat die außergewöhnlichsten Designs im Weltcup und IBU Cup einmal unter die Lupe genommen. Und das haben wir gefunden:

Außergewöhnliches Waffendesign

*Shipulins Drache
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Als die Führenden in der Verfolgung an den Schießstand kamen, konzentrierte sich die Kamera auf den berühmten Drachen des russischen Stars Anton Shipulin. Wenn man einen genaueren Blick riskiert, sieht man die scharfen Zähne des Drachen und die schreckenerregenden Flammen, die er speit. Shipulin erzählt uns die Geschichte seiner Waffe made in Russia:

„Vor zwei Jahren half mir eine Freundin bei der Gestaltung meiner Waffe. Sie sagte mir, dass ich jedes beliebige Bild oder Objekt auswählen könnte. Ich habe nicht lang überlegt, denn ich hatte bereits zwei Möglichkeiten in meinem Kopf: einen Löwen oder einen Drachen. Wir haben uns dann für den Drachen entschieden. Ich mag das Aussehen der Waffe und sie ist mit der Zeit mein Talisman geworden. Das Wichtigste ist für mich allerdings nicht das Design, sondern dass die Waffe passt und sich gut anfühlt. In meiner sind beide Dinge vereint.“

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*Johannes Thingnes Boe: Pink ist das neue Schwarz
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Eine weitere berühmte Waffe ist die von Johannes Thingnes Boe. Um genauer zu sein, ihre Farbe: ein auffallendes Quietschpink! Der norwegische Star war Trendsetter für andere Athleten: ein koreanischer Biathlet, Kim Jongmin, pinselte seine Waffe pink, um so auszusehen und so zu schießen wie Johannes!

Boe erklärt die Farbwahl seiner Waffe so: „Im vergangenen Jahr war meine Waffe komplett pink, dann bekam ich vor der Saison einen neuen Schaft und hatte keine Zeit mehr, ihn zu streichen. Also ist sie jetzt nur noch etwas pink und der Rest ist Standard. Ich habe Pink gewählt, weil es etwas Neues war und ich so etwas zuvor noch nie gesehen hatte. In der nächsten Saison werde ich eine andere Farbe nehmen. Vielleicht können mir die Leute ein paar Zeichnungen schicken und wenn mir dann eine Idee gefällt, werde ich sie übernehmen.“

Boe sagte, dass er sich freut, dass seine Waffe in dieser Saison derart im Trend liegt. „Es ist cool der Kerl zu sein, den andere Jungs aus kleineren Nationen als Vorbild nehmen.“

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*Der Familienlook der Gasparin-Schwestern
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Selina, Elisa und Aita Gasparin bilden nicht nur das einzige Familiengespann bestehend aus drei Schwestern im gesamten Biathlonzirkus, sondern nennen auch besondere Gewehrschäfte ihr Eigen. Aita, die Jüngste, hatte die Idee, Zeichnungen auf die Schäfte zu malen. „Wir haben das im Sommer 2015 gemacht. Ich habe ein Crowdfunding im Internet gestartet und viele Leute haben mir Geld geschickt, sodass ich mir eine neue Waffe zulegen konnte. Danach kam ich auf den Gedanken, ihn zu bemalen.“ Das Schwierigste war, ein Design auszuwählen, denn die Schwestern wussten bereits, wem sie mit der Arbeit beauftragen wollten. „Wir haben einen Schweizer Künstler kennengelernt, der eigentlich Masken für Eishockeyspieler verziert. Seine Zeichnungen sind großartig, also dachten wir uns, dass es cool wäre, solche schönen Bilder auf unseren Waffen zu haben. Zu Beginn war es wirklich schwierig, sich für ein Bild zu entscheiden, aber dann habe ich den Kopf eines Schneeleoparden gewählt. Ich liebe Tiere und Schneeleoparden sind so stark und schnell und gleichzeitig so elegant.“

Aita erzählte auch ihren Schwestern von ihrer Designidee. „Elisa hat sich für die Berge entschieden, in denen wir geboren wurden, mit blauem Himmel und schneebedeckten Gipfeln. Es ist ein richtiges Biathlonbild.“ Selina, die älteste Schwester, bat die Fans, ihr bei der Entscheidung zu helfen und ihr Zeichnungen zu schicken. „Sie hatte einen Wettbewerb im Internet laufen, in dessen Zuge ihr Leute Ideen schickten. Schließlich entschied Sie sich für das schönste Bild: ein in Flammen stehender Holzscheit.“

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*Quentin Fillon Maillet: Handgemacht
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Die Einzigartigkeit von Fillon Maillets Waffe beruht nicht auf ihrem Design, sondern auf der Tatsache, dass der Franzose gleich drei Fertigkeiten in sich vereint: Konstruktion, Gestaltung und das Schießen! Das ist ein zeitaufwändiges Hobby: Der aufgehende Stern am Biathlonhimmel brauchte sechs Monate, um das Design aus seinem Computer zu entwerfen. Er sprach mit uns über den Prozess.

„Ich habe nie aufgehört, nach neuen Ideen und Lösungen zu suchen, um besser zu schießen. Niemand weiß besser als man selbst, welche Waffe am besten zu einem passt. Im vergangenen Frühling habe ich auch an der Gestaltung meiner Waffe gearbeitet: Ich habe versucht, Spiegel einzubauen, aber dafür habe ich keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Vielleicht werde ich nächstes Jahr vor den Olympischen Spielen mehr am Design arbeiten.“

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*Slepov, der Patriot
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Alexey Slepov aus Russland ist ein lustiger, positiv eingestellter Mensch, den man immer mit guter Laune und einem Lächeln auf den Lippen antrifft. Aber wenn es um die Wettkämpfe geht, wird er konzentriert und ernst. „Es ist besser, als erstes an sich selbst zu arbeiten, als an irgendeinem Design.“ Nach der vergangenen Saison wechselte Slepov seinen Schaft aus und gestaltete ihn mit der russischen Flagge. Allerdings war gar nicht er es, der dieses Design auswählte. „Mein persönlicher Trainer hat diese Wunderwaffe für mich entworfen. Zuerst war sie schwarz und ich habe mit ihr ungefähr zwei Monate lang trainiert. Ich wollte die Waffe einfach schwarz lassen, aber mein Trainer sagte: ‚Wenn du für Russland läufst, dann musst du die Nationalflagge drauf haben.‘ Also hat er sie für mich gemalt und ich mag es sehr!“

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*Joanne Reid und Fortuna
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Joanne Reid aus den USA ist fest davon überzeugt, dass Glück zum Biathlon einfach dazu gehört – und das spiegelt sich auch auf ihrer Waffe wieder. Sie erzählt: „Die Dame auf meiner Waffe ist Fortuna – die Herrin des Biathlonsports. Im Biathlon gibt es so viele Höhen und Tiefen, abhängig sowohl von der eigenen Leistungsfähigkeit als auch vom Glück. Das Glück ist einfach ein Teil unseres Lebens. Ohne Fortunas Gunst können wir nicht gewinnen und sie ist eine ziemlich launische Dame. Aber nicht vergessen: Fortuna liebt die Mutigen! Ich finde, sie sieht auf diesem Bild wunderschön, wild und frei aus, aber gleichzeitig auch sehr geschmackvoll.“

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