Schweden räumt ab: Newcomer-Preise an Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson

Schweden räumt ab: Newcomer-Preise an Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson

In der letzten Woche sicherten sich die Schweden in Oslo zwei prestigeträchtige Auszeichnungen, als Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson die Preise für die besten Nachwuchssportler des Jahres abräumten. Diese Preise werden an die Neueinsteiger mit der besten Platzierung in der Weltcup-Gesamtwertung überreicht, in der sich Öberg auf Rang 43 und Samuelsson auf Rang 47 behaupten konnten.

Schweden räumt ab: Newcomer-Preise an Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson

Schweden auf dem Vormarsch

Der Erfolg dieser beiden Nachwuchstalente ist bezeichnend für den Aufstieg dieser überwiegend jungen schwedischen Mannschaft, in der Fredrik Lindström der einzige echte Weltcup-Veteran ist. Vor einigen Jahren landete die schwedische Damenmannschaft auf Platz 14 in der Nationenwertung, in der Saison schaffte sie es auf Platz 8. In der Saison 2015-16 war ihre beste Staffelplatzierung ein 6. Platz, in diesem Jahr ein 4. Platz in Pyeongchang! Die Herren lagen vor einigen Jahren auf Rang 15 der Nationenwertung, in diesem Jahr schon auf Platz 12. In der Staffel war ihre Bestplatzierung aus dem Vorjahr ein siebter, in diesem Jahr ein sechster Platz. Die Mannschaft hat insgesamt aufgeholt und schaffte es auf 11 Top-10-Ergebnisse in diesem Jahr - in der letzten Saison waren es gerade einmal drei.

Schweden räumt ab: Newcomer-Preise an Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson

Erster Weltcup-Sprint: Fehlerfrei geschossen

Samuelsson, der eigentlich noch ein Junior ist und in der nächsten Woche erst 20 wird, wurde 6. im Sprint und 5. in der Verfolgung der IBU JJWM 2016. In diesem Jahr schaffte er es unter der Anleitung von Trainer Wolfgang Pichler auf vier Top-20-Ergebnisse in den hart umkämpften Weltcuprennen der Herren. Er begann die Saison zuhause im Sprint von Östersund, bliebt fehlerfrei und landete auf dem 19. Platz! Das war für ihn eines von vielen Highlights. „Es war wirklich cool, in meinem allerersten Weltcuprennen fehlerfrei zu schließen, vor allem weil es zuhause in Schweden war.“ Einige Wochen später qualifizierte er sich für seinen ersten Massenstart im Weltcup von Nove Mesto na Morave mit einer Bestplatzierung auf Rang 13 im Sprint und Rang 18 in der Verfolgung, ein Highlight in dieser Saison. „Meine Resultate und die Atmosphäre in Nove Mesto waren unglaublich!“

Pichlers Training

Solche Resultate basieren für ihn klar auf der harten Arbeit mit Pichler. „Ich sehe mich selbst immer noch einfach als einen guten Junioren, aber seitdem ich im letzten Jahr angefangen habe, bei Wolfgang Pichler zu trainieren, habe ich mein Training deutlich verbessert, sowohl vom Volumen als auch von der Intensität her. Es ist schön zu sehen, dass sich die ganze harte Arbeit lohnt!“

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Motivation: Olympische Winterspiele

Obwohl er noch ein Junior ist, hat Samuelsson große und doch realistische Ziele. „Ich bin sehr motiviert, in diesem Jahr gut zu trainieren. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr noch stärker zurückkehren kann, und das wird ein tolles Jahr, in dem die Winterspiele natürlich das Hauptziel sind.“

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Öberg: Vielversprechend und erwartungsvoll

Wenn Samuelssons Saison fantastisch war, dann war Öbergs fantastisch plus. Sie stieß als vielversprechende Kandidatin voller Erwartungen zu den Seniorinnen dazu. Die 21-Jährige aus Östersund gewann das Doppel aus Sprint/Verfolgung bei der IBU JJWM 2016, blieb in beiden Rennen ohne Fehler und sicherte dem Staffelteam dann als Schlussläuferin Silber.

