Sprintgold bei IBU OEM für Irina Varvynets

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Irina Varvynets aus der Ukraine schoss tadellos, flog über die Strecken von Ridnaun und sicherte sich Gold im Damensprint der IBU OEM in 20:45,1. Die Siegerin des Einzels am Mittwoch, Chloe Chevalier aus Frankreich, musste einmal in die Strafrunde und gewann Silber, 12,5 Sekunden zurück. Die Japanerin Fuyuko Tachizaki schrieb Geschichte: Sie gewann Bronze – die erste internationale Medaille für Japan im Biathlonsport. Die 29-jährige Tachizaki hat bereits 201 Weltcupstarts auf dem Konto, blieb heute fehlerfrei und kam 15,5 Sekunden hinter der Siegerin ins Ziel.

Vierte wurde die Russin Viktoria Slivko mit einem tadellosen Schießen und einem Rückstand von 17,6 Sekunden. Karolin Horchler aus Deutschland wurde Fünfte. Sie blieb ebenfalls fehlerfrei und lag im Ziel 24,6 Sekunden zurück. Platz sechs ging an Anna Frolina aus Korea mit einer Strafrunde und einem Rückstand von 25,7 Sekunden.

Sprintgold bei IBU OEM für Irina Varvynets
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Windstill; Varvynets kontrolliert Feld

Im Damenrennen herrschten für die 110 Athletinnen ähnliche Bedingungen wie am Morgen bei den Herren: kein Wind, Wolken und Temperaturen um 4°C. Bei diesen perfekten Bedingungen führte der Weg zum Podium nur über das Schießen. Liegend ging Oberhofer früh in Führung und erfreute damit die italienischen Fans. After mehr als 40 Startern übernahm Varvynets die Kontrolle, indem sie alle fünf Scheiben abräumte. Horchler tat es ihr gleich, lag aber 7 Sekunden zurück. Plötzlich sah es aus wie französische Meisterschaften, als Julia Simon, Einzel-Goldmedaillengewinnerin Chloe Chevalier und Latuilliere sich an die Spitze setzten.

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Chance für Frankreich

*Als die ersten Athletinnen zum Stehendschießen kamen, musste Oberhofer einmal in die Strafrunde. Die frischgebackene Mutter flog zwar über den Schnee, konnte den Rückstand aber nicht mehr wettmachen und die Medaillen nicht mehr erreichen. Horchler blieb fehlerfrei und ging in Führung. Kurze Zeit später wurde sie aber schon von der schnellen und sauber schießenden Varvynets verdrängt, die die Deutsche um 20 Sekunden auf Rang zwei verwies. Dann lag es in der Hand der Französinnen, sich die Medaillen zu sichern. Simon schoss drei Fehler und musste ihre Träume begraben. Chevalier verfehlte eine Scheibe, doch dank ihrer phänomenalen Laufleistung schaffte sie es, Horchlers Zeit zu schlagen und sich Silber zu sichern. Sie lag im Ziel 11 Sekunden hinter der Ukrainerin. Latuilliere hatte bis dahin den Bronzeplatz belegt, wurde nun jedoch vom Podium gestoßen.
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Erste Meisterschaftsmedaille für Tachizaki und Japan

Die Medaillen schienen bereits vergeben, als Tachizaki liegend fehlerfrei blieb. Allerdings lag sie nur auf Platz 110. Mit einem tadellosen Stehendschießen machte sie einen Satz nach vorn und ging als Vierte auf die Schlussrunde, nur 0,1 Sekunden hinter der Drittplatzierten. Sie holte auf den letzten Kilometern alles aus sich heraus und schaffte es, Japans erste internationale Biathlonmedaille zu gewinnen. Zwar hat Japans bereits zwei Medaillen bei den Asienspielen erringen können, doch niemals außerhalb des Kontinents.

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Großer Moment: „Wir schaffen es“

Trainer Ubaldo Prucker sagte, nachdem er mit der schüchternen Tachizaki gesprochen hatte: „Bei unserem Treffen gestern Abend haben wir darüber gesprochen, wie wichtig das Schießen für die gesamte Mannschaft ist. Wir wollten den Athleten ein Wir-schaffen-das-Gefühl vermitteln. Nach dem Rennen sagte sie, dass sie sich auf ihr Schießen konzentriert hat (zwei fehlerfreie Anschlägen beweisen das) und schneller gelaufen ist als jemals zuvor. Sie sagte mir, dass die letzte Runde sehr emotional für sie war.“ Er fügte hinzu: „das ist ein großer Moment für unsere Mannschaft. Sie sind manchmal von den erfahrenen Teams eingeschüchtert, aber nun wissen wir, dass wir es schaffen können. Das der Test vor unserem ultimativen Ziel: den Olympischen Winterspielen. Die ganze Mannschaft arbeitet hart und beachtet das, was wir ihnen vermitteln. Sie brauchen nur das Selbstvertrauen, das solch ein Moment geben kann.“

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Mehr als ein fehlerfreies Schießen

Varvynets sagte, dass ihr fünfter Platz am Mittwoch keine allzu große Enttäuschung gewesen war: „Ich habe mich mehr über meine Laufleistung geärgert. Heute habe ich mich auf das Schießen konzentriert. Aber ich wusste, dass es mehr als zwei fehlerfreie Durchgänge brauchen würde, um zu gewinnen, bei all den schnellen Athletinnen.“

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Mehr als erwartet für Chevalier

Chevalier wusste, dass das Stehendschießen über Sieg und Niederlage entscheiden würde: „Ich habe den ersten Schuss daneben gesetzt. Ich war nervös. Aber zwei Medaillen sind mehr, als ich jemals erwartet habe.“

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