Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen

Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen

Normalerweise dominiert die russische Mannschaft alle Wettkämpfe im IBU Cup, und ihre Athleten gewinnen jedes Jahr die meisten Kristallkugeln. Diese Saison war da keine Ausnahme; nur die kleine Kristallkugel für die Damen-Einzel ging im IBU Cup an die Deutsche Karolin Horchler. Das restliche Kristall ging an Russland, wobei Alexey Volkov und Daria Virolaynen die begehrtesten Trophäen für den Gesamtsieg im IBU Cup abräumten.

Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen

Ziele bringen Motivation

Der 29-jährige Olympiasieger und Weltmeister Volkov war in der letzten Saison deutlich mehr unterwegs als in den Jahren zuvor: Er nahm an 28 Wettkämpfen teil, während es 2015-16 und 2014-15 nur je 16 gewesen waren. In vorherigen Saisons wechselte der Russe immer wieder zwischen Weltcup und IBU Cup hin und her; in diesem Jahr konzentrierte er sich hauptsächlich auf den IBU Cup. Volkov gab zu, dass dies die bessere Option gewesen war und sagte auch, dass ein klares Saisonziel ihn deutlich motiviert hatte. Anfang des Jahres beschloss er mit seinem Trainer, den Gesamtsieg im IBU Cup in Angriff zu nehmen, sowie bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen im 20 km Einzel und der Herrenstaffel anzutreten. Und - Volkov erreichte alle Ziele, die er sich gesteckt hatte.

Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen

Drei Podestplätze

Von 20 Einzelwettkämpfen im IBU Cup, darunter die Offenen Europameisterschaften in Duszniki Zdrój, bestritt Volkov 19; er ließ nur den letzten Sprint aus, als seine Siege in der Gesamt- und Sprintwertung schon sicher waren. Die Saison begann er mit einem 15. und 11. Platz in den Sprints beim IBU Cup 1 in Beitostolen. Der nächste Cup in Ridnaun brachte ihm Podestplätze in jedem Wettkampf; er wurde Zweiter in der einfachen gemischten Staffel, Sprint und Verfolgung. Zum dritten IBU Cup in Obertilliach und der Weihnachtspause lag Volkov mit 205 Punkten auf Platz zwei in der Gesamtwertung hinter Antonin Guigonnat mit 207 Punkten.

Zweiter Platz in Herrenstaffel

Obwohl das neue Jahr für Volkov mit einem neunten Platz in Martell nicht gut begann, wurde er für den Weltcup in Ruhpolding aufgestellt, um dort die Herrenstaffel zu unterstützen. Mit fehlerfreiem Schießen verhalf Volkov dem russischen Team zu einem zweiten Platz. Nach dem Weltcup und vor den Offenen Europameisterschaften fuhr er zum IBU Cup in Arber, wo der sonst herausragende Schütze mit fünf Fehlern über die 20 km nur den siebten Platz belegte.

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Siebenfacher Europameister

Vor den ersten Wettkämpfen in Duszniki Zdrój kommentierte Volkov die Bedeutung von guten Ergebnissen: „Wenn der Sieger des IBU Cups in der nächste Saison einen Startplatz im Weltcup bekäme, wäre das eine gute Motivation für mich, die Gesamtwertung zu gewinnen, deswegen will ich meinen Vorsprung vor der Konkurrenz ausbauen.“

Und das tat er auch. Wenn der russische Athlet mit einem 5., 5. und 4. Platz auch keine Einzelmedaille gewann, konnte er sich in der Gesamtwertung doch weiter vom Feld absetzen. Der einzige Herausforderer Volkovs war sein Mannschaftskamerad Alexander Loginov, der mit seinen 440 Punkten nur knapp hinter Volkovs 450 Punkten lag; der Abstand zu den Anderen betrug fast 100 Punkte. Trotzdem reichte es Volkov bei den OEM noch zu einem Podestplatz: Mit einem Sieg in der gemischten Staffel wurde er zum ersten siebenfachen Europameister.

Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen
Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen

WM-Gold

Beim IBU Cup 6 in Brezno Osrblie gelang Volkov trotz der Ermüdung nach der OEM der erste Einzelsieg dieser Saison im Sprint, was ihm vor der WM noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen verlieh. Der Russe setzte seine Ziele in die Tat um: In Hochfilzen trat er über die 20 km an, wo er mit einem Fehler 11. wurde, und auch in der Herrenstaffel, in der sein Team die Goldmedaille gewann. Mit noch zwei verbleibenden IBU Cups lag Volkov nun 113 Punkte vor Loginov, der die Wettkämpfe in Osrblie ausließ. Kontiolahti brachte Volkov einen weiteren Podestplatz: Dort wurde er über die 20 km mit fehlerfreiem Schießen Zweiter hinter Ondrej Moravec. Der fünfte Platz in der Verfolgung reichte ihm für den Sieg in der Verfolgungswertung des IBU Cup.

