Norwegen gewinnt Herrenstaffel in Ruhpolding

  Norwegen gewinnt Herrenstaffel in Ruhpolding

Heute Nachmittag gewann das norwegische Team aus Lars Helge Birkeland, Tarjei Boe, Emil Hegle Svendsen und Johannes Thingnes Boe die Herrenstaffel in Ruhpolding mit sieben Nachladern in 1:13:11,1. Es war der achte Sieg der Norweger in den letzten elf Staffelrennen hier. Frankreich wurde mit sechs Nachladern und 24,9 Sekunden Rückstand Zweiter, während sich Russlands letzter Starter noch auf Platz drei mit vier Nachladern und 53,4 Sekunden Rückstand vorarbeiten konnte.

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Heimmannschaft Deutschland wurde mit zehn Nachladern und 1:26,5 Rückstand Vierter, während Österreich und Schweden sich mit 1:39,8 und 1:50,6 Rückstand die Plätze fünf und sechs sicherten. Beide Teams brauchten sechs Nachlader.

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Perfekte Bedingungen; gutes Schießen bei Startläufern

Verglichen mit den extrem schlechten Bedingungen bei der Staffel am letzten Sonntag in Oberhof war heute einfach alles perfekt: Sonnenschein, blauer Himmel, kein Wind am Schießstand und das Stadion gepackt voll mit jubelnden Fans. Bei diesen hervorragenden Bedingungen war es für die Startläufer ein enges Rennen mit wenigen Nachladern und Strafrunden bei nur drei Teams. Nach dem Stehendschießen lagen immer noch siebzehn Teams innerhalb von 20 Sekunden beieinander, angeführt von Norwegen und dem Deutschen Erik Lesser 0,1 Sekunden dahinter. Beim ersten Wechsel hatten die beiden an der Spitze die Plätze getauscht, lagen aber immer noch nur einen Wimpernschlag auseinander und gingen mit der Slowakei und den USA wieder auf die Strecke.

Aufholjagd für Tarjei

Tarjei, der für Norwegen heute als zweiter Läufer antrat, zog auf der ersten Runde das Tempo an und legte sich gleich auf Bahn eins auf die Matte, brauchte dann aber drei Nachlader. Lukas Hofer hatte inzwischen mit besonnenem Schießen die Führung übernommen. Thomas Hasilla aus der Slowakei und Doll folgten auf dem Fuße; Tarjei lag 20 Sekunden zurück. Die Karten wurden neu gemischt, als Hofer zwei Nachlader brauchte, während Simon Eder und Tarjei gewohnt schnell und fehlerfrei alle Scheiben umlegten. Diese Dreiergruppe lag etwa 10 Sekunden vor dem Feld und kam zusammen zum zweiten Wechsel.

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Fourcade und Windisch vorn

Hofer pflügte ins Stadion und übergab auf eins an Dominik Windisch, Tarjei an Svendsen und Eder an Daniel Mesotitsch. Die Slowakei, Deutschland und Russland lagen 27 Sekunden zurück, während Martin Fourcade als Siebter mit 41,4 Sekunden Rückstand auf seine Runde ging. Svendsen und Windisch trafen parallel alles, Mesotisch brauchte zwei Nachlader. Fourcade lieb ebenfalls ohne Fehler und kämpfte sich bis auf Rang vier mit nur noch 25 Sekunden Rückstand vor. Svendsen traf im Stehen mühelos alles, doch schoss Fourcade aggressiv und konnte auf Platz zwei mit nur 7,8 Sekunden Rückstand knapp vor Windisch aufrücken. Russland lag nun schon auf Rang vier, aber 32 Sekunden zurück. Fourcade und Windisch flogen praktisch über die letzte Runde und zogen an Svendsen vorbei. Svendsen war nicht überrascht, als Fourcade neben ihm auftauchte. „Kaum überraschend, er ist in grandioser Form und war auf Aufholjagd. Es war nicht schön, ihn da zu entdecken, aber ich habe es geschafft, bis zum Wechsel an ihm dranzubleiben, damit bin ich also zufrieden.“

Johannes macht den Sack zu

Fourcade übergab in Führung an Guigonnat, Thierry Chenal ging als Zweiter auf die Strecke und Johannes auf Rang drei. Simon Schempp für Deutschland und Anton Shipulin für Russland lagen 48,1 und 1:08,3 zurück. Johannes setzte sich sofort von den anderen beiden ab und kam mit großem Vorsprung zum Liegendschießen. Die 5 Scheiben traf er problemlos und baute seine Führung auf 26 Sekunden aus, nachdem seine Rivalen Nachlader gebraucht hatten, um die Plätze zwei und drei abzusichern. Shipulin rutschte vor auf Rang vier, allerdings mit 1:12 Rückstand und immer noch über dreißig Sekunden Abstand zu den Podestplätzen. Johannes brauchte zwei Nachlader, konnte den Sieg aber mit 17 Sekunden Vorsprung vor seinem französischen Rivalen absichern. Während Italien und Deutschland zu kämpfen hatten, zog Shipulin mit einem Nachlader vorbei und die Podestplätze waren vergeben.

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Johannes, Fahne und Siegesserie

Johannes war sich seiner Sache sicher. „Ich hatte eine gute Ausgangsposition. Ich wusste, dass ich auf dem Papier stärker bin als die anderen, also habe ich versucht, mich vor dem ersten Schießen abzusetzen. Vieles ist heute gut gelaufen, aber ich muss zugeben, dass dieses Stehendschießen mein schlechtestes in diesem Jahr war (zwei Fehler und zwei Randtreffer). Er fügte hinzu: „Ich glaube, das war mein erster Zieleinlauf mit Fahne, das war also ein gutes Gefühl!“

Tarjei fügte zur norwegischen Siegesserie hinzu: „Es sind so viele Norweger hier, dass es sich wie ein Heimrennen anfühlt. Ich glaube, die Deutschen müssen mal einen Zahn zulegen!

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Test für Frankreich

Fourcade gab zu, dass sein Wechsel auf Startplatz drei ein Test gewesen war. „Es war eine Mannschaftsentscheidung. In diesem Winter kann noch viel passieren, ich könnte auch krank werden, also wollten wir mal sehen, was er (als Schlussläufer) drauf hat. Antonin hat seine Sache gut gemacht, war aber heute nicht in Topform. Wir sind sehr zufrieden, dass wir mithalten konnten.“

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