Jeden Tag ein neues Abenteuer: Rennrad, SUP-Board und vieles mehr für Klemen Bauer

Jeden Tag ein neues Abenteuer: Rennrad, SUP-Board und vieles mehr für Klemen Bauer

Das Training im Biathlon ist eine Kombination aus Ausdauer, Kraft und Präzision. Das beschränkt sich nicht nur auf Skilaufen und Schießen, auch viele andere Sportarten kommen ins Spiel, wenn es um Kondition und Muskelaufbau geht. Für Klemen Bauer bringt jeder Frühlings- und Sommertag ein neues Abenteuer auf der Straße, im Wald, im Wasser oder am Himmel mit sich.  „Das ist für mich definitiv die beste Zeit des Jahres.“

Jeden Tag ein neues Abenteuer: Rennrad, SUP-Board und vieles mehr für Klemen Bauer
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Der König der Trainingsvielfalt
Bauer ist so etwas wie der König der Trainingsvielfalt und kombiniert die typischen Sportarten wie Radfahren und Wandern auch mit ganz eigenen Ideen. Neben Rennradfahren und Mountainbiken gehören zu seinem Repertoire auch Langstrecken-Stand-Up-Paddling, SUP-Sprints, Kajakfahren, Wandern, Gleitschirmfliegen, Longboardfahren und bei warmem Wetter auch noch Kitesurfen. Natürlich kommen irgendwann auch noch die Skiroller und die Stunden am Schießstand dazu. In dieser Jahreszeit lebt Bauer aber erst einmal all die anderen Leidenschaften aus, während er Muskeln und Kondition für eine neue Saison aufbaut.

Abenteuerlustig

Es ist kaum überraschend, dass der erfahrene Slowene sein Training anders angeht. Er ist schon immer eine Art Freigeist gewesen. Schon vor über zehn Jahren war er abenteuerlustig, lernte Gleitschirmfliegen, Freeclimbing und trat bei einem mehrtägigen Abenteuerrennen quer durch Slowenien an, zu dem neben Radfahren, Laufen, Kajakfahren auch Orientierungsläufe gehören (er gewann übrigens mit Mannschaftskamerad Peter Dokl).

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Lange Karriere: Medaillen, vier Winterspiele
Bauer ist schon lange im Biathlongeschäft dabei, gewann Sprintsilber bei der IBU JJWM 2005 und Bronze im 15 km Einzel bei der IBU JJWM 2007. Seither ist er bei 11 IBU-Weltmeisterschaften angetreten, und Pyeongchang waren für ihn die vierten Olympischen Winterspiele. 2012 gewann er bei der IBU WM Silber mit der gemischten Staffel, 2010 wurde er Vierter im olympischen Sprint.

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Perfektes Ausrede
Inzwischen ist der 32-Jährige jedoch auf die Trainingsvielfalt angewiesen, um frisch, motiviert und gesund zu bleiben. Er selbst sagt: „Ich mache mir jetzt mehr Gedanken über meinen Körper, weil ich älter bin. Das ist die perfekte Ausrede für meinen Trainingsaufbau.“

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Neuer Ansatz: Einfach mal treiben lassen

Er erklärt seinen neuen Trainingsansatz. „Ich baue nach und nach einige der Trainingsideen ein, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe. Nach den Winterspielen habe ich beschlossen, das Training weniger stressig zu gestalten. Zu dieser Jahreszeit lasse ich mich einfach mal treiben. Wenn Wetter und Umstände passen, lege ich einfach los.“

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Stand-Up-Paddling
Eines seiner neusten Steckenpferde ist eine Wassersportart, Stand-Up-Paddling. Letzte Woche paddelte er 24 km auf einem Fluss in der Gegend. „Eine meiner Ideen war das Langstreckenpaddeln. Ich habe vor zwei Jahren mit Stand-Up-Paddling angefangen. Für Skilangläufer ist es eine perfekte Trainingsvariante. Ich mache das zweimal die Woche. Wenn man drei Stunden auf dem Rad sitzt, trainiert man nur die Beine, und das muss man dann im Oberkörper ausgleichen. Paddeln ist perfekt für das Herz-Kreislauf-System, den Gleichgewichtssinn und den Oberkörper... und Spaß macht es auch noch! Man entdeckt Dinge entlang der Flüsse, Seen und Küsten, und es ist einfach fantastisch. Ich habe ein aufblasbares Brett, das wenig Platz braucht. Ich habe das in einem Rucksack immer im Auto dabei, und wenn mir eine Stelle gefällt, ist es in fünf Minuten aufgepumpt und ich bin auf dem Wasser.“

