Erste Podestplätze, erste Siege - eine Auswahl

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In einer Saison, in der sich Martin Fourcade 14 und Laura Dahlmeier 10 Siege sicherte, war es nicht leicht, aufs Treppchen zu kommen, und schon gar nicht, zu siegen. Neben diesen beiden konnte kein anderer Athlet mehr als zweimal gewinnen; eine Ausnahme machte nur Gabriela Koukalová, die fünfmal ganz oben stand.

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Neue Gesichter auf dem Podest; Rastorgujevs‘ Durchbruch

In der letzten Saison gab es nur 12 neue Gesichter auf dem Podest, acht Damen und vier Herren. Aus dieser erlesenen Truppe schafften es gerade mal fünf ganz nach oben: Anton Babikov, Tatiana Akimova, Anais Chevalier, Nadine Horchler und Mari Laukkanen. Auch wenn der Kampf um die Spitzenplätze in jeder Saison härter wird, ist dieser erste Podestplatz immer der schwerste. Wenn das allerdings erst einmal geschafft ist, kann es auch wieder gelingen. Andrejs Rastorgujevs ist vielleicht der beste Beweis dafür. Der flotte Lette kann auf eine ganze Reihe von Beinahe-Platzierungen zurückblicken Seine Weltcupkarriere begann in der Saison 2009-10; in den letzten zwei Saisons schaffte er es 15-mal in die Top 10, aber bis zu seiner Bronzemedaille in der Verfolgung bei den IBU OEM in Duzniki Zdrój nie auf das Podest. Im letzten Wettkampf der Saison dann, mit etwas mehr Selbstvertrauen ausgestattet, schaffte er es mit einem zweiten Platz im Massenstart von Oslo zum ersten Mal im Weltcup aufs Podest. Seine Reaktion war nicht viel anders als die anderer Athleten, die zum ersten Mal den Sprung aufs Treppchen geschafft hatten: „Mir fehlen die Worte zum heutigen Rennen; das ist so ergreifend. Hoffentlich öffnet mir das die Tür zu weiteren Podestplätzen.“

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Drei in Östersund

Gleich drei Außenseiter gaben in Östersund ihr Debüt auf dem Podest: Darya Yurkevich, Vladimir Chepelin und Babikov. Die beiden Weißrussen schafften den Durchbruch in den Einzeln über 15 und 20 km, in denen sie sich mit guten Schießleistungen die dritten Plätze sichern konnten. Babikov jedoch gewann die Verfolgung der Herren und verdrängte den fast unbesiegbaren Martin Fourcade auf Platz drei. Mit nur einem Fehler schoss Babikov sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Sieg, während Fourcade zwar über die Strecke flog, aber viermal in die Strafrunde musste. Anders als Rastorgujevs war Babikov mit dem Podest schon vertraut, hatte er doch in der Vorsaison schon im IBU Cup mehrfach ganz oben gestanden.

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*Newcomer-Preisträgerin Akimova zieht mit Babikov gleich
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Die Damen dominierten die nächsten zwei Weltcups. Die 20-jährige Justine Braisaz blieb ohne Fehler und sicherte sich damit den zweiten Platz im Sprint von Pokljuka, während Eva Puskarcikova mit ihrem dritten Platz in der Verfolgung den Durchbruch schaffte. In Nove Mesto gab es zwei Neulinge auf dem Podest. Tatiana Akimova, die Newcomerin des Jahres 2016 gewann wie ihr Mannschaftskamerad Babikov den Sprint und legte gleich noch einen dritten Platz in der Verfolgung obendrauf. Den ersten Platz in der Verfolgung übernahm Anais Chevalier von Akimova, nachdem sie bei Akimovas Sprintsieg mit einem zweiten Platz zum ersten Mal aufs Podest gekommen war.

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*Krcmar im Schneesturm
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Bei den Herren gab es in Ruhpolding endlich wieder einen Podest-Neuling, als Michal Krcmar an einem verschneiten Tag fehlerfrei blieb und knapp hinter Emil Hegle Svendsen sowie knapp vor Anton Shipulin landete. Bei seiner Reaktion von ausgelassener Freude zu sprechen wäre wohl eine leichte Untertreibung.

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Podest zuhause, dann WM-Medaille

Alexia Runggaldier hatte das seltene Glück, ihren ersten Podestplatz auf dem vertrauten Terrain ihres Heimatstadions in Antholz zu erringen. Ihr überraschender dritter Platz über die 15 km der Damen führte zu einem noch größeren Durchbruch: Sie gewann nur wenige Wochen später in der gleichen Disziplin bei der IBU WM eine Bronzemedaille. In beiden Fällen war es das Schießen, das ihr den Sieg einbrachte. In Hochfilzen sagte sie: „Ich dachte, dass ich es (aufs Podest) schaffen kann, wenn ich fehlerfrei bleibe. Ich bin sehr glücklich, dass ich viermal die Null geschafft habe.“ In Antholz gab es mit Nadine Horchler gleich noch einen weiteren Podest-Neuling. Ihren Sieg sicherte sie sich dort, nachdem sie in der Vorwoche beim IBU Cup in Arber noch 12. über die 15 km der Damen geworden war.

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*Baileys erster Sieg
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Bei der WM gab es keine Podest-Debütanten, doch sicherte sich Lowell Bailey im 20 km Einzel der Herren den ersten Sieg seiner Karriere - keine leichte Aufgabe im anspruchsvollsten Wettkampf des Sports.

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Vittozzi: Knapp vorbei und dann doch geschafft

Als die Saison sich dem Ende zu neigte, gelang mit Lisa Vittozzi einer weiteren Italienerin das Podest-Debüt in der Verfolgung von Kontiolahti. Dieser erste Podestplatz entschädigte sie für die verpasste Bronzemedaille im Sprint, an der die 22-Jährige in Hochfilzen nur um 0,2 Sekunden vorbeigeschrammt war.

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*Maris tränenreicher Sieg mit Widmung
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Der größte Erfolg (wenn auch nicht der erste Podestplatz) gelang jedoch in Oslo Mari Laukkanen. Die lächelnde Finnin hatte 2014 mit Kaisa Mäkäräinen in Kontiolahti im Sprint auf dem Podest gestanden, doch gelang Laukkanen in diesem Jahr in Oslo der Sieg im Sprint, und dann wie durch ein Wunder auch noch der Sieg in der Verfolgung, und all das unter wirklich besonderen Umständen. Am Vorabend war ihr Schießtrainer unerwartet verstorben. Und doch setzte sich Laukkanen durch, mit schwarzer Armbinde, die sie zu Ehren von Asko Nuutinen trug. Mit Tränen in den Augen sagte sie: „Unser Schießtrainer ist verstorben. Heute habe ich das gemacht, was er mir beigebracht hat. Ich habe an ihn gedacht; ich möchte ihm diesen Sieg widmen.“

Zum ersten Mal den Sprung aufs Podest zu schaffen oder gar zum ersten Mal zu siegen, ist immer schwer, aber manchmal ist es eben doch eine Frage von Willenskraft, wie Mari Laukkanen eindrucksvoll bewiesen hat.

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