Abschied vom Biathlon: Nicht nur Martin und Kaisa (Teil 2)

Abschied vom Biathlon: Nicht nur Martin und Kaisa (Teil 2)

Biathlon besteht nicht nur aus den Superstars wie Martin Fourcade und Kaisa Mäkäräinen. Neben ihnen gibt es viele Athletinnen und Athleten, die diesem Sport viele Jahre ihres Lebens widmen, große persönliche Ziele erreichen, und sich dann neuen Dingen zuwenden. Auch diesen Athletinnen und Athleten, die sich in diesem Frühjahr aus dem aktiven Sport zurückziehen, wünschen wir viel Glück und alles Gute.

Abschied vom Biathlon: Nicht nur Martin und Kaisa (Teil 2)

Celia Aymonier
Celia Aymonier aus Frankreich kam zum Biathlon, nachdem sie mehrere Saisons im Skilanglauf absolviert hatte, darunter auch die Winterspiele 2014 in Sochi. Auch wenn ihre Biathlon-Karriere recht kurz war, etablierte sich Aymonier nach nur einem IBU Cup 2015 als feste Größe in der französischen Mannschaft. In ihren fünf Saisons gewann sie IBU WM-Bronze mit der Staffel und stand mit der französischen Frauenstaffel neunmal auf dem Podest. Ein Höhepunkt ihrer Karriere, neben ihrem Einsatz in Pyeongchang 2018, war der Sieg mit der gemischten Staffel im Weltcup von Soldier Hollow 2019, wo sie den Staffelstab von ihrem langjährigen Lebensgefährten Simon Desthieux übernahm.

Abschied vom Biathlon: Nicht nur Martin und Kaisa (Teil 2)

Bei ihrem Abschied vom Biathlon äußerte sich die 29-Jährige positiv zu ihrer Karriere und den Chancen, die ihr diese eröffnet hatte. „Selbsterkenntnis ist das, was ich aus meiner Karriere mitnehme. Der Sport hat es mir ermöglicht, in meinem Leben das Ruder selbst in die Hand zu nehmen, indem er mir aufgezeigt hat, wer ich bin, wohin ich will und was ich machen will. Die verschiedenen Kursänderungen, Stopps, Stürme und Flauten haben mich viel gelehrt. Ich bin als Mensch gewachsen, habe mich weiterentwickelt, und das hat mich stärker gemacht... Ich möchte mich bei den Menschen bedanken, die mich bei diesem Abenteuer unterstützt haben. Es ist schön, wenn man so begleitet und geschätzt wird.“

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Aus dem IBU Cup:
Nadine Horchler
Nadine Horchler aus Deutschland
war eine der unermüdlichen Kämpferinnen in der zweiten Reihe, die sich mit starken Leistungen im IBU Cup immer wieder um einen Startplatz im BMW IBU Weltcup bewarb. Sie schaffte es auf 61 Weltcup-Starts, krönte ihre Karriere aber auch mit einem Coup im Weltcup-Zirkus: Im Massenstart von Antholz 2017 stob sie am letzten Anstieg an Gabriela Koukalová vorbei ins Stadion und holte sich den Sieg vor ihrer zweitplatzierten Mannschafskameradin Laura Dahlmeier. Horchler sagte an diesem Tag: „Es war toll, auf dem Podest zu stehen, aber ich habe es immer noch nicht ganz begriffen... Es ist unglaublich, hier zwischen Laura und Gabi zu sitzen.“

Dieser Glanzmoment war nicht der einzige in Horchlers Karriere. Sie kam auf insgesamt sechs Einzelsiege im IBU Cup, darunter auch der Sprinttitel bei der IBU OEM 2016. Fast in jeder Saison war sie eine Kandidatin für den Sieg in der IBU-Cup-Gesamtwertung und sicherte sich 2016 die große Kristallkugel sowie die Kristallkugel für die Sprintwertung im IBU Cup. Vor ihrem letzten Rennen im vergangenen Februar sagte sie: „Ich schaue mit einem weinenden Auge (nach 20 Jahren im Biathlon und davon 14 als Profi), weil es jetzt wirklich vorbei ist, und einem lachenden Auge, weil es eine ereignisreiche und tolle Zeit war, zurück.“

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Alexey Volkov
Dass auch Alexey Volkov aus Russland
in den Ruhestand gehen würde, wurde klar, als er vor kurzem ins Trainerteam der russischen Herrenmannschaft berufen wurde. Volkovs Markenzeichen während seiner Karriere war seine Trefferquote: Er schaffte es regelmäßig, während einer Saison deutlich über 90 % seiner Scheiben zu treffen. Seine internationale Karriere begann mit zwei Silbermedaillen bei der IBU JJWM 2009 in Canmore. Im Laufe der Jahre gewann er zudem elf Medaillen bei IBU OEMs (sechsmal Gold) und sechs Medaillen bei IBU SBWMs (viermal Gold). Auch wenn er es nur auf 105 Starts im BMW IBU Weltcup brachte, war Volkov ein fester Bestandteil der Mannschaft in der Saison 2013/2014, in der er 28. in der Gesamtwertung der Männer wurde, unter anderem mit zwei zweiten Plätzen im Massenstart von Oberhof und im 20 km Einzel von Ruhpolding.