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Sprintrennen

Großen Spaß fand er an einem Sprintrennen für Stand-Up-Paddler, das ihm einen guten Adrenalinschub einbrachte. „Nach zwei Jahren auf dem Board wollte ich mal probehalber ein Rennen mitpaddeln und sehen, wie es läuft. Bei den aufblasbaren Boards habe ich sogar gewonnen und melde mich vielleicht noch für ein oder zwei Rennen, als Teil eines Deals mit den Leuten, von denen ich das Board habe.“

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Wandern und Fliegen
Wandern und Fliegen ist eine weitere ungewöhnliche Kombination in Bauers Trainingsrepertoire. Er geht gerne in den slowenischen Bergen wandern, um Beine und Ausdauer zu trainieren, hat aber leider nicht die besten Knie. Um diese also zu schonen, packt der abenteuerlustige Biathlet seinen Gleitschirm und Helm in einen Rucksack, geht ein paar Stunden wandern und fliegt dann einfach nach Hause! Er selbst erklärt: „Manchmal gehe ich nur ein kleines Stück hoch und fliege dann zurück zum Auto. Aber manchmal versuche ich, ein bisschen Strecke zu machen, vielleicht 40 - 50 km, und jedes Mal weiter zu kommen als vorher. Man ist stark vom Wetter und den Strömungen abhängig. Man muss sich beim Fliegen sehr konzentrieren und es kann sehr ermüdend sein.“

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Vom Gipfel des Grintovec

Auch in der letzten Woche kam er beim Wandern und Fliegen wieder weiter als zuvor, überwand über 1000 Höhenmeter um auf einen der höchsten Gipfel seiner Heimat zu gelangen.  „Das war eine große Nummer, sowohl was das Training angeht, als auch das Fliegen. Ich habe mit einem Freund zusammen über drei Stunden lang den Gipfel des Grintovec erklommen, mit 2558 Metern der höchste Gipfel der Steiner Alpen. Dann sind wir runtergeflogen und wieder bei unserem Auto in Stahovica gelandet.“

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Training alleine oder in der Gruppe
Gleitschirmfliegen und Paddeln sind eher einsame Sportarten.  Bauer zieht es vor, allein zu trainieren, sagt, „Dann kann ich meinen Zeitplan selbst festlegen; die Flexibilität mag ich.“ Und doch hat er auf dem Rad oft Gesellschaft.  „Ich mag einige dieser organisierten Touren. Letzte Woche bin ich mit einer Gruppe 22 km Mountainbike gefahren und heute bin ich mit ein paar Triathleten 100 km Rennrad gefahren. Aber meistens trainiere ich lieber alleine.“

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Ernährung und Rennradfahren

Im Training, vor allem beim Rennradfahren oder bei langen Wanderungen, spielt die Ernährung eine große Rolle. Für Bauer beginnt der Tag üblicherweise mit einem guten Frühstück, bevor er aufbricht. „Solange man vor dem Training gut gegessen hat, braucht man unterwegs nicht viel Nachschub. An einem Tag wie heute, wenn wir 100 km fahren, nehme ich 2-3 Liter Flüssigkeit zu mir, dazu ein paar Tuben Gel und ein paar Riegel. Damit komme ich durch die Trainingseinheit.“

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Glücklichster Mensch, perfekter Job
Nach so vielen Jahren im Biathlon hatte Bauer im Frühjahr über einen Abschied nachgedacht, doch dann ging dem vielseitigen Sportler auf, dass seine Situation einzigartig ist:   „Ich bin der glücklichste Mensch, den es gibt. Ich weiß, der Winter kommt, und die Wettkämpfe, aber momentan genieße ich jeden Tag. Es ist der perfekte Job. Als ich angefangen habe, über einen Abschied nachzudenken, habe ich mich umgeschaut und festgestellt: ‚Das kannst du in keinem anderen Job machen.‘ Was Biathlon angeht, werde ich von Jahr zu Jahr weitersehen. Solange ich auf dem höchsten Niveau mitlaufen kann, mache ich weiter. Es macht mir noch Spaß.“

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Und... dann warten ja auch noch so viele Abenteuer auf Klemen Bauer!

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