Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Die Deutsche Laura Dahlmeier, eine von nur drei Damen, die bei windigen Bedingungen fehlerfrei blieb, holte sich heute Abend im 7,5 km Sprint der Damen ihre erste olympische Goldmedaille mit einer Zeit von 21:06,2. Die Silbermedaille sicherte sich mit einer persönlichen Bestleistung Marte Olsbu aus Norwegen mit einem Fehler und 24,2 Sekunden Rückstand, während Veronika Vitkova aus Tschechien mit ebenfalls einem Fehler und 25,8 Sekunden Rückstand Bronze gewann.

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Im Ziel sagte die frischgebackene Olympiasiegerin zu ihrem perfekten Schießergebnis: „Im letzten Jahr habe ich mich hier auf der Strecke und am Schießstand sehr wohlgefühlt. Ich bin froh, dass ich das heute wieder abrufen konnte. Das Schießen war bei diesem Ergebnis definitiv entscheidend.“

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint
Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Die Französin Marie Dorin Habert wurde mit 33,1 Sekunden Rückstand Vierte, Platz fünf ging an Dahlmeiers Mannschaftskameradin Vanessa Hinz mit 40,3 Sekunden Rückstand und Platz sechs an Lisa Vittozzi aus Italien mit 40,5 Sekunden Rückstand.

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Kalt und windig
Wie erwartet gingen die 87 Starterinnen bei frostigen minus 7° C an den Start, die sich bei böigem Wind noch kälter anfühlten. Am Schießstand war der Wind dann so unberechenbar, dass nur drei Damen zehn Schuss ins Schwarze setzen konnten. Dahlmeier bestätigte, dass die Bedingungen schwierig gewesen waren. „Die Strecke war ganz anders als in den letzten Tagen, vor allem in den Abfahrten. Es war windig und kalt, nicht die leichtesten Bedingungen... am Schießstand musste ich locker bleiben und mein Bestes geben.“

Vitkova stimmt ihr zu. „Die Bedingungen auf der Strecke waren in diesem Rennen wirklich hart. Am Schießstand war es windig und für uns alle sehr schwierig.“

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Viele Rasten am Schießstand, Bescond und Dahlmeier in Führung
Fast alle Athletinnen drehten beim Liegendschießen mehrere Rasten, um den Wind auszugleichen, und fünf Treffen wollten hart erkämpft werden. Anais Bescond ging früh in Führung, traf im Liegendanschlag alles und blieb auch in Führung auch, nachdem Dahlmeier abgeräumt hatte. Nur wenige Sekunden hinter ihr schaffte es auch Vitkova ohne Fehler und ging mit 6,2 Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke. Auch Olsbu traf im Liegendanschlag alles, lag aber 25 Sekunden zurück. Gleich hinter Dahlmeier kam Dorin Habert mit Nummer 28 in den Stand, verfehlte einmal, war aber gut unterwegs. Nach und nach schossen auch die meisten anderen Favoritinnen einen oder mehrere Fehler, darunter Titelverteidigerin Anastasiya Kuzmina und Kaisa Mäkäräinen mit je zwei Fehlern sowie Darya Domracheva mit einem Fehler, die damit allesamt die Medaillen in den Wind schreiben konnten. Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi starteten beide in der zweiten Gruppe und versuchten Dahlmeier mit schnellerem und fehlerfreiem Liegendschießen noch einzuholen.

Alle Augen auf Dahlmeier
Als Dahlmeier zum Stehendschießen kam, waren alle Augen auf sie gerichtet. Die ersten drei Scheiben fielen wie von allein, und dann frischte der Wind auf.  Für den vierten Schuss brauchte sie über 15 Sekunden, doch die Scheibe fiel, genau wie die fünfte, und dann hatte sie einen Vorsprung von 13,3 Sekunden vor Vitkova, die zwar im Stehen einmal verfehlt hatte, aber auf den Skiern gut unterwegs war.  An der Zeitnahme nach dem Stehendschießen lag die Deutsche nun 13,3 und 13,4 Sekunden Vorsprung vor Vitkova und Olsbu. Dorin Habert traf im Stehen alles, lag aber mehr als 26 Sekunden hinter Dahlmeier und sechs Sekunden hinter Vittozzi, die im Stehen ebenfalls fünf Treffer gesetzt hatte.

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Sensationelle letzte Runde und Gold

Mit einer sensationellen letzten Runde setzte sich Dahlmeier weiter vom Feld ab und ging mit 26 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Olsbu war auf der letzten Runde einen Hauch schneller als ihre tschechische Kontrahentin und schaffte es auf Platz zwei. Dorin Habert war auf der letzten Runde schneller als Vittozzi, konnte aber keine der früheren Starterinnen mehr einholen und verpasste das Podest.

Zweite Goldmedaille im Sprint für Deutschland

Dahlmeier ist damit die zweite Deute, die olympisches Gold im Sprint gewonnen hat und tritt in die Fußstapfen von Kati Wilhelm, der das 2002 bei den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City gelungen war. Auch Wilhelm war damals fehlerfrei geblieben. Dahlmeier sah den größten Sieg ihrer Karriere philosophisch: „Ich glaube, heute ist heute, und heute ist perfekt. Ich habe seit meiner Kindheit von einem Olympiasieg geträumt.“

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Glücklich: „Natürlich.“

Die Silber- und Bronzemedaillengewinnerinnen waren beide aus ganz verschiedenen Gründen überglücklich über ihre Medaillen. Die persönliche Bestleistung und gleichzeitig erste Einzelmedaille bei einer Meisterschaft ließen Olsbu strahlen, und die Antwort war wie erwartet: “Natürlich bin ich glücklich. Das war mein bislang bestes Rennen, auch wenn der Wind es wirklich hart gemacht hat. Ich habe mich an meinen Plan gehalten und war überglücklich, als ich im Ziel war!“

Laura Dahlmeier fehlerfrei zu olympischem Gold im Sprint

Eine eigene Medaille
Für Vitkova war es die zweite olympische Medaille; 2014 hatte sie in Sochi mit der gemischten Staffel Silber gewonnen. „Ich bin überglücklich, weil das meine erste große Medaille in einem Einzelrennen ist. Ich habe in Sochi schon eine Medaille gewonnen, aber das war in der gemischten Staffel, und diese ist eben ganz allein meine. Ich habe jetzt eine eigene Medaille!“

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