IBU JJWM: Igor Malinovskii & Michela Carrara holen Gold im Juniorensprint

IBU JJWM: Igor Malinovskii & Michela Carrara holen Gold im Juniorensprint

Der IBU Jugendsprintweltmeister von 2016, Igor Malinovskii aus Russland, lieferte an diesem windigen Morgen ein tadellosen Schießen ab und holte sich Gold im Juniorensprint dieser IBU JJWM 2017. Malinovskii legte die 10 km lange Strecke in 24:2,2 zurück, 12,2 Sekunden schneller als sein Mannschaftskollege und Silbermedaillengewinner Kirill Streltsov, der ebenfalls alle Scheiben traf. Die fehlerfrei gebliebene Michela Carrara aus Italien siegt im Juniorinnensprint am Nachmittag in 20:57,8 und holte das zweite Sprintgold für ihr Land. Carraras Mannschaftskameradin Irene Lardschneider hatte sich gestern den Titel im Jugendrennen gesichert.

Sprint der Junioren

Bronze ging an den Kasachen Roman Yeremin mit zwei Strafrunden und einem Rückstand von 24,9 Sekunden.

Anton Smolski aus Weißrussland schoss einen Fehler und wurde Vierter, nur 0,2 Sekunden hinter Yeremin. Platz fünf ging an den Deutschen David Zobel, ebenfalls mit einem Fehlschuss und einem Rückstand von 38,2 Sekunden. Milan Zemlicka aus Tschechien wurde Sechster. Er blieb fehlerfrei, lag im Ziel jedoch 43,7 Sekunden hinter dem Sieger.

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Die Sonne zeigt sich

Nach drei wolkenverhangenen, warmen, windigen Tagen zeigte sich heute endlich wieder einmal die Sonne. Ihre Strahlen schimmerten auf der nach einer kalten Nacht hart gefrorenen Strecke. Zusammen mit der Sonne kam allerdings auch der Wind an den Schießstand und bescherte den Athleten einige Schwierigkeiten. Die Böen wehten von links nach rechts über die Schießbahnen, ließen nach und frischten dann unerwartet wieder auf.

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Perfektes Schießen; Mannschaftskollegen kämpfen um Gold

Die harten, schnellen Strecken garantierten einen raschen Anlauf zum Schießstand hin. Sindre Pettersen, der Goldmedaillengewinner des Einzels, räumte liegend schnell alle Scheiben ab und ging in Führung. Doch auch die vier russischen Starter erlaubten sich allesamt keinen Patzer. Der Norweger hatte Schwierigkeiten im Stehendanschlag und fiel aufgrund seiner drei Fehler aus dem Kampf um Edelmetall heraus. Streltsov mit Startnummer 51 und Malinovskii mit Startnummer 60 ließen das Stehendschießen kinderleicht erscheinen und setzten alle Schuss rasch und sicher ins Schwarze. Ihre beiden Leistungen ließen der Konkurrenz keine Chance mehr auf die Plätze eins und zwei. Nun lautete die Frage, wer der beiden auf der letzten Runde schneller laufen und Gold holen würde. Streltsov kam als Erster ins Ziel, lag bei den Zwischenzeiten jedoch ca. 22 Sekunden hinter seinem Mannschaftskollegen. Malinovskii ließ auf der letzten Runde etwas nach, landete jedoch 12,2 Sekunden vor Streltsov.

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Das ganze Jahr gearbeitet

Malinovskii gewann so seine zweite IBU JJWM Goldmedaille im Sprint. Er war bereits 2016 Weltmeister in der Jugendklasse geworden. Malinovskii gab zu, dass dazwischen allerdings Welten liegen: „Die Juniorenrennen sind viel härter als die Jugendrennen. Ich habe das ganze Jahr für diesen Moment gearbeitet… Ich habe versucht, am Schießstand taktisch zu agieren. Die Trainer haben mir immer wieder zugerufen, dass ich um eine Medaille mitlief, allerdings haben sie mir bis kurz vor dem Ziel nicht verraten, dass ich gegen Kirill kämpfte.“

Vorsichtiges Schießen

Streltsov, der sich den Gesamtsieg in der Sprintwertung des Junior Cup gesichert hatte, sagte: „Ich habe am Schießstand sehr vorsichtig geschossen. Ich habe lange gewartet, bevor ich den letzten Schuss abgefeuert habe. Im letzten Jahr habe ich zu schnell abgedrückt und vorbeigeschossen. Ich wollte diesen Fehler heute nicht wiederholen.“

