Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Der Italiener Lukas Hofer kämpfte sich kraftvoll an seinen Rivalen vorbei und den berüchtigten „Wall“ von Kontiolahti hoch, um in der gemischten Staffel heute Abend in 1:15:08,3 den Sieg für Italien zu sichern. Das italienische Team aus Dorothea Wierer, Lisa Vittozzi, Dominik Windisch und Hofer kam mit einer Strafrunde und dreizehn Nachladern 1,5 Sekunden vor der Ukraine mit nur drei Nachladern ins Ziel. Norwegen wurde mit neun Nachladern und 9,1 Sekunden Rückstand Dritter.

Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Erster Sieg in gemischter Staffel und Kristallkugel

Für die italienische Mannschaft, die zuletzt bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang in dieser Disziplin Bronze gewonnen hatte, war es der erste Sieg in der gemischten Staffel. Mit dem Sieg hatten sie auch genug Punkte gesammelt, um die Kristallkugel in der gemischten Staffel für die Saison zu gewinnen, ihre erste Staffel-Kristallkugel überhaupt. Schon bei den Winterspielen vor vier Jahren in Sochi hatten sie Bronze gewonnen. Bei der Saisoneröffnung in Östersund war Italien hinter Norwegen Zweiter geworden.

Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti
Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Russland, den ganzen Abend lang mit guten Podestchancen, wurde mit sieben Nachladern und 16,9 Sekunden Rückstand Vierter. Frankreich wurde mit zwei Strafrunden und sechs Nachladern sowie 1:02,2 Rückstand Fünfter, während sich Schweden mit einer Strafrunde, dreizehn Nachladern und 1:28,3 Rückstand Platz sechs sicherte.

Schnee und Wind am Abend; Slowakei führt

Nach der einfachen gemischten Staffel am späten Nachmittag wurde nun am Abend und wieder bei typischeren Bedingungen für Kontiolahti gestartet: 23 Teams gingen bei leichtem Schneefall, -4° C und natürlich dem üblichen Wind am Schießstand auf die Strecke. An diesem windigen Abend schafften es nur zwei Teams ohne Nachlader über die erste Runde: Anastasiya Merkushyna führte nach dem Stehendanschlag für die Ukraine und Monika Hojnisz lag für Polen auf Rang sieben. Deutschland fiel nach einer Strafrunde im Stehendanschlag auf Rang siebzehn zurück. Beim Wechsel führte dann jedoch die Slowakei vor Frankreich, Russland und Weißrussland, alle innerhalb von 3,6 Sekunden

Russland zieht an

 Zum Liegendschießen der zweiten Läuferinnen führte Anais Bescond das Feld an, brauchte einen Nachlader und nahm die Führung mit aus dem Schießstand. Lisa Vittozzi brachte Italien nach vorn, indem sie auch mit einem Nachlader durchkam und 3,6 Sekunden Rückstand hinter Bescond auf die Strecke ging. Weitere fünf Sekunden hinter ihr lag Russland. Die beiden Führenden kamen zum Stehendschießen, schossen parallel und mussten beide in die Strafrunde Damit konnte Daria Virolaynen für Russland als Führende zum Wechsel laufen, eine Haaresbreite vor Ivona Fialkova für die Slowakei und der Ukrainerin Vita Semerenko. Italien lag jetzt auf vier, Norwegen auf fünf und Frankreich auf sieben.

Vierergruppe macht es unter sich aus

Die jüngere Fialkova-Schwester übergab als Führende an Simon Bartko, Dmitry Malyshko und der Ukrainer Artem Pryma folgten ihr auf dem Fuße und weniger als sieben Sekunden später kamen auch schon Henrik L‘Abee Lund und Dominik Windisch zum Wechsel. Die Gruppe schob sich vor dem harten Anstieg kurz vor dem Liegendschießen zusammen. Dort änderte sich alles, als Malyshko schnell und fehlerfreie durchkam und vor Pryma loslief, gefolgt von L‘Abee Lund und Windisch ein Stück weiter hinten. Bartko ging in die Runde und fiel zurück. Wie im Liegendschießen änderte sich auch im Stehendschießen wieder alles, da Pryma und der Norweger schnell fehlerfrei durchkamen, gefolgt von Windisch und von Malyshko, der alle drei Nachlader brauchte und auf vier zurückfiel. Vor dem Anstieg und dem Wechsel hatte sich die Gruppe nach einer harten Aufholjagd durch den Russen wieder zusammengeschoben.

Letzter Wechsel: Italien führt

Der olympische Bronzemedaillengewinner im Sprint Windisch konnte am Anstieg noch einen kleinen Vorsprung herausarbeiten und übergab als Führender an Lukas Hofer, gefolgt von L‘Abee Lund, der an Tarjei übergab, sowie Tsvetkov und Pidruchnyi. Hofer ließ Tarjei auf den nächsten 2,5 km die Führungsarbeit machen. Im Liegen schossen sie auf den Bahnen 1 und 2. Tsvetkov kam als Erster schnell und fehlerfrei durch, aber auch die anderen zogen mit: Die Vierergruppe verließ das Stadion innerhalb von 5 Sekunden.

Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Vierkampf um das Podest; Hofer zieht davon

Beim letzten Stehendschießen änderte sich wenig. Die Gruppe lief gemächlich zum entscheidenden letzten Schießen. Der Ukrainer auf Bahn 1 kam mit sechs Schüssen durch und ging 5,5 Sekunden vor der Konkurrenz auf die Strecke, die aber ebenso gut schoss. Die Jagd auf die Podestplätze war eröffnet, und die drei Verfolger holten mit jedem Meter auf den Ukrainer auf. Hofer griff an und schoss am Fuße des Anstiegs an ihm vorbei. Oben angekommen führte er mit gerade einmal 0,8 Sekunden Vorsprung. Er schaute sich auf den letzten 500 Metern immer wieder um, konnte dann aber im Ziel siegreich den Skistock gen Himmel recken. Pidruchnyi lief als nächster über die Ziellinie, dann Tarjei.  Wierer war zuversichtlich gewesen, dass Hofer den Sieg holen würde. „Ich war mir ganz sicher, dass Luki das schafft, weil er bestens in Form ist!“

Jede Sekunde für Windisch

Windisch verausgabte sich völlig, hatte aber auch vollstes Vertrauen in Hofer. „Ich bin mit sehr zufrieden. Auf der Sekunde habe ich versucht, für Lukas jede Sekunde herauszuholen; ich habe wirklich alles gegeben... Am letzten Anstieg habe ich auf seinen (Hofers) Angriff nur gewartet, weil ich weiß, dass er echt stark ist. Als er angegriffen hatte, war ich mir sicher, dass er das auch ins Ziel bringt.“

Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Hofer im Selbstgespräch

Hofer motivierte sich selbst vor der letzten Runde und dem Sieg. „Nach dem Stehendschießen habe ich zu mir gesagt, ‚das kannst du heute nicht verlieren‘ und habe versucht, so bald wie möglich aufzuschließen. Am Fuß des Anstiegs bin ich dann losgesprintet. Es war hart, aber ich bin froh, dass wir gewonnen haben.“

Lukas Hofer trägt Italien zum Mixed-Sieg in Kontiolahti

Merkushyna ergriffen auf Platz zwei
Merkushyna war begeistert und fast völlig sprachlos; sie strahlte über beide Ohren. „Ich bin ganz ergriffen, für mich ist das etwas ganz Großes (auf dem Podest zu stehen). Ich habe in diesem Jahr keine Medaillen gewonnen, also bin ich sehr glücklich.“

Top