Dominik Windisch: Neuer Camper, große Hoffnungen für Pyeongchang

Dominik Windisch: Neuer Camper, große Hoffnungen für Pyeongchang

Dominik Windisch ist der lebende Beweis dafür, dass sich harte Arbeit und Durchhaltevermögen im Biathlon auszahlen. Bis zur Olympiasaison 2013-14 war sein größter Erfolg, dass er im Januar 2012 in Oberhof der zweite Läufer im erfolgreichen italienischen Staffelteam gewesen war. Dann trat er mit Karin Oberhofer, Dorothea Wierer und Lukas Hofer am 19. Februar 2014 bei den Olympischen Spielen in Sochi an und gewann Bronze mit der gemischten Staffel - die zweite olympische Staffelmedaille für Italien überhaupt. Seither hat er sich mit einem Weltcup-Sieg 2016, zwei Podestplätzen in der letzten Saison und damit einer Bestplatzierung auf Platz 14 im Gesamtweltcup konstant weiterentwickelt.

Dominik Windisch: Neuer Camper, große Hoffnungen für Pyeongchang

„Mein Traum“ Camper: Erholung am Meer

Vor einigen Wochen, nachdem ein weiteres Trainingslager abgeschlossen war, freute sich der 27-Jährige nach einem Schauwettkampf in Forni Avoltri auf einen kleinen Sommerurlaub. Er hat nichts Großes vor: Nur mit Freunden in Kroatien zum Camping ans Meer. Für Windisch ein besonderer Urlaub, weil er seit kurzem stolzer Besitzer eines nigelnagelneuen Campers ist, den er am Vortag bei seinen Sponsoren abgeholt hat. Das ist einer der Vorteile seines zunehmenden Erfolgs im Biathlon. Auch wenn er den Camper mit seinem Namen und seiner Silhouette auf der Seite gerade mal einen Tag hat, ist er schon halbvoll mit Skirollern, Stöcken, seiner Waffe und der restlichen Trainingsausrüstung. Windisch freut sich wie ein kleiner Junge über sein neues Spielzeug. „Das ist schon immer ein Traum von mir gewesen, perfekt zum Reisen und gut zum Trainieren. Ich freue mich riesig darauf, ihn diese Woche auszuprobieren. Ein paar Tage Erholung und Ruhe am Meer, mal nicht an Biathlon denken.“

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Sommertraining mit harter Landung

Und doch sind der Sport und die bevorstehenden Winterspiele nie weit entfernt. Ein zuversichtlicher Windisch hat ein gutes Gefühl, was die Vorbereitung der Mannschaft angeht. „Das Sommertraining ist bislang gut gelaufen; natürlich habe ich ein paar kleine Probleme gehabt, aber nichts Großes. Mir tut ein bisschen der Nacken weh, nachdem ich letzte Woche mit Luki geflogen bin (Tandem-Gleitschirmfliegen). Wir sind hart, aber sicher gelandet, und jetzt ist mein Nacken verspannt.“

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Hoffen das Beste

Das olympische Edelmetall 2014 mag eine Überraschung gewesen sein, doch jetzt genießt er es, wieder eine Chance auf einen Podestplatz zu haben. „Das ist meine Hoffnung und mein Ziel, aber ich trainiere genau so weiter wie in den Saisons seit Sochi. Ich weiß, dass mein Training funktioniert; ich konzentriere mich aufs Schießen, weil das immer noch meine Schwäche ist. Ich hoffe, dass wir als Mannschaft gut abschneiden. Wir haben eine gute Herrenstaffel (5. bei der IBU WM 2017) mit ein paar jungen Läufern, die jedes Jahr besser werden. Wir hoffen das Beste!“

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Dominik Windisch: Neuer Camper, große Hoffnungen für Pyeongchang

Leistungsdruck; Doro Kopf der Mannschaft

Natürlich gehen Hoffnung und ein gewisser Leistungsdruck Hand in Hand: „Der Verband und die Familie setzen uns nicht so unter Druck, aber die Presse definitiv. Aber das ist gut für uns im italienischen Biathlon. Dorothea (Wierer) steht unter dem größten Druck, weil sie die Beste ist. Sie ist der Kopf unserer Mannschaft, und wir versuchen alle, es ihr nachzumachen. Ich bin sehr froh, sie in der Mannschaft zu haben, weil sie eine starke Persönlichkeit ist und man so jemanden braucht. Sie sorgt dafür, dass die Stimmung locker und lustig bleibt; wir haben ein paar interne Wettkämpfe in der Mannschaft ausgetragen, was das Training prima auflockert.“

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„Ein oder zwei Fehler, und alle Träume sind geplatzt“

Auch wenn für Windisch und seine italienischen Mannschaftskameraden wie für alle Mannschaften der Fokus auf Pyeongchang liegt, ist das nur ein Teil des Saisonfahrplans. Sie arbeiten nicht auf ein Leistungshoch speziell in diesen zwei Wochen hin. „Wir haben das schon einmal versucht, aber das ist nichts für mich. In den meisten Jahren versuche ich, die ganze Saison über stabil gut in Form zu sein; auf einen bestimmten Wettkampf hinzuarbeiten, das funktioniert einfach nicht. Ich trainiere für die ganze Weltcupsaison, weil das wichtig ist. Die Winterspiele bestehen aus nur sechs Wettkämpfen, und es ist sehr schwer, sich auf genau diese perfekt vorzubereiten. Wenn man einen oder zwei Fehler macht, sind alle Träume geplatzt. Ich trainiere für den ganzen Weltcup. Das ist das beste Training. Wenn man gut in die Saison kommt, hat man Selbstvertrauen und tritt dann bei den Spielen mit einem guten Gefühl und Selbstvertrauen an.“

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Medaillen nicht leicht zu gewinnen

Der Veteran mit sechs abgeschlossenen Weltcupsaisons weiß, dass man mehr braucht als nur Talent und Können, um eine olympische Medaille zu gewinnen. „Die besten 40 oder so im Weltcup sind alle in der Lage, ein Rennen zu gewinnen. Jeder kann fehlerfrei schießen oder mal verfehlen. Man muss ein bisschen Glück haben, es muss ein perfekter Tag sein und vielleicht macht noch jemand anders einen Fehler. Es ist nicht leicht, (eine Medaille) zu gewinnen.“

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