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Überraschung auf dem Treppchen

Yeremin war der Überraschungsmedaillengewinner: „Ich hatte keinerlei Erwartungen und habe mir keinen Druck gemacht. Ich bin also heute die Überraschung auf dem Treppchen.“

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Juniorinnensprint

Hinter der Italienerin Carrara holte Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen Silber mit einer Strafrunde und einem Rückstand von 15,2 Sekunden. Bronze ging an die Französin Myrtille Begue, die fehlerfrei blieb und 31,5 Sekunden hinter Carrara landete.

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Vierte wurde Tandrevolds Mannschaftskollegin Caroline Erdal mit einem Fehler und einem Rückstand von 41,5 Sekunden. Simona Marikova aus Tschechien wurde Fünfte mit Null Fehlern, 47,9 Sekunden zurück. Platz sechs ging an die Slowenin Urska Poje, die fehlerfrei blieb und 50,7 Sekunden hinter der Siegerin lag.

Der Gesamtsieg in der Sprintwertung des Junior Cup ging an Ekaterina Moshkova aus Russland. Für sie reichte es heute nur für Platz 17, doch bei den Junior-Cup-Rennen in Pokljuka im letzten Monat hatte sie die Plätze eins und zwei belegt.

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Sonnenschein; Wind wechselt die Richtung

Die Damen starteten bei strahlendem Sonnenschein, doch der Wind wechselte die Richtung und blies nun aus Richtung Tal von rechts nach links. Nur sechs Starterinnen schafften es, liegend fehlerfrei zu bleiben und lagen nach dem Schießen alle innerhalb von 15 Sekunden. Marketa Davidova und Erdal waren gerade einmal 0,1 Sekunden auseinander. Carrara lag 4,4 Sekunden hinter ihnen. Die Italienerin kam als Erste zum Stehendschießen, schoss relativ langsam, traf aber alles und übernahm die Führung. Im Ziel hatte sie nun die undankbare Aufgabe abzuwarten, was die Konkurrentinnen machen würden. Tandrevold lief ungefähr so schnell wie Carrara, hatte jedoch liegend bereist einen Fehler geschossen. Stehend traf sie alles, konnte ihren Rückstand auf der letzten 2,5km-Schleife jedoch nicht wettmachen. Begue setzte alle zehn Schuss ins Schwarze und ging nach dem Stehendschießen 19,4 Sekunden hinter Carrara auf die letzte Runde. Sie ließ läuferisch jedoch nach und fiel hinter der Norwegerin zurück. Erdal griff ebenfalls die Medaillen an, doch eine Strafrunde vereitelte Edelmetall. Nachdem Erdal mit Startnummer 43 ins Ziel gekommen war, konnte niemand mehr in die Medaillenvergabe eingreifen. Carrara holte das zweite Sprintgold für Italien.

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Carrara konzentriert

Carrara war ziemlich überwältigt: „Ich habe nie erwartet, eine Goldmedaille zu gewinnen. Ich bin so glücklich. Im Einzel habe ich sechs Fehler geschossen und heute bin ich fehlerfrei geblieben.“ Ihre Trainerin Michela Ponza fügte hinzu: „Im Einzel fehlte es ihr an Konzentration und sie hat nicht richtig auf die Windfahnen reagiert. Heute war das anders. Sie war sehr konzentriert.“

Weltcuperfahrung hilft nicht

Tandrevold war trotz ihrer reichlichen Weltcuperfahrung nervös. „Ich war heute aufgeregter als im Weltcup. Ich weiß, dass ich dort nicht aufs Treppchen laufen kann. Aber ich wusste, dass ich es hier schaffen könnte, wenn ich mir maximal einen Fehler leistete. Ich habe den Druck gespürt, den ich mir selbst gemacht habe.“

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Glücklich auf dem Treppchen

Begue blieb fehlerfrei, dennoch meinte sie, dass das Schießen nicht ihr Ding sei: „Nein, absolut nicht. Das ist erst das dritte Mal in meinem Leben, dass ich alles getroffen habe. Normalerweise bin ich läuferisch besser… Ich bin einfach glücklich, auf dem Treppchen zu stehen!“

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