Inspirierende Frauen: Susan Dunklee & Emily Dreissigacker

Inspirierende Frauen: Susan Dunklee & Emily Dreissigacker

Nachdem wir letzte Woche gesehen haben, wie Mari Laukkanen mit ihrem Programm „Be a Champion with ME“ eine neue finnische Biathlongeneration inspiriert und unterstützt, springen wir mit unserem heutigen Artikel über den großen Teich in die USA und sehen uns an, wie IBU WM-Silbermedaillengewinnerin Susan Dunklee und ihre Mannschaftskollegin Emily Dreissigacker jungen Frauen helfen. Die beiden Athletinnen aus Vermont sind nicht nur Mitglieder im selben Skiverein, sie verbindet auch ein tiefes Verlangen, den Jugendsport zu unterstützen, vor allem im Mädchenbereich.

Sprechstunde der anderen Art

Kürzlich stellten die beiden zum zweiten Mal die Veranstaltung „Girls with Guns“ (dt. „Mädchen mit Gewehren“) auf die Beine, die jungen Mädchen die Möglichkeit gibt, ein wenig Zeit mit den beiden Topathletinnen der US-Mannschaft zu verbringen. Die Initiative erwuchs aus einer Idee, die Dreissigacker vor ein paar Monaten in den Sinn kam. „Als die US Nationals im vergangenen Winter in Vermont stattfanden, war das für mich die perfekte Gelegenheit, die ganze amerikanische Damennationalmannschaft auf einem Fleck zu versammeln und eine Art „Sprechstunde“ anzubieten. Ich glaube, dass man Mädchen am leichtesten für Biathlon interessiert und begeistert, wenn man sie mit starken Vorbildern bekannt macht.

Bedarf an starken Vorbildern

Doch die Idee für eine solche Veranstaltung entsprang nicht nur einer kalendarischen Übereinstimmung. Die eigene Kennenlernerfahrung der 28-Jährigen mit dem Biathlonsport bildete den Hintergrund für ein solches Event. Dreissigacker erklärt: Ich denke, dass vieles damit zusammenhängt, wie ich selbst zum Biathlon gekommen bin. Ich habe erst mit 26 mit Biathlon begonnen. Ich bin zwar bereits zu Highschoolzeiten Ski gelaufen und habe damals auch kurz Biathlon ausprobiert, aber in meiner Gegend gab es kaum Mädchen, die diesen Sport betrieben. Außerdem fand ich die Waffe sehr schwer und hatte einfach insgesamt nicht so viel Spaß dabei. Jetzt wünsche ich mir natürlich, dass ich schon eher mit Biathlon begonnen hätte. Ich glaube, dass die Dinge vielleicht anders gelaufen wären, wenn ich eine starke Biathletin als Vorbild gehabt hätte, zu der ich hätte aufblicken können.

Großes Interesse

Ihre Idee war goldrichtig und von sofortigem Erfolg gekrönt. Von Beginn an erreichte sie unerwartet hohe Teilnehmerzahlen. „Bei der Planung und Durchführung der beiden bisher gelaufenen Sprechstunden haben mir sehr viele Menschen geholfen. Tatsächlich war unser größtes Problem, dass fast zu viele Mädchen bei der ersten Sprechstunde aufgetaucht sind! Es waren knapp 100 Mädels und wir mussten einige Änderungen in letzter Minute vornehmen und noch weitere Helfer organisieren. Zu unserer zweiten Sprechstunden in Lake Placid kamen weniger Teilnehmerinnen. Aber das war ebenfalls großartig, denn so konnten wir direkt von Angesicht zu Angesicht mit den Mädchen sprechen.“ 

