5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen

5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen

Am Ende der Saison 2019/2020 verabschiedeten sich Martin Fourcade und Kaisa Makarainen, zwei der Größen des Biathlons, von ihrer sportlichen Karriere. Dorothea Wierer und JT Boe gewannen ihren zweiten Weltcup-Gesamtscore-Titel in Folge und Emilien Jacquelin festigte seinen Status als Durchbruchssportler des Jahres. Norwegen setzte sich in den Staffeln durch, während über die größten Namen und die Beständigkeit hinaus eine beträchtliche Tiefe gezeigt wurde, die immer den größten Ruhm brachte.

5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen
  • JT Boe gegen Martin Fourcade – zum letzten Mal

Nun, da Martin Fourcade seinen Rückzug angekündigt hat, wissen wir, dass auch im Hinblick auf eine der größten Rivalitäten der Biathlongeschichte die letzte Saison gelaufen ist. Der Star aus Frankreich und sein um fünf Jahre jüngerer Kontrahent JT Boe haben sich immer wieder gegenseitig zu Spitzenleistungen gepusht. Obgleich sie sich in Stil und Persönlichkeit völlig unterscheiden, haben beide den inneren Drang, im Biathlon stets die Besten zu sein. Fourcades Aussagen zufolge war der Kampf, den die beiden 2017/2018 in der Olympischen Saison um den Gesamtsieg des BMW IBU-Weltcup (seinen siebten in Folge) austrugen, der schönste seiner Karriere. Diese Saison nutzte er im 2. Trimester JTs zweiwöchige Elternzeit voll aus und trug in allen vier Wettbewerben den Sieg davon. Während Boe im 1. Trimester fünf Siege errang, gab es bei der IBU-Weltmeisterschaft und bis zum Ende der Saison einen Kampf um jeden Punkt, bis der Norweger schließlich mit nur zwei Punkten Unterschied den zweiten Gesamtsieg in Folge holte. In dieser Saison ging der Titel in 17 von 21 Wettbewerben an einen der beiden (JT holte 10, Fourcade 7); im BMW IBU-Weltcup kommen die beiden zusammengerechnet af 126 Siege (Fourcade hat 79, JT 47).

5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen
  • Wierers beständige Leistung brachte ihr zweiten Gesamtsieg

Da es vor Saisonbeginn mindestens fünf Anwärterinnen auf den Gesamtsieg der Damen im BMW IBU-Weltcup gab, war der Kampf um den Titel entsprechend spektakulär. Den Saisionauftakt dominierte zunächst Dorothea Wierer. In Hochfilzen kam aber Tiril Eckhoff so richtig in Schwung, als sie ihren ersten 20-von-20-Sieg ihrer Karriere davontrug – ein Zustand, der in den Wettkämpfen in Annecy-Le Grand Bornand und teilweise auch noch in Oberhof und Ruhpolding anhielt, bis er in Antholz abrupt zum Erliegen kam – genau zu dem Zeitpunkt, als Wierer wieder zu Höchstform auflief. Eckhoff gewann im Laufe der Saison sieben Wettbewerbe – während es bei Wierer vier waren – ihre Leistung war aber im Endeffekt zu unbeständig, sodass es zu Saisonschluss nicht für die gelbe Startnummer reichte. Außerdem hatte Wierer sieben Punkte mehr auf dem Konto, was von einem unerbittlichen Kampfgeist um jeden Punkt und einer weniger unbeständigen Leistung zeugt.

5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen
  • Jacquelin – ein frischgebackener Superstar

Ganz wie sein Idol und Biathlonlehrer Martin Fourcade nutzte auch Emilien Jacquelin im vergangenen Sommer die Gelegenheit, vieles zu überdenken und sich in einer starken französischen Mannschaft neu zu positionieren. Er wollte eben nicht mehr nur der nette Junge sein, sondern ein netter Junge, der es sich zutraut, es mit allen aufzunehmen – selbst mit Fourcade, mit anderen Teamkollegen und mit JT Boe. Sein Talent und sein Selbstvertrauen zahlten sich dann im Verfolgungswettkampf der IBU-Weltmeisterschaft in Antholz-Anterselva voll aus, wo er auf den letzten Metern JT überlisten und Gold holen konnte. „Ich weiß jetzt, dass ich bei jedem einzelnen Wettkampf aufs Podest gehöre, wenn ich alles richtig mache. Nicht, dass das immer so einfach ist“, sagte Jacquelin zu Saisonende, der übrigens auch in der Verfolgung die kleine Kristallkugel gewann. Nun, da Fourcade nicht mehr dabei ist, werden er und Quentin Fillon Maillet in der nächsten Saison und auch danach JT Boe wohl gehörig einheizen.

5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen
  • Norweger (wieder) die Besten in der Staffel

In Sachen Staffel hatte Norwegen in dieser Saison durchweg die Nase vorne. In NMNM lieferten die Damen auch ohne ihre fantastische Schlussläuferin Marte Olsbu Roeiseland, die krankheitsbedingt zu Hause in Norwegen bleiben musste, einen unschlagbaren Wettkampf. Um den Sieg zu sichern, wechselte das Team ein neues Mitglied ein, und zwar die 22-jährige Ida Lien. Ähnlich wie die Damen brachten die norwegischen Herren, bei denen Tarjei Boe stets eine entscheidende Rolle spielte, die Staffelsaison mit einem überwältigenden Sieg zu Ende. Die Saison brachte ihnen Siege in 4 der 6 Staffeln ein, wobei die letzte von besonderer Bedeutung war: Um sich die Kristallkugel in der Herrenstaffel zu sichern, mussten sie den neuen französischen Weltmeister schlagen. Wenn wir die norwegischen Erfolge der Gemischten und der Einfachen Gemischten Staffel in dieser Saison betrachten, wird eines klar: Am besten schnitten in der Staffel die Norweger ab.

5 Dinge, die wir aus der Saison 2019/2020 mitnehmen
  • Zwei (drei) Nationen waren dominant, aber der Weltbiathlon besitzt Tiefgang

Während bei den Herren Norwegen und Frankreich den BMW IBU-Weltcup dominierten, indem sie 19 von 21 Einzelwettbewerben und alle Staffeln gewannen und beide Nationen in der Gesamtwertung 4 Athleten unter den Top 10 hatten, kamen die Damen, die am Ende der Saison in den Top 10 landeten, aus fünf Nationen. In der Wertung des Nationencup wurden die deutschen Herren Dritte und die deutschen Damen Zweite. Insgesamt gewannen Herren aus 27 Nationen und Damen aus 26 Nationen Weltcup-Punkte. Bei den IBU-Weltmeisterschaften in Antholz gewannen 10 Nationen Medaillen. Estland holte erstmals einen Podestplatz in der Einfachen Gemischten Staffel, die Schweizer Damenstaffel den allerersten Podestplatz (später folgten weitere) und auch die beiden kanadischen Staffeln sorgten im Laufe der Saison einige Male für Überraschungen. Das US-amerikanische Team gewann in Antholz eine Medaille, wodurch sie aufs Neue zeigen konnten, dass ihre Athleten genau wissen, wie man beim größten Ereignis der Saison zuschlägt. Währenddessen machte auch das junge chinesische Team durch ihre unerbittliche Arbeitsmoral große Fortschritte.

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