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Das Highlight seiner Karriere erlebte Volkov gegen Ende dieser Saison, als er bei den Olympischen Winterspielen von Sochi als Startläufer der russischen Männerstaffel eingesetzt wurde, die dort Gold gewann.

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Alexia Runggaldier
Auch Alexia Runggaldier
aus Italien fügte ihren Namen auf der Liste der Biathlon-Rücktritte 2020 hinzu. Die größten Erfolge errang die 29-jährige Runggaldier über ihre Treffsicherheit. In den meisten Saisons lag ihre Trefferquote um 90 %. Auch sie war eine der vielen Biathletinnen und Biathleten im BMW IBU Weltcup, deren Weg zum Erfolg über die IBU JJWM 2009 im kanadischen Canmore führte. Im Team mit Nicole Gontier und Dorothea Wierer holte die damals 17-Jährige Bronze in der Jugendstaffel. An diesem Tag leistete sich die zukünftige IBU Weltcup-Gesamtsiegerin zwei Strafrunden und fünf Nachlader, während Runggaldier mit nur zwei Nachladern durchkam und die Italienerinnen von Rang vier nach der zweiten Läuferin wieder aufs Podest brachte.

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Die Saison 2016/17 war der Höhepunkt ihrer Karriere. In dieser Saison errang sie zwei bemerkenswerte dritte Plätze im 15 km Einzel der Frauen. Zum ersten Mal gelang ihr das Kunststück beim Heimweltcup in Antholz, zum zweiten Mal reichte es gar für eine IBU WM-Bronzemedaille nur wenige Wochen später in Hochfilzen. Runggaldier verbrachte den Großteil ihrer letzten Saison im IBU Cup und holte dort zwei Podestplätze: Im Massenstart 60 von Ridnaun wurde sie mit fehlerfreier Leistung Dritte, und auch im Kurzeinzel von Brezno-Osrblie reichte es für einen dritten Platz.

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Mario Dolder
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Der Schweizer Mario Dolder hängte am Ende der Saison das Gewehr und die Skier an den Nagel, nachdem er bei der IBU WM schon seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. Dolder war während seiner Weltcupkarriere, die 2011 begann, eine feste Größe in der Schweizer Männerstaffel. Im Laufe seiner Karriere trat er bei sieben IBU Weltmeisterschaften sowie bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang an. Zu den Bestleistungen seiner Karriere gehört eine Sprint-Bronzemedaille von der IBU Jugend-WM 2009 und ein sechster Platz im Sprint von Östersund 2017. Zu seinem Rücktritt sagte er: „Nach 14 Jahren im Profi-Sport habe ich beschlossen, meine Karriere zu beenden und neue Wege zu gehen. In den vergangenen Jahren habe ich große Momente und Emotionen erleben dürfen. Im Biathlon liegen Freude und Trauer so dicht beieinander. Ich kann sagen, dass ich alle Emotionen, die der Sport zu bieten hat, selber erlebt habe.

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Emily Dreissigacker
Auch Emily Dreissigacker aus den USA beendete mit Saisonende ihre Karriere. Die 31-Jährige, die mit 26 ihre Biathlon-Karriere begann, trat sowohl im IBU Cup als auch im Weltcup an. Sie vertrat die USA bei zwei IBU Weltmeisterschaften und den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Bei ihrem letzten Auftritt im BMW IBU Cup in Nove Mesto ging sie als Startläuferin für die US-Frauenstaffel auf die Strecke. Laut Joanne Reid war Dreissigacker eine tolle Mannschafskameradin. „Du hättest dich über meine Fehlschläge freuen können, aber das hast du nicht getan. Du hast mich aufgemuntert... Dass du dich entschlossen hast, die Welt so zu sehen, so zu handeln, macht dich zu einer der mitfühlendsten Heldinnen, die ich je zu meiner Mannschaft habe zählen dürfen.“

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Terezia Poliakova
Terezia Poliakova aus der Slowakei
kündigte in der letzten Woche ihren Rückzug aus dem Sport an. Die 31-Jährige hat 110 Starts im BMW IBU Weltcup auf dem Kerbholz, dazu unzählige Starts im IBU Cup und vertrat ihr Land sowohl in Sochi als auch in Pyeongchang bei den Olympischen Winterspielen. Poliakova wurde oft in der Frauenstaffel der Slowakei aufgestellt und erlebte ihren Glanzmoment mit diesem Team, als die Staffel in Pyeongchang Fünfte wurde.

Abschied vom Biathlon: Nicht nur Martin und Kaisa (Teil 2)

Abschiede bei den Junioren
Auch zwei Junioren-Stars nahmen Abschied vom Sport. Die IBU Juniorenweltmeisterin im Einzel und in der Verfolgung aus dem Jahr 2012, Chardine Sloof, die anfangs für die Niederlande und zuletzt für Schweden gestartet war, zog sich mit 27 Jahren aus dem Sport zurück.

Abschied vom Biathlon: Nicht nur Martin und Kaisa (Teil 2)

Die 23-jährige Myrtille Begue aus Frankreich, die 2017 den Juniorinnencup gewonnen hatte, entschloss sich, mit dem Biathlon aufzuhören. Begue hatte in ihrer Karriere auch fünf Medaillen bei IBU JJWMs gewonnen, darunter 2018 in Otepää Staffelgold mit den Juniorinnen.

 

Photos: IBU/Christian Manzoni, Evgeny Tumashov, Nordic Focus

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