Valj Semerenko: Eine Biathletin, die gern andere beschenkt

Valj Semerenko: Eine Biathletin, die gern andere beschenkt

Wie viele andere Sportarten auch erfordert Biathlon nicht nur physische, sondern auch emotionale Anstrengungen. Viele Athleten geben zu, dass man nur gute Ergebnisse erzielen kann, wenn man einerseits hart arbeitet und sich andererseits die Ruhe und Zeit gönnt, um sich noch auf ein Hobby neben dem Sport zu konzentrieren. Dabei hat jeder sein eigenes Patentrezept, um sich zu entspannen, sich zu zerstreuen und seine Gedanken in die richtigen Bahnen zu lenken. Manche lesen gern, andere plaudern mit Freunden, schreiben Bücher… Die Ukrainerinnen allerdings haben sich ein ausgefallenes Hobby zugelegt: Handarbeit.

Valj Semerenko: Eine Biathletin, die gern andere beschenkt

Alles

vergessen

Eine Biathletin, die ihre Freizeit gern mit einer Nadel in der Hand verbringt, ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin Valj Semerenko. Ihre Leidenschaft gilt der Kunststickerei: Seit acht Jahren verziert sie in ihrer Freizeit am liebsten Bilder mit Perlen. Dieses Hobby macht ihr nicht nur Spaß, sondern ist gleichzeitig eine wunderbare Ablenkung vom Biathlonalltag, vor allem nach einem harten Training oder einem nicht so gut gelaufenen Rennen. „Ich liebe es! Wenn ich mit dem Sticken beginne, vergesse ich alles um mich herum und konzentriere mich nur aus das Bild.“ Semerenko sagt, dass sie Handarbeit schon immer gemocht hat. „Bevor ich mit dem Sticken begann, habe ich gestrickt. Das mache ich immer noch von Zeit zu Zeit, aber nicht allzu oft. Ich sticke lieber. Und obwohl das Sticken viel Konzentration und Durchhaltevermögen erfordert, hilft es mir dabei, mich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.“

Valj Semerenko: Eine Biathletin, die gern andere beschenkt

Sisyphosarbeit zur Beruhigung

Ihre wunderschönen Nadelarbeiten sehen aus, als erforderten sie viel mühselige Arbeit, doch laut Semerenko ist das nicht wahr: „Das scheint nur so. Man mag meinen, dass Sticken schwierig und zeitaufwendig ist, aber eigentlich ist es gar nicht so schwierig. Man kann alles besticken, selbst ein Foto. Meistens habe ich eine Vorlage, bei der jede Zelle eine bestimmte Farbe zeigt. Das hilft mir dabei, die Perlen auszusuchen.“ Die Ukrainerin gibt zu, dass sie am Anfang mehr Zeit und Mühe auf das Sticken verwenden musste und der erste Versuch oftmals schiefging. „Es ist mir passiert, dass ich die falsche Farbe genommen habe und dann musste ich alles wieder auftrennen. Aber mit der Zeit versteht man die einzelnen Aspekte dieses Kunsthandwerks und fängt an, es zu genießen. Am meisten mag ich den Moment, wenn ich ein Projekt abschließe und die Arbeit geschafft ist.“ Um ein Bild fertigzustellen, braucht sie ungefähr zwei bis drei Wochen – je nach Lust und Stimmungslage.

Das größte Bild

Am liebsten stickt Semerenko am Abend oder an freien Tagen. Daher hat sie auch immer einen Beutel mit Perlenschachteln in ihrem Koffer dabei. Über die Jahre hat sie schon so viele Bilder bestickt, dass sie ein kleines Museum damit füllen könnte. Und es gibt noch einen weiteren Grund, warum sie ihr Hobby so mag: „Ich liebe es, andere zu beschenken. Deshalb verschenke ich alle meine Bilder!“ Und zwar nicht nur an Familienmitglieder und Freunde, sondern auch an ihre Fans. Semerenko gibt zu, dass es unter all ihren Arbeiten eine gibt, die es ihr ganz besonders angetan hat. „Es ist das größte Bild und hat mich am meisten Zeit gekostet. Ich habe ein Jahr daran gesessen und 5 Kilo Perlen verstickt! Von all meinen Arbeiten ist das die einzige, die ich behalten und in meinem Haus aufgehängt habe.“

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