Late Spätstarter Martin Fourcade gewinnt 20 km Einzel der Herren

Late Spätstarter Martin Fourcade gewinnt 20 km Einzel der Herren

Martin Fourcade aus Frankreich, der erst spät auf die Strecke ging, sicherte sich heute Morgen in Pokljuka im 20 km Einzel der Herren den Sieg mit fehlerfreiem Schießen in einer Zeit von 47:09,2. Johannes Kühn schaffte es mit 4,2 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz und damit zum ersten Mal in seiner Laufbahn aufs Podest, während der Österreicher Simon Eder mit 19,7 Sekunden Rückstand Dritter wurde. Kühn und Eder blieben ebenfalls ohne Fehler.

Pokljuka Men's 20K Individual

Platz vier ging an den slowenischen Lokalmatador Jakov Fak mit einem Fehler und 43,4 Sekunden Rückstand. Kühns Mannschaftskamerad Simon Schempp wurde ebenfalls mit einem Fehler und 38,6 Sekunden Rückstand Fünfter, während der sechste Platz an den fehlerfreien Ukrainer Sergey Semenov mit 45 Sekunden Rückstand ging.

Late Spätstarter Martin Fourcade gewinnt 20 km Einzel der Herren

Sonnenschein und gutes erstes Schießen​Nebel und Wolken vom Mittwoch hatten heute der Sonne Platz gemacht, nur im Wald hingen noch einige Wolken, und so waren die Bedingungen für die Männer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und fast völliger Windstille annährend perfekt. Bei diesen guten Bedingungen wurde hervorragend geschossen: Im ersten Liegendanschlag schafften 57 Athleten die Null. Die meisten Favoriten starteten in der zweiten Gruppe oder später, nur Fourcade startete im Feld aus 110 Männern auf Platz 87 weit hinten.

Großer Fehler
Der Sieger gab zu, dass die späte Startnummer nicht die beste Entscheidung seiner Karriere gewesen war. „Das war ein großer Fehler. Wir hatten nachts mit Schnee gerechnet, deswegen habe ich mich für einen späten Start entschieden. Als ich ins Stadion kam und den gefrorenen Regen sah, wusste ich, dass das die schlechteste Wahl gewesen war, aber man kann ja nicht neu losen.“

Gutes Schießen

Die Führung nach dem ersten Schießen wechselte wiederholt, bis Johannes

Thingnes Boe sich mit einem Vorsprung von 10,5 Sekunden auf das Feld nach vorn setzte. Knapp hinter ihm lagen gleich mehrere Deutsche, darunter Simon Schempp und der frühe Starter Johannes Kühn mit 16,6 und 32,3 Sekunden Rückstand. Weiter hinten blieb auch Semenov zum Einstieg ohne Fehler. Fourcade ging es vorsichtig an, blieb ohne Fehler und ging langsam (38,7 Sekunden Rückstand) auf Rang 10 aus dem Stand.

Schempp ganz vorn

Der Norweger vergab seine Führung mit einem Fehler im ersten Stehendschießen und fiel zurück auf Rang sechs, während die beiden Deutschen erneut alles trafen, was Schempp die Führung und Kühn Rang 11 sicherte. Fourcade führte am Schießstand beim ersten Stehendschießen, setzte vier flinke Treffer, zögerte aber lange vor dem letzten Schuss, der sein Ziel trotzdem fand. Fazit: Rang vier mit 7,2 Sekunden Rückstand.

Late Spätstarter Martin Fourcade gewinnt 20 km Einzel der Herren

Kühn führt, Fourcade holt auf

Als beim zweiten Liegendschießen langsam Ermüdung einsetzte, wurden die Platzierungen weiter durcheinandergewirbelt. Schempp und Kühn trafen erneut alles und lagen nun auf 1 und 3. Eder schaffte die dritte Null und schob sich auf Rang fünf vor, allerdings mit 48 Sekunden Rückstand. Fourcade arbeitete sich weiter vor und lag zum dritten und bei ihm wieder langsamen Schießen schon auf Rang zwei. Er traf alles und lag jetzt 17,9 Sekunden zurück.

Late Spätstarter Martin Fourcade gewinnt 20 km Einzel der Herren

Aggressives Schießen und Sieg
Wie so oft in diesem längsten Biathlon-Wettkampf war das letzte Stehendschießen entscheidend. Kühn krönte sein hervorragendes Rennen mit der vierten Null und übernahm die Führung, während Schempp einmal verfehlte. Eder mit Startnummer 42 tat es Kühn gleich und lag 5 Sekunden zurück, während der fehlerfreie Semenov und Lokalmatador Fak mit einem Fehler beide 30 Sekunden zurücklagen. Der Nebel zog wieder auf, als Fourcade zum letzten Stehendschießen kam. Der Meister seines Fachs schoss aggressiv, traf wieder alle Scheiben und ging mit einer deutlichen Führung von 16,3 Sekunden auf die Strecke. Fourcade wurde auf der letzten Runde langsamer, die Strecke war weich geworden, doch konnte er die Führung ins Ziel retten, das gelbe und rote Trikot verteidigen und den fünften Sieg in Folge in Pokljuka einstreichen.

Wegen seines späten Starts und der langsamen Strecke verließ sich Fourcade für den Sieg auf seine Schießkünste. Ich hatte also mit meiner Munition zu kämpfen. Ich bin froh, dass es mit dem Schießen geklappt hat, weil ich wusste, dass das meine einzige Chance ist... die Strecke ist immer schlechter geworden... Ich bin sehr froh, dass ich heute gewonnen habe.“

Podest überraschend
Kühn, dessen bisherige Bestleistung ein fünfter Platz in Antholz gewesen war, gab zu, dass der zweite Platz ihn überrascht hatte, zeigte sich aber realistisch hinsichtlich Fourcade. „Es ist immer eine Überraschung, wenn man aufs Podest kommt. Ich wusste, dass mein Skitempo stimmt. Ich hatte Glück und war gut am Schießstand, und im Einzel kommt es auf das Schießen an... Besser hätte ich es nicht machen können. Ich war sehr zufrieden mit meinem Rennen, aber er hat gewonnen und damit hat sich‘s!“

Late Spätstarter Martin Fourcade gewinnt 20 km Einzel der Herren

Scheiben getroffen
Der Veteran Eder sagte wie seine Rivalen, dass das Schießen entscheidend gewesen war. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich die Scheiben getroffen habe. Das ist das Wichtigste.“

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