Inspirierende Frauen: Lena Häcki

Inspirierende Frauen: Lena Häcki

Wenn es um das Weitergeben von Erfahrung und die Förderung des Sports geht, fallen einem als erstes die allseits bekannten Champions und ehemaligen Biathlonstars ein. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Viele junge Athleten wie Lena Häcki arbeiten hart, um für die nächste Generation ein Vorbild zu sein.

Obwohl sie erst 22 Lenze zählt, ist Sport- und Biathlonförderung für Lena Häcki eine Herzensangelegenheit, in welche sie viel Zeit investiert und im Zuge derer sie Kinder in ihrem Heimverein inspiriert und leitet. Die junge Biathletin aus der Schweiz schaffte ihren großen Durchbruch mit dem vierten Platz in der Verfolgung von Östersund im vergangenen Winter. Das hat an ihrem Wunsch, den Sportlern zu Hause unter die Arme zu greifen, allerdings nichts geändert. Ihr Hauptziel ist es sicherzustellen, dass die Nachwuchsathleten Sport als Spaß ansehen und in einer gesunden Umgebung ohne Wettkampfstress aufwachsen.

Gespräche mit dem Nachwuchs

Wenn ich zu Hause bin, besuche ich manchmal das Kindertraining in unserem Verein und trainiere mit ihnen zusammen“, erklärt sie und unterstreicht damit ihre Absicht, das Training mithilfe ihrer Anwesenheit als eine neue Erfahrung für die Kinder zu gestalten. „Wir versuchen das Training so zu gestalten, dass es ihnen Spaß macht und sie motiviert.“ 

Aber es geht nicht allein darum. Häcki möchte den Kindern eine greifbare Erinnerung und Motivation mit auf den Weg geben und beweisen, dass leidenschaftlich absolviertes Training ein großer Schritt in Richtung Erfolg ist. „Bei unserem jährlichen Vereinstreffen mache ich immer ein Spiel mit den Kindern: Ich stelle ihnen einige Fragen über Biathlon und Langlauf und verteile anschließend ein paar meiner Startnummern und Trainingssachen.

Inspirierende Frauen: Lena Häcki

Lektionen aus der Vergangenheit

Der Grund für ihr Engagement liegt in ihrer Vergangenheit, als Häcki selbst eines der Kinder war, die gespielt und gern Sport getrieben haben. „Als Jugendliche habe ich verschiedene Sportarten betrieben. Eines Tages kam mein Trainer zu mir und fragte mich, ob ich nicht einmal Biathlon oder Langlauf ausprobieren wollte. Ich sagte ‚ja‘. Das Training und die ersten Rennen haben mir so viel Spaß gemacht, dass ich immer weiter machen wollte. Also habe ich die anderen Sportarten sausen lassen und mich auf Biathlon konzentriert. Ich denke, das war der Moment, in dem ich realisiert habe, dass Biathlon mein Sport ist.

Das Schlüsselerlebnis war: Sie hatte Spaß beim Training. Diese Botschaft will sie der neuen Sportgeneration vermitteln. „Als ich jung war, ging es in meinem Heimverein bei den ersten Rennen um Spaß auf einfachem Niveau. Ich denke, dass alle Kinder Spaß haben und zu diesem Zeitpunkt nicht unter Druck oder Stress stehen sollten. Und genau das möchte ich den Kindern mitgeben. Ich möchte ihnen zeigen, wie viel Spaß Wettkämpfe und Sport an sich machen können. 

Schule als Ausgangspunkt

Ich finde, dass die Kinder in der Schule unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten an Sportarten haben sollten. Und die Vereine sollten jedem Kind die Chance geben, Sport zu treiben – ganz gleich, ob die Familie reich oder arm ist.

Häcki glaubt fest an die entscheidende Rolle der Schule, wenn es um das Thema Sportkultur geht. „Ich denke, dass die Schule sehr wichtig ist. Sie sollte die Kinder motivieren, nach draußen zu gehen und sich körperlich zu betätigen. Außerdem sollte sie ihnen vermitteln, dass Sport immer Spaß machen sollte, ganz egal, welcher Sportart man nachgeht. Mein Verein hat ein sehr gutes Programm für Kleinkinder entwickelt: Sie beginnen, wenn sie gerade einmal auf Skiern stehen können, und laufen dann mit den Brettern herum. Allerdings wissen viele Eltern gar nicht, dass es dieses Programm gibt. Hier bräuchte es eine bessere Kommunikation, um solche Initiativen bekannt zu machen.

Inspirierende Frauen: Lena Häcki

Kosten senken

Manchmal ist es sehr schwer für die Eltern, wenn sie es sich nicht leisten können, dass ihr Kind Sport treibt: In diesem Fall wäre es wichtig, dass Vereine nicht zu viel Geld verlangen“, sagt Häcki in dem Wissen, dass ein Leben als Sportler keineswegs günstig ist. „In unserem Verein absolvieren die Jugendlichen ein kleines Trainerseminar und trainieren dann kostenlos die Jüngeren. Das ist ein gutes Mittel, um Sport erschwinglicher zu machen. Gleichzeitig bildet es die jungen Athleten weiter. Natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit staatlicher Unterstützung.

Neue Wege gehen

Etwas auf das Nötigste herunterzubrechen, kann manchmal dabei helfen, die Vorstellungskraft anzuregen und neue Wege zu gehen. „Es ist oftmals möglich, günstig Sport zu treiben. Vor allem in jungen Jahren sind die besten Anlagen nicht das wirklich Entscheidende. Das Wichtigste ist, niemals aufzugeben. In den meisten Fällen gibt es immer einen anderen Weg, etwas abseits der Norm zu machen. Und manchmal ist dieser Weg sogar der bessere.

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