Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

Die Karriere der 37-jährigen Teja Gregorin begann mit ihrem Debut im IBU Cup (EM) am 30. November 2002. In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sie fünfmal auf dem Podest gestanden (viermal allein, einmal mit der gemischten Staffel) und dabei dreimal begehrtes Edelmetall ergattern können. Mit zwei IBU-Silbermedaillen und olympischem Bronze für die Verfolgung 2014 wären viele Athleten bereit, die Waffe an den Nagel zu hängen. Bei dieser ruhigen und doch entschlossenen Sportlerin ist es allerdings definitiv noch nicht so weit. Sie will eine weitere große Saison abliefern - und bei Gelegenheit gerne noch einmal die Medaillensammlung erweitern.

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

Fühle mich wie 27

Während viele der anderen bekannten Sportlerinnen wie Sandrine Bailly, Uschi Disl und Anna Bogaliy, gegen die sie zu Beginn ihrer Karriere angetreten ist, längst nicht mehr aktiv sind, trainiert die slowenische Veteranin weiter hart, denkt jung und hat große Träume. „Ich fühle mich wie 27, nicht 37! Ich mache mit dem Biathlon weiter, weil ich gerne draußen bin, gerne trainiere und die Rennen liebe! Es ist nicht schwer, so lange weiterzumachen, wenn man seinen Beruf liebt.“ Fragt man sie, ob sie auch das bisweilen sehr anspruchsvolle Training liebt, fügt sie lächelnd hinzu: „Ich trainiere wirklich gern, auch an den schlechten Tagen, warum denn nicht?“

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

Silber in Pyeongchang 2009

Ihre erste Medaille gewann Gregorin ausgerechnet in Pyeongchang, bei den IBU Weltmeisterschaften 2009: Silber im 15 km Einzel mit einem Fehler und 39 Sekunden Rückstand auf die Goldmedaillengewinnerin Kati Wilhelm, aber eben sieben Sekunden vor Tora Berger. Alle drei Damen schossen je einen Fehler. „Das war eine große Überraschung, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist, aber mein Psychologe war mit unserem Team dort und hat mir dabei geholfen, das zu erreichen; er hat an mich geglaubt. Ich nicht. Er sagte zu mir: ‚Du bist hierhergekommen, um Medaillen zu gewinnen.‘ Meine Antwort war nur - ‚Was?‘ Aber seine Zuversicht hat mir wirklich geholfen.

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

Gutes Zeichen

Dieser eine Erfolg ist ein wichtiger Grund dafür, dass sie noch im Biathlon aktiv ist und noch immer über Medaillen und gute Ergebnisse nachdenkt. „Das ist ganz sicher einer der Gründe, warum ich noch hier bin. Wenn man es einmal auf das Niveau geschafft hat, kann man nicht mehr aufhören.“ Sie plant, im nächsten Februar in Pyeongchang dabei zu sein und wertet die Medaille aus dem Jahr 2009 als gutes Zeichen. „Natürlich ist das ein gutes Zeichen. Ich habe gute Erinnerungen an diese Zeit... und ein paar schlechte. 2009 habe ich die Verfolgung verpasst, letztes Jahr auch, aber das ist in Ordnung.“

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

Perfektes Rennen bedeutet Medaillen

Die letzte Saison war bei Weitem nicht die Beste ihrer Karriere, und doch hat sie wieder einmal bewiesen, dass sie in einer Wettkampfsituation noch immer eine Medaillenkandidatin ist. Bei der IBU WM wurde sie im Massenstart Fünfte, gerade einmal 0,2 Sekunden hinter Gabriela Koukalová und 4,1 Sekunden hinter Kaisa Mäkäräinen mit Bronze. „Natürlich braucht man dafür ein perfektes Rennen und vielleicht auch ein bisschen Glück, um gegen diese Mädels eine Medaille zu gewinnen, aber ich weiß, dass es möglich ist. Das Highlight meiner Karriere war bislang diese Medaille in Sochi, aber ich hoffe, dass es noch mal für eine Medaille reicht - vielleicht in diesem Jahr!“

Nudeln, Barcelona und Michael Jackson

Nach einem weiteren Trainingstag auf der #roadtopyeongchang beantwortete die dreifache Olympionikin ein paar kurze Fragen, die mal nicht mit Medaillen zu tun hatten.

BW: Was ist dein Lieblingsessen?

TG: Nudeln mit Gemüse und Soße, aber ich bin keine Vegetarierin.

BW: Lieber ein Buch lesen oder einen Film schauen?
TG: Ein Buch lesen. Mein Lieblingsbuch ist „Der Alchimist“; aus dieser Geschichte habe ich für mich viel mitnehmen können.

BW: Berge oder Strand?
TG: Berge.

BW: Was ist dein liebster Urlaubsort?
TG: Barcelona, dort war ich in diesem Jahr. Die Stadt ist groß, aber nicht zu groß, und es gibt viel zu sehen. Ich habe das Fußballstadion Camp Nou besichtigt und würde dort gerne mal ein Fußballspiel sehen. Mir gefällt auch dieser Lebensstil mit den langen, entspannten Abenden.

 BW: Was für Musik hörst du gern?
 TG: Alles Mögliche, aber ich höre nie vor einem Rennen Musik, und im Training nur beim Langlauf oder im Kraftraum.

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

BW: Was für Musik hörst du gern?
TG: Alles Mögliche, aber ich höre nie vor einem Rennen Musik, und im Training nur beim Langlauf oder im Kraftraum.

BW: Was ist die beste Methode, sich während der Saison zu entspannen?
TG: Ich spiele mit meinen drei Hunden. Einer ist schon 14, die anderen zwei sind noch jung, 4 Jahre alt.

BW: Kaffee oder Tee?
TG: Kaffee im Sommer, aber im Winter lieber Tee. Wenn ich da Kaffee trinke, fange ich an zu zittern.

Teja Gregorin, 37: Liebt ihren Beruf und denkt noch an Medaillen

*BW: Wie würdest Du Dich mit maximal 10 Worten beschreiben?
TG: Emotional, beharrlich, mutig, stur, ehrlich und immer hilfsbereit.     *

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