Erster Sieg für Yuliya Dzhima im 15 km Einzel von Pokljuka

 Erster Sieg für Yuliya Dzhima im 15 km Einzel von Pokljuka

Ganz zu Recht strahlte die Ukrainerin Yuliya Dzhima heute bis über beide Ohren, als sie heute Nachmittag die Ziellinie des 15 km Einzel der Damen überquerte: Sie hatte gerade mit 20 Treffern in 43:06,6 ihr erstes Weltcuprennen gewonnen. Zweite wurde, ebenfalls mit persönlicher Bestleistung, die Polin Monika Hojnisz mit einem Fehler und 5,9 Sekunden Rückstand. Einen ersten Podestplatz sicherte sich auf Platz 3 die 21-jährige Marketa Davidova aus Tschechien, ebenfalls mit einem Fehler und 16,5 Sekunden Rückstand.

 Erster Sieg für Yuliya Dzhima im 15 km Einzel von Pokljuka

Der vierte Platz in diesem hochspannenden Damen-Einzel ging an die Slowakin Paulina Fialkova mit zwei Fehlern und 19,5 Sekunden Rückstand. Die Lettin Baiba Bendika traf alle Scheiben, wurde aber mit 20,8 Sekunden Rückstand Fünfte, während Lisa Vittozzi mit einem Fehler und 27,1 Sekunden Rückstand Sechste wurde.

Oeberg früh in Führung
Auch bei den Frauen heute Nachmittag waren die Bedingungen am Schießstand gut, nur die Strecke blieb bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt weich. Wie bei den Männern wurde im ersten Liegendschießen gut getroffen, und Olympiasiegerin Hanna Oeberg aus Schweden mit Startnummer 30 übernahm mit fünf zügigen Treffern gleich die Führung. Nicht ganz so rasant unterwegs, aber auch fehlerfrei waren Wierer, Preuss, Dunklee und Merkushyna mit 5, 19, 21 und 22 Sekunden Rückstand. Dzhima lag auf Rang neun mit 17,5 Sekunden Rückstand. Den größten Rückschlag musste Kaisa Mäkäräinen im gelben Trikot in Kauf nehmen: Sie verfehlte gleich im ersten Liegendschießen vier Scheiben und schoss sich aus dem Rennen.

Beim ersten Stehendschießen traf Oeberg erneut schnell fünfmal und baute ihren Vorsprung von 5 auf 30 Sekunden aus, während sich Preuss und Dunklee vorerst Rang zwei und drei sicherten, bis Dzhima den dritten Rang übernahm. Wierer und Mannschaftskameradin Vittozzi fielen mit Fehlern auf 1:05 und 1:28 Rückstand zurück.

Drei fehlerfreie Schießen

Die Starterin mit der Nummer 47, Hojnisz, setzte sich im zweiten Liegendschießen mit einer sauberen Serie durch und übernahm die Führung, während die anfangs führenden Preuss und Dunklee alles trafen und Oeberg mit einem Fehler zurückfiel.  Hojnisz wurde von den noch späteren Startern Davidova und Dzhima unter Druck gesetzt, die auch schon drei Nuller neben ihren Namen stehen hatten. Derweil schob sich Bendika nach einem dritten fehlerfreien Schießen nach vorn.

Dzhima räumt ab und geht nach vorn
Im letzten Stehendschießen schien der Kampf um die Spitzenplätze zwischen den Italienerinnen und Bendika ausgetragen zu werden, und das italienische Duo rückte vorübergehend an den Kopf der Tabelle. Hinter ihnen wurde es jetzt aber noch einmal spannend. Starterinnen 37 und 39, Bendika und Fialkova, blieben beide ohne Fehler. Die Lettin ging in Führung, die Slowakin lag auf drei. Fünf Minuten später schoss Hojnisz einen Fehler, ging aber trotzdem hauchdünne 0,2 Sekunden vor ihnen wieder auf die Strecke. Davidova traf vier der letzten fünf Scheiben und schob sich auf Rang zwei, lag aber 12,7 Sekunden zurück. Dann setzte Dzhima mit Startnummer 94 seelenruhig fünf Treffer und stob hochmotiviert mit 15,3 Sekunden Vorsprung auf das Feld aus dem Stadion.
Auf der letzten Runde war sie uneinholbar und sicherte sich ihren ersten Weltcupsieg.

Später als geplant
Dzhima, erstmalige Weltcup-Siegerin und Olympiasiegerin mit der Staffel gab zu, dass der Sieg später kam als geplant. „Ich hatte eigentlich gehofft, schon letztes Jahr gewinnen zu können, deswegen bin ich in dieses Jahr gleich mit einem Sieg eingestiegen! Ich freue mich sehr darüber...“ Zur letzten Startgruppe und dem vielen Training in Pokljuka im Sommer sagte sie weiter: „Ich musste mich zwischen der ersten und vierten Gruppe entscheiden und habe Glück gehabt... Ich habe mit den slowenischen Männern hier trainiert und möchte mich beim Präsidenten des ukrainischen Verbandes bedanken, dass er das genehmigt hat, und bei Uros Velepec dafür, dass ich mit den Männern trainieren durfte.“

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Kraft für die letzte Runde
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Hojnisz, die zuletzt mit Bronze in der Verfolgung bei der IBU WM 2013 auf dem Podest gestanden hatte, war auf eine harte letzte Runde vorbereitet. „Ich bin zufrieden mit dem Tag heute. Das Einzel ist eine gute Distanz für mich. Ich bin kein Sprinter, also habe ich versucht, auf der Strecke mein Bestes zu geben, aber mir ein bisschen Kraft für die letzte Runde aufzuheben. Ich wusste bis nach dem letzten Schießen nicht, dass ich in Führung bin. Ich war überrascht und habe mich dann auf der letzten Runde mit ein paar schnellen Mädels vor mir ins Zeug gelegt.“

Sprachlos
Davidova, die mehrfache Medaillengewinnerin bei JJWM, war an diesem großen Tag nur noch sprachlos. „Ich habe damit nicht gerechnet. Es ist so toll, mit den Mädels hier zu sein. Mir fehlen die Worte.“

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