Start-Ziel-Sieg für Martin Fourcade im 20 km Einzel von Ruhpolding

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Martin Fourcade of France took the lead at the first prone stage and never ceded it in winning this afternoon’s men’s 20K individual at Ruhpolding, hitting 19-of-20 shots and crossing the finish line in 44:27.9. This was the Yellow Bib’s fourth consecutive win, dating back to the mass start in Le Grand Bornand. Ondřej Moravec of Czech Republic, shooting clean finished in a season-best second place, 1:01 back. Third went to Norway’s Johannes Thingnes Boe, with one penalty, 1:06.3 back.

Der Franzose Martin Fourcade ging heute Nachmittag im 20 km Einzel der Herren von Ruhpolding im ersten Liegendschießen in Führung, traf insgesamt 19 von 20 Scheiben und ließ sich die Führung bis ins Ziel mit seiner Zeit von 44:27,9 nicht mehr nehmen. Es war nach seinem Triumph im Massenstart von Le Grand Bornand der vierte Sieg in Folge für den Mann im gelben Trikot. Ondrej Moravec aus Tschechien schaffte mit fehlerfreiem Schießen eine Saisonbestleistung mit einem zweiten Platz und 1:01 Rückstand. Platz drei ging an den Norweger Johannes Thingnes Boe mit einem Fehler und 1:06,3 Rückstand.

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Der späte deutsche Starter Roman Rees wurde mit 20 Treffern und 1:19,1 Rückstand Vierter. Michal Krcmar blieb wie Mannschaftskamerad Moravec am Schießstand ohne Fehler, wurde aber mit 1:36,6 Rückstand Fünfter. Dem Österreicher Dominik Landertinger reichte es mit einem Fehler und 2:21,9 Rückstand für eine Saisonbestleistung auf Platz sechs.

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Sonnig und warm

*Der warme und klare Nachmittag bescherte den 107 Startern im Feld extrem schwierige Wettkampfbedingungen, wurde doch besonders auf den sonnigen Abschnitten die Strecke zunehmend weicher. Am Schießstand wehte ein leichter Wind, doch waren die Schießbedingungen wie erwartet insgesamt gut.
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Fourcade vorneweg

Fourcade stieg mit einer soliden, aber nicht besonders schnellen Leistung im Liegendanschlag ins Rennen ein und sicherte sich einen kleinen Vorsprung vor dem Schnellschützen Erik Lesser. Damit waren die Weichen für den Tag gestellt. Johannes hielt im Liegen bei langsameren Schießtempo als vor Weihnachten mit Fourcade mit. Im ersten Stehendschießen zog der Mann in Gelb das Tempo an und schloss erneut mühelos alle Scheiben. Der Norweger hatte im ersten Stehendanschlag weiter alles unter Kontrolle, schoss wieder etwas langsamer und hielt mit Fourcade mit. Damit hatte er einen Rückstand von 14,5 Sekunden auf Platz eins. Hinter diesen beiden lieferte Moravec eine solide Leistung ab, absolvierte zwei fehlerfreie Schießen mit konstantem Tempo und lag nun auf Platz drei, allerdings 40 Sekunden hinter dem Führenden. Obwohl im ersten Liegendschießen mehr als 50 Herren ohne Fehler blieben, war diese Gruppe nach dem Stehendschießen auf weniger als ein Dutzend zusammengeschrumpft.

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Drei Schießen, drei Herren

Fourcade, Johannes und Moravec lagen nach dem zweiten Liegendanschlag klar vorn. Fourcade schoss erneut besonnen und traf alle fünf Scheiben. Zurück auf der Strecke zog er dann aber das Tempo an und lief zügig und scheinbar mühelos die nächste Runde. Johannes konnte am Schießstand weiter mithalten, lag nun jedoch 37 Sekunden zurück. Moravec, der kurz vor den beiden schoss, blieb weiter sauber und lag weiter auf Rang drei.

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Ein Schießfehler; ein breites Lächeln

Im letzten Stehendschießen ging es um alles oder nichts. Der Führende schoss besonnen, ließ aber die letzte Scheibe stehen und verzog sichtlich frustriert das Gesicht. Nun war Johannes am Zug, doch blieb bei ihm die vierte Scheibe offen. Jetzt waren beide mit 19 von 20 Treffern unterwegs. „Mein letzter Schuss im Stehen war nicht so gut wie die anderen. Da muss ich herausfinden, was schiefgelaufen ist und wie ich das verbessern kann.“ Der Mann in Gelb lag allerdings weiter 29 Sekunden vorn und gab auf der letzten Runde noch mal ordentlich Gas. Er lief mit einem breiten Lächeln über die Ziellinie. Johannes‘ Fehler war die Chance für Moravec, der zuvor auch die letzten fünf Scheiben geschlossen hatte. Er ging als Zweiter auf die letzte Runde, und Johannes lag fast 20 Sekunden hinter dem tschechischen Star. Der flotte Norweger holte auf jedem Kilometer auf und lag 400 Meter vor dem Ziel nur 5 Sekunden zurück, konnte aber nicht mehr vorbeiziehen und wurde hinter Fourcade und Moravec Dritter.

Motivation schwer zu finden; vierzehn Podestplätze

Fourcade gab zu, dass heute ein harter Tag war. „Wir sind jetzt im Biathlon-Trott drin; es war schwer, heute ohne viel Erholung oder Training in dieser Woche die Motivation zu finden. Das war eine besondere Situation. Heute habe ich versucht, meinen Rekord von Podestplätzen in Folge zu schlagen; das war heute mein 14. Podestplatz in Folge und ich bin sehr stolz darauf. Auch mit meinem Rennen bin ich sehr zufrieden. Ich mag Ruhpolding wirklich sehr, und ich bin froh, dass ich meinen Erfolg hier fortsetzen konnte.“

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Kristallkugel für 20 km

Nach seinem Sieg liegt Fourcade mit Johannes in der Wertung für die Kristallkugel gleichauf. Er fügt hinzu: „Die 20 km sind eine Disziplin, die ich besonders mag. Man muss sich auf sich selbst konzentrieren und sein eigenes Rennen laufen. Stand heute liegen Johannes und ich für die Kristallkugel gleichauf; wir müssen also eine Sorgerechtslösung finden, oder vielleicht bekommen wir ja zwei von der IBU!“

Wichtiger Podestplatz

Moravec gab zu, dass das Rennen heute ihm viel bedeutet. „Für mich ist dieser Podestplatz sehr wichtig. Das erste Saisondrittel ist schlecht gelaufen; vor allem am Schießstand war ich nicht in Form. Ich habe auch im Sommer viel Training ausfallen lassen müssen, war also nicht optimal vorbereitet... Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich mich konzentrieren konnte und in diesem Rennen erfolgreich war.“

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Auf den Sieg gesetzt

Johannes wusste vor dem Stehendschießen, dass es nur eine Möglichkeit gab, das Rennen heute zu gewinnen. „Ich habe den Stadionsprecher gehört und wusste, dass Martin verfehlt hatte. Mir war klar, dass ich mit fehlerfreiem Schießen eine kleine Chance habe, ihn zu schlagen. Ich habe es versucht und verfehlt. Das war meine Taktik: Auf den Sieg zu setzen, nicht den Podestplatz zu sichern.“

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