„Schwedische Mannschaft: Auf Skirollern durch Frankreich... es geht nur bergauf!“ Video

 „Schwedische Mannschaft: Auf Skirollern durch Frankreich... es geht nur bergauf!“ Video

Ein Ausflug in die französischen Alpen klingt nach einem herrlichen Urlaubsplan für Juli. Es sei denn, man ist ein schwedischer Biathlet, denn dann kann Frankreich im Juli nur eins bedeuten: Ein Trainingslager in den Bergen.

Eine Woche Bergtraining
Genau da treffen wir die 13 schwedischen Biathleten, die am Dienstagmorgen gerade aus ihren Hütten in Correncon-en-Vercors bei Villard de Lans kommen. Nach einer langen Anreise klettern sie in die Mannschaftsbusse und nehmen den ersten Tag einer Bergtrainingswoche in Angriff, in der Skirollertouren, Rennradfahren und Schießübungen in nahegelegenen Heimstadion von Martin und Simon Fourcade sowie Marie Dorin Habert auf dem Plan stehen.

Perfekter Platz
Trainer Wolfgang Pichler ist schon früh aufgestanden, um den perfekten Platz für die geplante Trainingseinheit zu finden. „Siebenmal sechs Minuten für die Männer, sechsmal für die Frauen.“ Beim Einsteigen in die Busse drängt Pichler die Gruppe, die fürs Sommertraining angezogen ist: „Holt euch noch eine Jacke, da oben ist es kalt, vor allem wenn ihr fertig sein.“ Keiner scheint dem erfahrenen Trainer so recht zu glauben, aber als es los geht, haben alle eine Jacke dabei.

Hoch auf Skirollern, runter fahren

Nachdem sie 15 Minuten lang durch den tiefen Bergwald gefahren sind, werden die Busse für 20 Minuten Aufwärmen ausgeladen. Es herrscht ein wenig Verwirrung, und jemand fragt: „Wir sind jetzt 4 Kilometer bergauf gefahren, wo starten wir denn?“ Die Antwort ist einfach. „Wir warten weiter oben auf euch.“ Der nächste Halt ist eine breitere Stelle auf der praktisch einspurigen, verlassenen Straße. Anders als sonst wird der Plan erst erklärt, als die Gruppe ankommt. „Die Jungs zuerst, mit 10 Sekunden Abstand. Dann die Mädels. Wenn ihr oben seid, steigt schnell in den Bus und wir fahren wieder her. Wir wollen Erholungszeiten von unter 4 Minuten.“ Auf Skirollern hoch, runter fahren zur Erholung, das ist der geniale Plan.

Anstieg immer steiler
Im idyllischen und kühlen grünen Wald ist schon bald das Klackern der Skistöcke auf dem Asphalt, das Surren der Rollen und das schwere Atmen der Schweden zu hören. Auf den ersten hundert Metern ist es ein sanfter Anstieg, der nach und nach immer steiler wird. Hinter Bäumen und Kurven versteckt sich immer wieder die gleiche Überraschung: Es geht noch weiter bergauf. Die Männer erreichen die Busse zuerst. Pichler und Assistent Mattias Nilsson beobachten die Körpersprache: alle sind voll im Trainingsmodus, aber nicht ausgepowert.

Macht langsam
Nach dem dritten Intervall machen die Trainer einen schnellen Laktattest. Einige Werte sind etwas zu hoch. Der Trainer mahnt: „Macht ein bisschen langsamer.“ Doch bei jeder Bergrunde steht den Sportlern die Anstrengung mehr ins Gesicht geschrieben. Wie am Ende eines Wettkampf stützen sie sich nach Ablauf der sechs Minuten auf die Skistöcke und schnappen nach Luft.

Vollgas und ein Rekord

Bevor die Gruppe das letzte Intervall angeht, ist die Ansage deutlich: „Diesmal mit Vollgas.“ Keiner zögert; alle kämpfen sich mit aller Kraft die letzten Bergmeter hinauf. Diesmal liegen alle am Boden, vollkommen erledigt. Die Laktatwerte sind astronomisch hoch und Pichler sagt mit Blick auf einen Wert: „Ich glaube, du hast einen Rekord gebrochen.“ Nilsson und er grinsen, das erste harte Training ist gut gelaufen.

Die erste Trainingseinheit ist geschafft. Als nächstes steht ein Mittagessen auf dem Plan, dann werden die Leihräder geliefert, es ist Zeit für eine kurze Mittagsruhe und in drei Stunden stehen Laufen, Schießen und Krafttraining auf dem Programm.

In unserem Video haben wir ein paar Szenen vom Intervalltraining am Berg zusammengestellt.

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