Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 

Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 

Was denken, was fühlen Athleten, wenn sie auf dem Podest stehen? Woran denken sie in diesem Moment, von dem sie schon immer geträumt haben? Denken sie an stundenlange harte Arbeit, kräftezehrende Trainingseinheiten allein oder mit Mannschaftskameraden? In einem Augenblick purer Freude und großer Euphorie, nach all den Schwierigkeiten und Entbehrungen, erinnern sich die Athleten, die ein solch großes Ziel erreichen, da noch an die Anfänge?

Das alles aufzuschreiben, ist der perfekte Weg, die Anfänge nicht zu vergessen: Wann und warum sich diese Sportler auf das Abenteuer Biathlon eingelassen haben und was sie dazu gebracht hat, immer weiterzumachen und hart an sich zu arbeiten.

Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 
Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 

Große Ziele

Bei den gerade abgeschlossenen Winterspielen in Pyeongchang zeigte der Olympiasieg der 22-jährigen Hanna Oeberg, dass wenn Durchhaltevermögen der Schlüssel zum Erfolg ist, jeder Traum Wirklichkeit werden kann. Hätte Oeberg nach ihren zwei Goldmedaillen bei den Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften 2016 gedacht, dass sie bei Olympia ganz oben auf dem Treppchen stehen würde? Um diesen Moment für die Ewigkeit festzuhalten, den Moment, in dem sich junge Athleten große Ziele stecken, verfassten einige der diesjährigen Junioren-Stars einen Brief an sich selbst. In vier Jahren, bei den Olympischen Winterspielen von Peking 2022, werden wir ihre Umschläge wieder öffnen, wenn die Nachwuchstalente hoffentlich zum ersten Mal olympische Luft schnuppern. So können sie sich noch einmal ins Gedächtnis rufen, wie alles anfing und wie sie es zu diesem wichtigsten aller Starts geschafft haben.

Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 
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Elvira Karin Oeberg, Schweden

Elvira Karin Oeberg begann ihren Weg zum Ruhm in der letzten Saison, als sie mit Bronze im Jugend-Einzel ihre erste Medaille gewann. Als man sie damals fragte, wer von ihnen beiden besser sei, Hanna oder sie, sagte sie selbstbewusst und mit einem zufriedenen Lächeln: „Naja, sie (Hanna, die inzwischen Olympiasiegerin ist) hat erst in ihrem letzten Jahr eine Einzelmedaille gewonnen!“Mit der älteren Schwester als gutes Beispiel und Vorbild ist sich Elvira Karin Oeberg nun sicher, dass Hanna die alte Weisheit bewiesen hat: „Du kannst alles erreichen... Sie ist Olympiasiegerin, das ist gigantisch! Sie ist eine große Inspiration für mich.“ Ihre erste Goldmedaille gewann die jüngere Oeberg-Schwester in diesem Jahr an ihrem 19. Geburtstag, und dann legte sie bei der IBU JJWM noch zweimal nach. Nach ihrem dritten Sieg in Otepää beschloss Oeberg, einen Brief an ihr zukünftiges Ich zu schreiben. „Ich will mich daran erinnern, wie gut ich mich hier gefühlt habe! Mein Ziel ist es, die beste Biathletin zu werden, die ich sein kann, und damit hoffentlich in der Zukunft olympische Medaillen zu gewinnen.“

Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 
Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 

Emilien Claude, Frankreich

Obwohl er mit 18 Jahren noch recht jung ist, hat Emilien Claude schon viele Preise von IBU JJWMs und Juniorencups im Schrank, darunter eine Goldmedaille aus dem Sprint von den Jugend-Winterspielen 2016. Der jüngere Bruder von zwei Weltcup-Athleten, Florent und Fabien Claude, gewann bei der letzten JJWM Medaillen. Seine Ergebnisse sind ein Beweis für sein großes Talent, und er hofft sehr, dass er nach Peking mitfahren darf. In seinem Brief an sich verriet er ein Geheimnis. „Ich erwarte, dass mein Traum in Erfüllung gegangen ist, wenn ich 2022 bei den Winterspielen diesen Brief lese. Ich hoffe, dass ich einfach mein Bestes geben und gute Ergebnisse bringen kann. Aber es ist vor allem wichtig, die Spiele zu genießen, Spaß zu haben und nichts zu bereuen!“

Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 
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Emilie Aagheim Kalkenberg, Norwegen

