Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

In diesem Jahr hat eine besondere Gruppe von Sportlern eine Einladung zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erhalten. Nicht, um sportliche Höchstleistungen zu zeigen, sondern „die Verbindung zwischen Sport und Kultur während und zwischen den Olympischen Spielen zu stärken“. Um das zu erreichen, und die Idee vom Erfinder der Olympischen Spiele der Neuzeit Pierre de Coubertin wiederzubeleben, dass Kunst und Dichtung die Größe und Pracht der Spiele bewahren würden, wurden vier ehemalige Olympioniken nach Südkorea eingeladen, um ihre Kunst im sportlichen Kontext der Winterspiele zu präsentieren.

Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

Unter diesen vier ist nur eine Wintersportlerin, die vielen in der Biathlonfamilie bekannt sein dürfte: Lanny Barnes. 2006 in Turin trat sie mit ihrer Zwillingsschwester an, Geschichte schrieb sie allerdings 2014, als Tracy ihrer Schwester Lanny aus Selbstlosigkeit ihren Platz in der Olympiamannschaft für Sochi 2014 überließ, weil Lanny krank geworden war und sich nicht hatte qualifizieren können. Tracy erhielt den UNESCO International Fair Play Award der Vereinten Nationen und den Inspiration Award des US-amerikanischen Olympischen Komitees für diese selbstlose Tat im Sinne des Olympischen Gedanken. 

Lannys Rückkehr zu den Olympischen Spielen, für sie die vierte in Folge, ist ähnlich herausragend, denn das Kunstprojekt ist etwas ganz Neues: „Es bedeutet alles für mich, dass ich für dieses Programm ausgewählt worden bin. Meine Leidenschaft für die Kunst habe ich schon genau so lange wie die Leidenschaft für Skilaufen und Schießen. Durch die Kunst kann ich meine Begeisterung für die kleinen Details und für das Leben mit der Welt teilen. Meine Mutter war eine tolle Künstlerin, hat ihre Werke aber nie jemandem außerhalb der Familie gezeigt, und die Liebe zur Kunst habe ich definitiv von ihr. Mein liebstes Motiv ist die Natur. Ich halte gerne Tiere auf Leinwand oder Papier fest und zeige die dramatische Seite der Wildnis."

Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

Es wird Lannys Aufgabe sein, ihr Handwerk den Athleten im Olympischen Dorf von Gangnam näher zu bringen und so die enge Verbindung zwischen Kunst und Sport aufzuzeigen. Sie empfindet die Herausforderung als nicht all zu groß, da zumindest in ihrem Fall die Verbindung schon immer da war. „Meine Kunst hat in meiner Biathlonkarriere eine immens große Rolle gespielt. Meine Zwillingsschwester und ich haben meine Werke auf der Straße verkauft, um unsere Biathlonlaufbahnen zu finanzieren."

Die Rückkehr zum wichtigsten aller Wettkämpfe, der alle vier Jahre stattfindet, ist wie eine unerwartete Heimkehr, die gemischte, aber doch gute Gefühle auslöst: „Ich freue mich ungemein, dass ich vier Jahre nach dem Ende meiner aktiven Biathlonkarriere wieder zu den Spielen zurückkann. Ich war mir nicht sicher, ob ich je wieder die Chance bekommen würde. Es wird sicher anders sein, als wenn man wirklich bei Wettkämpfen antritt, aber ich gehe es mit derselben Motivation und Entschlossenheit an wie in meiner aktiven Laufbahn, um für das Olympic Art Project die bestmöglichen Kunstwerke zu erschaffen."

Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

Wie wir im Gespräch mit Lanny erfuhren, lag ihre erste - wenn auch inoffizielle - Olympiateilnahme schon vier Jahre vor ihrem Debut in Turin, als sie die Winterspiele zuhause in Salt Lake City besuchte. Seitdem, sagt sie, hat sich einiges verändert. Nicht nur in ihrem Leben, sondern auch im Sport: „Für mich persönlich hat sich seit meinen ersten Winterspielen 2002, bei denen ich ein Vorreiter für Biathlon und Langlauf war, vieles verändert. Damals habe ich die Spiele als Zuschauerin besucht, weil ich die Qualifikation für die Mannschaft knapp verpasst hatte. 2006 bin ich zum ersten Mal bei Winterspielen angetreten und habe eine Menge gelernt. 2010 habe ich mich schon sicherer gefühlt und konnte ein ziemlich gutes Ergebnis einfahren."

Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

2014 war dann etwas Besonderes für mich, weil meine Zwillingsschwester auf den Platz in der Olympiamannschaft verzichtet hat, damit ich fahren kann. Das war schwer zu toppen. Jetzt bin ich in einer anderen Funktion hier, setze mich aber immer noch für mein Lebenswerk und den Olympischen Gedanken ein. Was die Veränderungen bei den Winterspielen angeht, an denen ich teilgenommen habe, dann scheint das Feld enger und der Wettbewerb im Lauf der Zeit härter geworden zu sein. Dank des technischen Fortschritts können die Athleten schneller laufen und härter trainieren.“

Was ist Lannys Ziel für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang? Bei einer ehemaligen Sportlerin wäre es schon mehr als komisch, wenn sie sich keine gesteckt hätte, und tatsächlich hat sie zwei: „Am meisten freue ich mich bei diesen Winterspielen darauf, mich im Olympic Art Program für Kunst und die olympischen Werte einzusetzen, und darauf, in Korea die Mannschaftskameraden anzufeuern, mit denen ich 2014 angetreten bin!

Lanny Barnes zum 4. Mal bei Winterspielen... diesmal als Künstlerin!

Photos from NordicFocus

Art courtesy of Lanny Barnes

Top