Fanny Horn Birkeland beendet Biathlonkarriere

Fanny Horn Birkeland beendet Biathlonkarriere

Fanny Horn Birkeland gab am letzten Saisonwochenende am Holmenkollen ihre Entscheidung bekannt, die Biathlonwaffe an den Nagel zu hängen. Während ihrer sieben Jahre dauernden Karriere im Weltcup hat die heute 29-jährige Norwegerin viele Medaillen und Podestplätze gesammelt. Ihre größten Erfolge feierte sie mit der norwegischen Staffel, doch erlebte sie 2015 in Ruhpolding ihre Sternstunde, als sie den Sprint für sich entschied. Mit Biathlonworld sprach sie über ihr Karriereende und ihre Pläne für die Zukunft.

Fanny Horn Birkeland beendet Biathlonkarriere

Genießen Sie die Ruhepause nach einer harten Biathlonsaison?

Meistens fahren wir nach dem Saisonende in den Urlaub, aber dieses Jahr wollten wir in Norwegen bleiben und Freunde und Familie treffen. Dazu ist während der Saison kaum Zeit. Wir werden einige Zeit zu Hause verbringen und vielleicht einige Ausflüge in die norwegischen Berge machen.

Mit 29 sind Sie als Biathletin noch jung. Warum haben Sie sich entschlossen, Ihre Karriere nach dieser Saison zu beenden?

Eigentlich wollte ich nächstes Jahr noch zu Olympia fahren, aber ich war nicht sehr gut in Form. Ich habe alles getan, um meine Ziele zu erreichen, aber ich hatte einige Probleme, in den Wettkämpfen Topplatzierungen zu erzielen. Es ist schwer, wenn man jeden Tag so viel arbeitet und nicht die Ergebnisse schafft, die man sich erhofft. 29 ist nicht sehr alt, aber ich bin jetzt einige Jahre dabei und es fühlt sich richtig an, es zu beenden.

Fanny Horn Birkeland beendet Biathlonkarriere

Wie sind Sie professionelle Biathletin geworden?

Ich habe mit Langlauf begonnen und als ich 12 war wollten einige Trainer im Biathlonverein, dass ich einmal Biathlon ausprobiere. Das habe ich gemacht und ich mochte es, denn es ging nicht nur ums Laufen. Ich mag die Konbination.
Hatten Sie ein Vorbild, dem Sie nacheiferten?

Als ich jünger war, habe ich Liv Grete Skjelbreid und Ole Einar Björndalen bewundert. Und dann bekam ich die Chance, im gleichen Team wie Ole Einar zu laufen. Ich glaube, dass er für die meisten Biathleten ein Vorbild ist und ich bewundere ihn dafür, dass er in seinem Alter noch immer Wettkämpfe absolviert.

Was ist Ihnen aus sieben Jahren im Weltcup besonders in Erinnerung geblieben?

Als ich in den Weltcup kam, waren meine Ergebnisse nicht gerade berauschend, aber in der Staffel waren wir ein starkes Team, sodass ich einige Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewonnen habe. Die Sternstunde meiner Karriere war mein Sieg im Sprint von Ruhpolding 2015. Es war so irreal. Es ist mir immer schwer gefallen, ein perfektes Rennen abzuliefern, doch an diesem Tag hatte ich auf einmal die Chance, aufs Treppchen zu kommen. Ich wollte dieses Erlebnis wiederholen, habe es aber leider nicht geschafft.

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Sie waren auch eine der „Goldmädchen“ bei der WM in Oslo im letzten Jahr, als Ihre Staffelmannschaft vor heimischem Publikum unerwartet Gold holte.

Wir haben vor der WM in Oslo sehr hart trainiert. Während der gesamten Saison haben wir es nicht einmal auf das Podium geschafft, aber wir haben weiter gekämpft. Es war ein unglaublicher Tag. Jeder im Stadion hat zugesehen und uns angefeuert. Ich werde diesen Tag nie vergessen.

Ihr Ehemann, Lars Helge Birkeland, ist auch Mitglied der norwegischen Weltcup-Mannschaft. Wie war es, gemeinsam von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort zu reisen?

Als Sportler ist man so lange von zu Hause weg. Aber ich hatte meinen Ehemann immer an meiner Seite auf den Reisen. Das hat es leichter gemacht. Wir haben einander sehr dabei unterstützt, dorthin zu kommen, wo wir jetzt sind.

Fanny Horn Birkeland beendet Biathlonkarriere

Haben Sie schon Pläne für Ihre Zeit nach dem Karriereende?

Ich muss noch herausfinden, was ich in Zukunft machen will. Ich werde unterschiedliche Dinge ausprobieren und sehen, was mir am meisten Spaß macht. Vielleicht werde ich als Trainerin für einige der jüngeren Mädchen arbeiten.

Was werden Sie am Biathlon am wenigsten und am meisten vermissen?

Ich werde die gesamte Biathlonfamilie und die Reisen um die Welt vermissen. Es ist ein großes Glück, in der Lage zu sein, das zu tun, was man liebt. Ich bereue nichts an all den Jahren als Sportler.

Aber ich werde die großen Enttäuschungen nicht vermissen. Man wünscht sich, dass man nach ganz vorn kommt und wird in 90% der Fälle enttäuscht. Ich bin froh, dass ich nach Wettkämpfen nicht mehr traurig sein muss.
Die IBU gratuliert Fanny zu einer wunderbaren Karriere und wünscht ihr alles Gute für die Zukunft!

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