Biathleten auf dem Rad: Frühlingstouren

Biathleten auf dem Rad: Frühlingstouren

Der abenteuerlustige Klemen Bauer fasst zusammen, welche Rolle das Rennradfahren zu Beginn der Trainingssaison für viele Athleten spielt. „Im Mai und Juni sind wir fast nur auf dem Rennrad unterwegs, das macht Spaß, aber wenn die Saison dann näher rückt, wird der Rennradanteil deutlich kleiner.“

Biathleten auf dem Rad: Frühlingstouren

Küstenwege, Alpenstrecken

Wie Bauer ist auch Amanda Lightfoot ein großer Fan der Rennradphase im Frühjahr, vor allem auf Zypern, „wo man mit dem Rennrad an der Küste entlangfahren und dann die Berge bezwingen kann. Aber ich freue mich auch auf einige der Tour-de-France-Anstiege bei unserem Trainingslager im Juli.“
Sie gehören zu den hunderten von Biathleten, die in diesem Frühjahr an der Mittelmeerküste, in Spanien und Frankreich bis in die italienischen Dolomiten und hoch in den österreichischen alpen mit dem Rennrad unterwegs sind.

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Martins Côte d'Azur

Fragt man sie nach ihrer Lieblingstour in diesem Frühjahr, antworten praktisch alle Athleten wie aus der Pistole geschossen. Bei manchen sind es heimische Strecken, bei anderen eher ausgefallene Orte. Die französische Mannschaft hat gerade ein Trainingslager in Südfrankreich an der Côte d'Azur beendet. Martin Fourcade sagt, dass einer seiner Lieblingstage ein „Rundkurs von Antibes auf Meereshöhe über den 962 Meter hohen Col de Vence“ war. Auch wenn Fourcade diesen Ausflug in die Berge besonders genossen hat, gibt er zu, dass auch die 95 km von Frejus über St. Tropez nach Lavandou entlang der Küste „eine tolle Tour vor herrlicher Kulisse“ waren.

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Lisa und Krystyna in Mallorca

Auf Mallorca wimmelte es in diesem Frühjahr nur so von Biathleten. Lisa Theresa Hauser, Dunja Zdouc und Julia Schwaiger genossen dort eine Woche lang die Sonne und machten so einige Kilometer. Hauser sagte: „Unsere längste Tour dauerte 6 Stunden und 30 Minuten und ging von Andratx nach Playa de Muro, entlang der Küste bei bestem Wetter und mit herrlichem Ausblick.“ Krystyna Guzik und ihre polnischen Mannschaftskameradinnen sagten, sie seien während ihrer Woche auf Mallorca eine „echt coole“ Strecke von etwa 90 km gefahren. Zuhause fährt Guzik lieber mit einem Biathleten aus der polnischen Herrenmannschaft Rennrad - mit ihrem Ehemann Grzegorz.

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Sechs Stunden Sonne für Kaisa

Auch Kaisa Mäkäräinen ließ sich dort in der letzten Woche für ein paar Trainingseinheiten blicken. Sie begann ihre Saison etwas später als viele andere Mannschaften, weil sie „bis zum 9 April noch Rennen hatte.“ Sie gab zu, dass sie vor ihrer Reise in den Süden nur drei Rennradtouren gefahren sei, „in Finnland, mit deutlich mehr Kleidung, deshalb genieße ich die Wärme... ich bin nicht so gut auf dem Rennrad, aber ich fahre gern, vor allem anderswo als im flachen Finnland.“ Mäkäräinen hat ihre Zeit in Mallorca gut genutzt. „Normalerweise fahre ich 3 - 4 Stunden am Tag oder weniger, je nachdem, was auf dem Trainingsplan steht. Wenn ich zwei Trainingseinheiten am Tag habe, kann und muss ich auch nicht viel länger fahren; mit 3 - 4 Stunden erreicht man schon den Trainingseffekt, den man braucht.“ Ihre liebste und längste Tour bisher war die vom vergangenen Mittwoch: „6 Stunden und 135 km mit 2400 Metern Anstieg in den Bergen von Port de Pollenca nach Palmanova im Süden. Wir hatten morgens einen Fahrdienst zum Startpunkt, und es war schön, nur einen Weg zu fahren.“