Zweite im Sprint der Jugend weiblich und Dritte mit der Staffel bei der IBU JJWM 2016 in Cheile Gradistei, Dritte mit der gemischten Staffel bei den IBU OEM 2018, Erste mit der gemischten Staffel im IBU Cup 2017 in Obertilliach, es ist kaum zu übersehen, dass die 20-jährige Kalkenberg ein aufgehender Stern am norwegischen Biathlonhimmel ist.
In ihrem Brief schrieb sie: „Wenn ich zu den Winterspielen komme und den Brief erhalte, bedeutet das, dass ich vieles richtig gemacht habe. Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben und sich nicht zu verletzen. Ich will bis dahin einige meiner Ziele erreicht haben und das Potential haben, eine Medaille zu gewinnen.“ Mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „In vier Jahren bin ich bestimmt total gespannt, was in dem Brief steht und ob ich mich noch wiedererkenne und die gleichen Gedanken habe!“

Ein Brief an mich: Junioren an Olympioniken 
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Igor Malinovskii, Russland

Der Trophäenschrank des 20-jährigen Athleten ist voll mit Preisen und Medaillen, darunter die kleine Kristallkugel für die Verfolgung im Juniorencup in dieser Saison. In den vergangenen drei Saisons gewann Malinovskii 16 Medaillen (davon 12 Gold) und wurde damit mit Abschluss der diesjährigen Meisterschaften in Otepää zum erfolgreichsten Junioren der Geschichte. Die zweite Leidenschaft des Russen neben dem Biathlon ist das Fliegen. „Wenn ich auf der Strecke unterwegs bin, scheint es, als wäre Biathlon alles für mich, aber wenn ich den Helikopter fliege, gibt es keine anderen Optionen. Ich habe mir geschrieben, dass falls ich diesen Brief lese, ich wohl immer noch beim Biathlon bin und die Fliegerei auf mich wartet, also muss ich mich im Biathlon noch in andere Höhen vorkämpfen und bei den Winterspielen so viele Medaillen wie möglich gewinnen, am Besten Gold.“

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Lou Jeanmonnot Laurent, Frankreich

Die 19-jährige aus dem französischen Fourcatier gewann in diesem Jahr die Gesamtwertung im IBU Juniorencup, ein wichtiger Titel, der ihre Medaillensammlung aus Bronze von den Jugend-Winterspielen 2016, Gold und Silber von der IBU JJWM und zweiten und dritten Plätzen im IBU Juniorencup abrundet. „Ich habe keinen Brief an mich geschrieben, sondern an meine Mannschaftskameradinnen, die es zu den Winterspielen schaffen. Ich weiß nicht, wer den Brief öffnen wird, aber ich hoffe, dass er oder sie sich über den Brief freut. Ich habe geschrieben, dass ich nicht weiß, was es braucht, um Olympionike zu werden, aber dass man es vor allem genießen muss.“

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Khrystyna Dmytrenko, Ukraine

Trotz ihres jungen Alters von 18 Jahren hat es Khrystyna Dmytrenko im IBU Juniorencup schon auf Platz 2 und 3 geschafft, außerdem bei den Jugend-Winterspielen 2016 in Lillehammer Gold gewonnen. Zu ihrem Brief sagte sie: „Wenn ich diesen Brief wieder in den Händen halte, habe ich es schon zu den Spielen geschafft. Damit wäre einer meiner größte Wünsche in Erfüllung gegangen, mein großes Ziel erreicht. Ich habe mir geschrieben, dass ich mir keine Sorgen machen soll, daran denken soll, wofür ich das alles gemacht habe, wofür ich vier Jahre lang so hart gearbeitet habe, weil ich mir sicher bin, dass es hart wird. Momentan bin ich sehr motiviert und werde an mir arbeiten, um gute Ergebnisse zu liefern.“

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Diese Gruppe junger Athleten hat es auf dem Weg nach Peking 2022 schon ein Stück weit geschafft; Medaillen und Trophäen zeugen von ihrem Talent und Erfolg. Einige, wenn nicht alle von ihnen werden es nach China schaffen. Ob sie ihre Ziele erreichen und Medaillen gewinnen werden, das verbirgt sich momentan noch im Nebel der Kristallkugel. Eines ist jedenfalls sicher: in vier Jahren um diese Zeit werden wir Klarheit haben.

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