Selbstvertrauen, Disziplin, Durchhaltevermögen und vieles mehr

Eine von Dreissigackers engagiertesten Mitstreiterinnen bei diesem Programm ist das Ass des US-Teams: Susan Dunklee. Die 31-Jährige aus Vermont hat sich das Projekt ihrer Kollegin zu Herzen genommen. Sie glaubt, dass Sport eine großartige Möglichkeit bietet, um das Leben vieler Jugendlicher zu verbessern: „Sport ist ein unglaublich mächtiges Mittel, um Kinder zu stärken, vor allem Mädchen. Es lehrt sie Selbstbewusstsein, Disziplin, Durchhaltevermögen, Führungsqualitäten und inspiriert sie, ein gesundes und aktives Leben zu führen. Das alles sind wunderbare Eigenschaften, die mir der Sport vermittelt hat und ich möchte sie gern weitergeben. Ich möchte, dass die Kinder wissen, dass man große Träume haben kann und dass harte Arbeit es einem ermöglicht, Großes zu schaffen.“ 

Dunklee inspiriert

Schon bevor Dreissigacker mit ihrer Idee um die Ecke kam, warb die Silbermedaillengewinnerin von Hochfilzen 2017 aktiv für den Sport und seine Werte: „Ich arbeitete in meinem Heimatskiverein, dem Craftsbury Outdoor Center, um Kinder in unserem Verein zu inspirieren. Dazu gehörten auch ab und zu Traineraktivitäten im Jugendbereich. Ich habe auch einige Schulen der Gegend besucht und den Kindern Geschichten aus dem Weltcup erzählt. Wir dürfen in diesem jungen Alter nicht so viel Gewicht auf Spezialisierung und Siege legen. Kinder müssen den Sport aus den richtigen Gründen lieben. Das wird sie dazu ermutigen, ihr ganzes Leben lang aktiv zu bleiben, anstatt bereits in jungen Jahren auszubrennen.

Inspirierende Frauen: Susan Dunklee & Emily Dreissigacker

Craftsbury Outdoor Center: Ein perfektes Beispiel

Dreissigacker ist Mitglied im selben Verein und findet, dass das dort gefahrene Modell aufgrund seiner Werte und Unterstützungsfunktion als Blaupause für andere Vereine fungieren sollte. „Meine Vereinsmannschaft ist Teil einer Institution namens Craftsbury Outdoor Center. Ich finde, dass das ein perfektes Beispiel dafür ist, was alles getan werden kann, um Athleten auf allen Ebenen zu fördern. Es ist eine gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, ein lebenslanges sportliches Aktivsein und sportliche Höchstleistungen zu unterstützen. Es gibt eine große Vielfalt an Juniorenprogrammen und Stipendienangeboten auf allen Ebenen. Das Olympische Entwicklungsprogramm zum Beispiel bietet alle Arten von Unterstützung – von Unterkunft und Essen über Training und Wettkampfausflüge. Ich bin der Meinung, dass wir mehr solche Organisationen brauchen.

Familien einbeziehen

Beide Athletinnen finden, dass Unterstützungsprogramme für Sport und ein aktives Leben die Familien einbeziehen sollten. Dunklee fügt hinzu: „Es ist wichtig, die Familien der Kinder anzusprechen und sie ebenfalls zu involvieren. Kinder schaffen es nicht im Biathlon und vielen anderen Sportarten erfolgreich zu sein, wenn ihre Familien sie nicht unterstützen. Man muss viel Zeit und Geld in Sport investieren. Es ist ebenfalls wichtig, Sportzentren und -vereine auf regionaler Ebene zu entwickeln, die Wettkampfmöglichkeiten, Training und Ausrüstung bieten.
Dreissigacker stimmt ihrer Mannschaftskollegin zu: „Ich denke, dass Eltern viel zur Unterstützung der sportlichen Entwicklung ihres Kindes beitragen können. Ich glaube, dass Kinder, die einen aktiven Lebensstil vorgelebt bekommen, viel eher selbst Sport treiben möchten. Und wie ich bereits gesagt habe, finde ich, dass es unglaublich wichtig ist, starke Athleten als Vorbilder zu haben – vor allem für Mädchen, denen von der Gesellschaft so oft eingebläut wird, dass sie nicht stark oder schnell zu sein haben.

Durch Dunklees und Dreissigackers Worte mit viel Motivation und Tatendrang versorgt, geht es zurück nach Europa. Freuen Sie sich in der kommenden Woche auf eine neue Geschichte über Frauen, die eine junge Sportgeneration inspirieren.

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