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Separates Training

Beim letzten Cup in Otepää wurde er Zweiter im ersten Sprint der Herren und sicherte sich damit den ersten Platz in der Gesamt- und Sprintwertung. Mit insgesamt fünf Einzelpodestplätzen, darunter einem Sieg, und neun Resultaten in den Top 10 erkämpfte Volkov 713 Punkte vor Loginov mit 705 und Guigonnat mit 475. Die Saison 2016-17 beendete er beim Weltcup in Holmenkollen mit einem 30. Platz im Sprint und einem 19. Platz in der Verfolgung. Für die nächste Saison wurde der Russe kürzlich für die Nationalmannschaft nominiert. Wie schon in vergangenen Jahren wird Volkov außerhalb der Mannschaft mit Anton Shipulin unter der Anleitung von Andrei Kryuchkov und Andrei Gerbulov trainieren.

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Dominante Daria Virolaynen

In der letzten Saison trat die 28-jährige Virolaynen überwiegend im IBU Cup an und startete diesmal in Ridnaun mit einem 7. Platz im Sprint und einem 6. in der Verfolgung in die Saison. In Obertilliach wurde sie Dritte über die 15 km und siegte im Sprint, wodurch sie sich in der Gesamtwertung auf Platz fünf mit 182 Punkten hinter der Führenden Nadine Horchler mit 243 Punkten vorarbeiten konnte. Nach der Weihnachtspause stieg Virolaynen mit drei Podestplätzen in Folge wieder ein. In Martell wurde sie Zweite im Sprint und gewann am nächsten Tag die Verfolgung; in Arber wurde die Russin Zweite über die 15 km. Dank dieser stabilen Ergebnisse konnte sie in der Gesamtwertung auf den ersten Platz vorrücken und ging bei den OEM voller Selbstvertrauen an den Start.

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Keine Einzelmedaillen

Obwohl sie vor den OEM gut in Form war, konnte sie wie Volkov in Duszniki keine Einzelmedaille gewinnen und siegte nur in der einfachen gemischten Staffel. Trotz der drei verpassten Wettkämpfe zu Saisonbeginn lag Virolaynen nun mit 452 Punkten 79 Punkte vor der zweitplatzierten Anna Nikulina. Beim nächsten Cup in Osrblie, gleich nach den OEM, wurde die Russin Zweite im Sprint und gewann dann die Verfolgung, womit sie ihre Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauen konnte. In Kontiolahti erlebte Virolaynen ihren Tiefpunkt im IBU Cup: Über die 15 km wurde sie 17., ein Fehlschlag, der sie die kleine Kristallkugel im Einzel kostete.

Im Ziel gab sie zu: „Klar, das ärgert mich, weil ich nur zwei Punkte zu wenig hatte. Aber die Gesamtwertung ist mir sehr wichtig; ich hoffe sehr, dass ich da gewinnen kann!“ Mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „Was will man schon machen... Es muss ja auch mal jemand anders gewinnen, nicht nur ich!“

Große Kristallkugeln im IBU Cup an Volkov und Virolaynen
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Früher Sieg

Trotz der fünf Fehler über die 15 km trat Virolaynen beim nächsten Wettkampf mit einem klaren Kopf an. Sie gewann den Sprint der Damen: Ihr vierter Einzelsieg in dieser Saison. Ihr achter Platz in der Verfolgung am nächsten Tag lieferte ihr genug Punkte für einen frühen Sieg in der Gesamtwertung, da niemand sie mehr einholen konnte. Mit großem Vorsprung gewann Virolaynen auch die kleine Kristallkugel in der Verfolgungswertung der Damen im IBU Cup. Dank dieser starken Ergebnisse konnte sie zum Weltcup in Kontiolahti bleiben und ließ das Finale des IBU Cup in Otepää aus.

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Vierte im Weltcup

Mit fünf verpassten Wettkämpfen, acht Einzelpodestplätzen und allen restlichen Resultaten in den Top 9 (außer dem 17. Platz) beendete Virolaynen die Saison mit 684 Punkten, 93 Punkte vor ihrer Mannschaftskameradin Nikulina mit 591 Punkten, die in allen 20 Wettkämpfen angetreten war. Zum Saisonende ging sie bei zwei Weltcups an den Start, wobei sie in Kontiolahti den vierten Platz im Sprint belegte. Wie Volkov wurde sie mit diesen starken Ergebnissen für die nächste Saison in die Nationalmannschaft aufgenommen.

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