Lowell Bailey gewinnt 20 km Einzel; erster Weltmeister aus den USA

Lowell Bailey gewinnt 20 km Einzel; erster Weltmeister aus den USA

Mit fehlerfreiem Schießen sicherte sich Lowell Bailey heute den Titel des ersten Weltmeisters aus den USA, als er mit einer Zeit von 48:07,4 im 20 km Einzel der Herren Gold gewann. Es war gleichzeitig der erste Weltcupsieg des 35-jährigen Bailey. Die Silbermedaille ging an Ondrej Moravec aus Tschechien mit 3,3 Sekunden Rückstand. Der Franzose Martin Fourcade, der im letzten Jahr vier große Titel gewonnen hatte, gewann mit zwei Fehlern und 21,2 Sekunden Rückstand Bronze.

Der letztjährige Bronzemedaillengewinner Sergey Semenov aus der Ukraine wurde mit einem Fehler und 45,5 Sekunden Rückstand Vierter. Platz fünf ging an den Deutschen Erik Lesser mit einem Fehler und 49,1 Sekunden Rückstand. Der Tscheche Michal Krcmar blieb ohne Fehler, war aber nicht schnell genug und wurde mit 52,3 Sekunden Rückstand Sechster.

Lowell Bailey gewinnt 20 km Einzel; erster Weltmeister aus den USA

Fourcade trotz zweier Fehler in Führung

Als erster ging heute der Russe Anton Shipulin aus dem Starthäuschen; er hatte das letzte Einzel in Antholz gewonnen, aber mit zwei Fehlern im Liegendschießen verspielte er die Medaillenchance. Fourcade startete als Vierter; er gab trotz zweier Fehler in den Liegendschießen das Tempo für den Wettkampf vor.

Zwischenzeitlich sah es so aus, als wäre es der Norweger Johannes Thingnes Boe, der Fourcade noch herausfordern könnte, er ging nach dem zweiten Schießen in Führung, aber der norwegische Star schoss bei ansonsten guter Laufleistung Fehler in den letzten zwei Schießen und fiel zurück.

20 Schuss und 20 Treffer für den Sieg

Statt der großen Namen war es Moravec, der zum ersten Mal in einem Einzel ohne Fehler blieb und mit einer komfortablen Führung ins Ziel kam. Während er im als Führender zum Warten verdammt war, warf Bailey mit fünfzehn erfolgreich geschlossenen Scheiben seinen Hut für seinen ersten Sieg in den Ring und ging mit 12 Sekunden Vorsprung vor Moravec in Führung. Der Amerikaner aus Lake Placid im Bundesstaat New York traf die letzten fünf Scheiben ruhig und besonnen und lag nun 6,4 Sekunden vor Moravec. Auf dem leichteren Teil der 4-km-Runde verlor er einige Sekunden, bis her 1100 Meter vor dem Ziel nur noch 0,1 Sekunden vorn lag. Auf dem letzten Stück kämpfte er sich wieder nach vorn und ersprintete sich auf den letzten Metern den ersten Sieg seiner Karriere. 

Zur letzten Runde sagte er: „Das hat sich angefühlt wie 40 km, nicht 4 km. Ich hatte Glück, dass ich einer der letzten Starter war, weil sich an der Strecke wirklich das ganze Team die Seele aus dem Leib gebrüllt hat. Ich habe mir nur gedacht ‚Jetzt nicht die Medaille verpassen, einfach weiterlaufen.‘“

Lowell Bailey gewinnt 20 km Einzel; erster Weltmeister aus den USA

* „Unglaubliche" Medaille*

Bailey war von seinem Sieg überwältigt. „Ich warte darauf, dass mich jemand wachrüttelt. Mir fallen nur Klischees ein: ‚Es ist unglaublich, es ist wie im Traum.‘ Es bedeutet mir so viel, wegen all der harten Arbeit, die in dieser Medaille steckt und all der Unterstützung die ich bekommen habe; es hat sich alles gelohnt.“

Er fügte hinzu, was diese Medaille für ihn und seine Mannschaft bedeutet: „Es ist für mich etwas Besonderes, diese Medaille mit den Betreuern unserer Mannschaft zu teilen. Ich bin einfach nur so froh, dass ich mit diesem Team hier bin; es wäre ohne sie nicht möglich gewesen... ich habe schon so lange auf eine WM-Medaille gehofft. Ich habe es noch gar nicht richtig begriffen.“

Lowell Bailey gewinnt 20 km Einzel; erster Weltmeister aus den USA

Moravec freut sich für Bailey

Silbermedaillengewinner Moravec freute sich für Bailey. „Es war aufregend, am Anfang sah es für mich besser aus, aber ich freue mich einfach so für ihn. Er ist ein toller Typ und er hat es wirklich verdient. So nah wie heute bin ich der Goldmedaille nie gekommen. Ich bin im Einzel noch nie fehlerfrei geblieben, also habe ich nicht damit gerechnet. Ich bin wirklich zufrieden, dass mir das gelungen ist, es war heute das richtige Rennen für mich.“

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Fourcade „wollte zu viel“

Fourcade sagte, es sei schwer gewesen, das Podest vorherzusagen. „Es ist nie leicht, auf seine Platzierung zu wetten, wenn nach einem noch 100 Leute kommen. Ich war mir nicht sicher, ob es für eine Medaille reicht, also bin ich zufrieden.“

Er erklärte seine Schießfehler: „Manchmal will man einfach zu viel. Im Sprint war die Situation genauso. In der Verfolgung habe ich nicht darüber nachgedacht, dass ich alles treffen muss, und es hat funktioniert.“

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