Erster Weltcupsieg für Vanessa Hinz im Massenstart von Kontiolahti

 Erster Weltcupsieg für Vanessa Hinz im Massenstart von Kontiolahti

Der Deutschen Vanessa Hinz gelang heute Abend mit fehlerfreiem Schießen und einer Zeit von 35:47,9 im 12,5 km Massenstart der Damen nicht nur der erste Podestplatz im Weltcup, sondern auch der erste Weltcupsieg. Der zweite Platz, ebenfalls eine Bestleistung, ging an die Italienerin Lisa Vittozzi mit einem Fehler und 13,5 Sekunden Rückstand. Die Französin Anais Chevalier wurde mit ebenfalls einem Fehler und 16,8 Sekunden Rückstand Dritte.

 Erster Weltcupsieg für Vanessa Hinz im Massenstart von Kontiolahti

Neben dem ersten Sieg und ersten Podestplatz war es für Hinz auch das erste Mal, dass sie in einem Rennen mit vier Schießen ohne Fehler blieb. In Sprints waren ihr schon öfter 10 Treffer bei 10 Schuss gelungen, doch über Platz vier hatte sie es nicht hinaus geschafft. Die neue Weltcupsiegerin sagte: „Ich habe immer davon geträumt, viermal alles zu treffen, und heute habe ich das geschafft... Ich kann das (mit dem Sieg) noch gar nicht richtig glauben... Ich war schon so oft so nah dran am Podest. Ich wusste, dass ich das schaffen kann. Heute habe ich mir gesagt, ‚Okay, wir versuchen das mal, und wenn es klappt, ist das gut, und sonst kommt ja auch noch eine neue Saison und andere Rennen.‘ Jetzt stehe ich ganz oben auf dem Treppchen, und es ist der Wahnsinn.“

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Die Lokalmatadorin Kaisa Mäkäräinen im gelben Trikot wurde mit drei Fehlern und 43,4 Sekunden Rückstand Vierte. Platz fünf ging an die Olympiasiegerin Hanna Oeberg aus Schweden mit zwei Fehlern und 1:02,1 Rückstand. Marte Olsbu aus Norwegen wurde mit drei Fehlern und 1:07,4 Rückstand Sechste.

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“Kaisa, Kaisa”

Die Bedingungen waren für den Start der Damen ähnlich wie beim Massenstart der Herren zuvor, nur dass es jetzt dunkel wurde... und die Tribünen gepackt voll waren mit fanatischen finnischen Fans, die „Kaisa, Kaisa, Kaisa“ brüllten. Wie erwartet ging die Olympiasiegerin im Massenstart Anastasiya Kuzmina auf der ersten Runde in Führung, dicht gefolgt von der hier heimischen Heldin in Gelb. Beide verfehlten einmal, während 18 der 30 Damen im Feld im Liegen ohne Fehler durchkamen, angeführt von Vittozzi mit ihrer Mannschaftskameradin Wierer im Schlepptau. Hinz und Laura Dahlmeier gingen als nächste aus dem Schießstand.

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Domracheva führt

Auf dem Weg zum zweiten Liegendschießen führte Darya Domracheva; direkt hinter ihr lief Dahlmeier. Die beiden Führenden verfehlten und mussten in die Strafrunde, sodass Vittozzi wieder in Führung gehen konnte, dicht gefolgt von Hinz, Chevalier, Oeberg und Maren Hammerschmidt, alle innerhalb von fünf Sekunden und über 10 Sekunden vor dem restlichen Feld. Die Frau in Gelb hatte sich mit fehlerfreiem Schießen wieder auf Rang 8 vorgeschoben und lief mit Domracheva zusammen.

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Fünfergruppe
Die Fünfergruppe kam zusammen zum Stehendschießen. Hinz, Chevalier und Vittozzi schossen alle besonnen und trafen fünfmal ins Schwarze. Damit lag die Gruppe 24 Sekunden vor Franziska Hildebrand auf Rang vier. Mäkäräinen und Domracheva verfehlten erneut und lagen nun auf 8 und 10, 40 Sekunden hinter dem Podest. Bei der 8,6-km-Zwischenzeit hatten die beiden 10 Sekunden auf die führende Gruppe aufgeholt.

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Hinz mit 20 Treffern zum Sieg
Vittozzi führte die Gruppe am steilen Anstieg an, und die Verfolger holten vor dem entscheidenden Stehendschießen immer noch auf. Hinz setzte erneut fünf Treffer und hatte damit alle 20 Scheiben getroffen, während ihre Rivalinnen in die Strafrunde abbiegen mussten. Vittozzi und Chevalier blieben trotzdem weiter auf Rang 2 und 3, allerdings jetzt mit 23,6 und 26,3 Sekunden Rückstand. Mäkäräinen musste erneut in die Strafrunde und lag nun auf Rang vier, aber mit 51 Sekunden Rückstand.

Strahlendes Lächeln und Verbeugung
Hinz lief zielstrebig ihre letzte Runde und holte sich den ersten Podestplatz und den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. Sie überquerte die Ziellinie mit einem strahlenden Lächeln, winkte und verbeugte sich dann vor den Zuschauermassen, bevor sie in Siegerpose die Arme gen Himmel reckte. Vittozzi und Chevalier liefen beinah Seite an Seite, während Mäkäräinen am langen Anstieg noch verzweifelt versuchte, sie einzuholen. Die Italienerin konnte sich bis ins Ziel absetzen und schaffte mit Platz zwei eine Bestleistung, während Chevalier Dritte wurde.

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Scherz und Wirklichkeit

Hinz berichtete, wie die Mannschaft dem Massenstart gescherzt hatte. „Franziska Preuss hat heute Geburtstag, und wir haben ein bisschen gescherzt. Sie hat sich im Massenstart bei den Weltmeisterschaften total gut geschlagen, und ich habe gesagt, ich probiere das auch mal. Jetzt ist das wirklich so!“

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Endlich besser als Platz drei
Vittozzi konnte mit dem heutigen zweiten Platz endlich die Serie aus dritten, vierten und fünften Plätzen durchbrechen. „Ich bin schon so oft Dritte geworden, damit war ich einfach nicht zufrieden. Heute bin ich sehr glücklich über meinen zweiten Platz.“

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Gut, wieder auf dem Podest zu stehen
Chevalier, die im letzten Frühjahr einen schweren Unfall hatte und monatelang mit dem Training aussetzen musste, war hellauf begeistert, wieder auf dem Podest zu stehen. „Ich bin sehr glücklich, heute hier zu stehen, weil die Saison so schwer war. Ich hatte vergessen, wie toll das ist, auf dem Podest zu stehen... Ich hatte vergessen, dass das nicht leicht ist, und jetzt bin ich sehr froh... Ich habe auf der letzten Runde alles gegeben; sie war einfach schneller. Aber ich bin Dritte und sehr glücklich damit!“

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