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„Bei den Großen mitspielen“

Öberg gab zu, dass der Aufstieg vom erfolgreichen Junior- in den Weltcup leichter gewesen war, als so mancher es sich vielleicht vorgestellt hatte. „Der Wechsel von den Juniorinnen zu den Seniorinnen verlief für mich ziemlich reibungslos. Im Biathlon ist man recht lange Junior und ich hatte mich schon darauf gefreut, endlich bei den Großen mitspielen zu dürfen!“

„Mitgespielt“ hat Öberg definitiv. Wie ihr Mannschaftskamerad trat sie an und rollte das Feld in ihrem Weltcup-Debüt von vorn auf. Nach einem soliden 6. Platz und der kleinen Siegerehrung in der gemischten Staffel wurde sie 8. im 15 km Einzel der Damen. „Ich habe da gute Fortschritte gemacht (und Ergebnisse geliefert), das war so, wie ich mir das vorgestellt hatte.“

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**„Drei tolle Rennen“ in Ruhpolding

Und doch war dieser beachtliche Einstieg noch nicht das Highlight, denn das hob Öberg sich für das neue Jahr auf. Nachdem sie Oberhof ausgelassen hatte, zog der Weltcup weiter in die zweite Heimat der schwedischen Mannschaft, nach Ruhpolding. Öberg überraschte die Experten und viele Weltcup-Veteranen mit einer starken ersten Staffelrunde und nur einem Nachlader, dann einem spektakulären fehlerfreien 7. Platz im Sprint gleich hinter großen Namen wie Wierer, Dahlmeier, Koukalová und Mäkäräinen. Gerade einmal 24 Stunden später legte sie nach. Mit einer persönlichen Bestleistung auf Platz fünf in der Verfolgung schaffte es das aufstrebende schwedische Nachwuchstalent bis in die kleine Siegerehrung mit 16,3 Sekunden und nur einer Strafrunde Rückstand aufs Podest. Ihr Potential hatte sie ausgeschöpft, die Erwartungen mehr als erfüllt.

„Das Wochenende in Ruhpolding war mein Bestes. Da bin ich drei tolle Rennen gelaufen. Ich finde es gut, wie ich die Rennen angegangen bin, indem ich mich einfach darauf konzentriert habe, mein Bestes zu geben, ohne mich um die anderen ringsum zu scheren.“
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Nächstes Ziel

Insgesamt reichte all das für mehrere Platzierungen in den Top Ten, etwas, das manchen Weltcup-Veteranen in ihrer ganzen Karriere nicht gelingt, und für den IBU-Preis. „Dieser Preis bedeutet mir viel... Ich wusste, dass ich im letzten Jahr körperlich im Training einen Sprung gemacht hatte. Aber dass ich diese Saison mit drei Top-Ten-Ergebnissen beenden würde, hatte ich nicht erwartet.“
Jetzt hat das junge Talent sich ein neues Ziel gesteckt. „Mein Ziel für das nächste Jahr ist es, mich für die Olympischen Winterspiele zu qualifizieren. Das wäre fantastisch, wenn ich dabei sein könnte.“

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* In den Fußstapfen von Boe und Preuss*

Die IBU Newcomer des Jahres 2017 treten in große Fußstapfen, schaut man sich einmal die letzten Preisträger an: Johannes Thingnes Boe, Franziska Preuss, Tatiana Akimova und Anton Babikov. Der Erfolg dieser ehemaligen Newcomer verspricht eine spannende Zukunft für Schweden, Samuelsson und Öberg, die vielleicht einmal eine Kristallkugel gewinnen könnten. Samuelsson fasste zusammen, was dieser Preis für Öberg und ihn bedeutet. „Das ist ein Preis, der noch einmal zusätzlich motiviert und mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich denke, dass viele der vergangenen Preisträger später im Weltcup doch recht erfolgreich gewesen sind.“

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