Susan Dunklee: Biathletin und …. Imkerin

Susan Dunklee: Biathletin und …. Imkerin

Während der Saison konzentrieren sich die Biathleten einzig und allein auf ihren Sport, doch in den Sommermonaten haben sie endlich genug Zeit, sich ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Hobbys zu widmen. Die Silbermedaillengewinnerin im Massenstart bei der IBU WM 2017, Susan Dunklee, ist nach einer erfolgreichen Saison zurück nach Hause gereist, um ihre Familie zu besuchen und... ihre Bienen wiederzusehen.

Susan Dunklee: Biathletin und …. Imkerin

Wie alles begann

Während ihrer Collegezeit erforschte Dunklee in den Sommermonaten alpine Wildblumen an einer Umweltforschungsstation in Colorado.

„So wurde mein Interesse an Bestäubern geweckt, allerdings noch nicht an Honigbienen. Ein paar Jahre später, im April 2013, besuchte ich einen Freund in Kalifornien. Während meines Besuchs siedelte sich ein Bienenschwarm in einem Baum im Garten an. Ich habe dann einen „Bienenflüsterer“ aus der Nachbarschaft dabei beobachtet, wie er barfuß auf den Baum kletterte, nur in kurzer Hose und T-Shirt, und den Schwarm in einem Karton einfing. Das hat mich fasziniert.“

Diese Erfahrung ließ die US-amerikanische Biathletin und inspirierte sie zu ihrem neuen Hobby. Zurzeit hat sie zwei Bienenkörbe, die sie für ihren Skiverein betreut, das Craftsbury Outdoor Center. Sie erzählt über ihre Imkerroutine:

„Im Frühling und Herbst gibt es sehr viel zu tun – da geht es Imkern ähnlich wie Gärtnern. Meistens öffne ich die Körbe während des Sommers alle 10 Tage, um nachzuschauen und volle Honigwaben gegen neue auszutauschen, wenn nötig. Das kann schon ein paar Stunden dauern. Die Bienenkörbe sind mit einem Elektrozaun umgeben, um Schwarzbären fernzuhalten.“

In ihrem Skiverein hat Dunklee einen neuen Trend gesetzt. Sie hat einigen Mannschaftskollegen beigebracht, wie man mit den Bienenkörben umgeht. „Wir bauen gerade einen „Beobachtungskorb“ mit durchsichtigen Wänden. So können wir den Kindern aus der Gegend etwas über Bienen und Bestäubung beibringen.“

Der Schießstand ist wie ein Bienenkorb

Dunklees neues Hobby hat sich auch positiv auf ihre Leistungen im Biathlon ausgewirkt. Während der vergangenen Jahre hat sich die Amerikanerin von einer der langsamsten Schützinnen im Feld in eine Schnellschützin verwandelt. Sie meint dazu: „Ich habe immer langsam geschossen. Vor einigen Jahren habe ich bemerkt, dass das meine größte Schwäche als Biathletin war. Bei jeder Schießeinlage habe ich 10 oder sogar 15 Sekunden auf die Konkurrenz eingebüßt!“

Susan Dunklee: Biathletin und …. Imkerin

Während der letzten Sommer erstellte Dunklee zusammen mit ihren Trainern einen extra auf sie zugeschnittenen Schießtrainingsplan, um endlich eine Ebene zu erreich, auf der sich „schnell schießen normal anfühlt“. In dieser Zeit begann sie auch mit ihrem neuen Hobby, das bald einen positiven psychologischen Effekt auf ihr Training hatte.

„Einen Bienenkorb zu öffnen, erinnert mich an eine Schießeinlage während eines schwierigen Rennens. In beiden Situationen muss man inmitten des Chaos die Ruhe bewahren – egal ob tausende Bienen um einen herumschwirren oder 29 andere Athletinnen schneller man selbst ihre Scheiben zu Fall bringen. Beide Male ist es schwer, die Konzentration zu wahren, und ein kleiner Fehler kann sehr schmerzhafte Konsequenzen haben. Man muss vollkommen ruhig bleiben und sich auf die einzelnen Ablaufschritte konzentrieren. Angst führt zu Schießfehlern und Bienenstichen. Honigbienen können Angst spüren und das führt dazu, dass sie aggressiv werden.“

Susan Dunklee: Biathletin und …. Imkerin

Honig der Marke Dunklee

Als sie gefragt wird, ob die Biathlonfamilie sich bald auf Honig der Marke Dunklee freuen kann, lacht die frischgebackene Imkerin:

„Ich war noch nicht sehr erfolgreich im Honigernten. Ich arbeite noch daran, die Bienenkolonien am Leben zu erhalten.“

Top photo: Caitlin Patterson, other photos: Christian Manzoni, Evgeniy Tumashov

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