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Bella Italia für Pietro

Auch wenn viele Athleten im Frühjahr am Meer Rennrad fahren, tummeln sich ebenso viele auf tollen Rennradstrecken nahe der Heimat. Pietro Dutto hat sein Rennradtraining in diesem Frühjahr in den Hügeln nahe seiner Heimat in Cuneo und in den Dolomiten absolviert und dabei einige Etappen des Giro mitgenommen. Er gesteht: „Rennradfahren ist meine große Leidenschaft; ich bin mit diesem Sport aufgewachsen und bin bis ich 16 war auch Rennen gefahren, Radrennen im Sommer und Biathlon im Winter. Dann musste ich mich entscheiden, welchen Sport ich professionell betreiben will, und habe mich für den Biathlon entschieden!“
Trotzdem fährt er immer noch leidenschaftlich gern Rennrad, vor allem zu Beginn der Trainingssaison.
„Ich sitze unheimlich gern auf dem Rad und genieße das wunderschöne Italien im Mai. Das ist ein herrlicher Monat, weil man das Training genießen kann, ohne speziell über den Biathlon-Aspekt nachzudenken und sich nicht so konzentrieren muss.“

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Bauers Tour durch Istrien

Wie Dutto fährt Bauer in seiner Heimat Slowenien Rennrad, ist aber ein großer Fan des nahegelegenen Kroatien. „Ich bin gerne in Istrien unterwegs, das ist im Frühjahr und Herbst einfach perfekt. Meine längste Strecke führte in diesem Frühjahr von meiner Heimatstadt über 165 km nach Umag in Kroatien, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 km/h und über 2000 Metern Anstieg.“

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Schneefall in Schweden

Sebastian Samuelsson aus Schweden erinnert sich an viele „unterhaltsame 6-Stunden-Touren“ mit Mannschaftskameraden auf Zypern im Mai, aber seine Lieblingstour fuhr er in seiner Heimat. „Am meisten im Gedächtnis bleiben wird mir wohl eine der ersten Trainingseinheiten auf dem Rad in diesem Jahr. Ich war mit Fredrik (Lindström) in Östersund unterwegs; wir hatten 2 - 3 Grad und in der letzten Stunde hat es geschneit!“

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Simon bis auf 3500 Meter

Simon Eder ist in der Nähe seiner Heimat in Saalfelden unterwegs, wo die Möglichkeiten fast unbegrenzt sind und viele Strecken hinauf in die Berge führen. Er erinnert sich an eine seiner Lieblingsstrecken. „Vor einigen Wochen fuhr ich die 150 km von Saalfelden zur Franz-Josef-Höhe (beim Großglockner) hinauf, mit 3500 Metern Anstieg. Dort oben lag noch eine Menge Schnee.“

Eder gewinnt auch den Preis für die längste Strecke, zumindest unter den befragten Athleten. „Meine längste Tour habe ich am 2. Juni gemacht, 230 km. Das war die härteste und beste bislang.“

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Vorschau TDF: Col de Galbier mit 2642 Meter für Martin

Der nächste auf der Langstreckenliste ist Fourcade, der vorhat, in dieser Woche mit der Cuneo Pro Rad-Mannschaft die 183 km lange 17. Etappe der bevorstehenden Tour de France zu absolvieren. Zu dieser kleinen Spritztour gehören der Col de la Croix de Fer mit 2067 Metern und der Col de Galbier mit 2642 Metern Höhe, die höchsten Punkte der diesjährigen Tour.

So viele Abenteuer... und das war erst der erste Monat der neuen Trainingssaison! Bald mehr!

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