Biathlonfreunde: Geschichten zum Internationalen Tag der Freundschaft

Biathlonfreunde: Geschichten zum Internationalen Tag der Freundschaft

Freundschaften entstehen im Biathlon genauso selbstverständlich wie überall anders. Menschen begegnen sich, entdecken Gemeinsamkeiten, scherzen, verbringen vielleicht eine Wettkampfwoche oder viele Monate zusammen und werden Freunde fürs Leben. Zum Internationalen Tag der Freundschaft befragten wir einige Athletinnen und Athleten zu ihren besten Biathlonfreunden.

Biathlonfreunde: Geschichten zum Internationalen Tag der Freundschaft

Die „French Connection“: Anais und Rosanna
Viele Biathlonfreundschaften halten lange Jahre, überwinden Ozeane, und man kann auch noch an seinen Fremdsprachen arbeiten - so wie bei der Französin Anais Bescond und der Kanadierin Rosanna Crawford. Bescond muss weit zurückdenken, um sich an die Anfänge der Freundschaft mit der Kanadierin zu erinnern. „Rosanna und ich haben uns vor Ewigkeiten kennengelernt. Ich weiß gar nicht mehr, wann, aber das war bei einem Europäischen Cup (jetzt IBU Cup) vor etwa 15 Jahren. Wir sind fast gleich alt, und unsere Wege in den Weltcup sahen ziemlich ähnlich aus. Was mit Sanna einfach war, war, dass sie Französisch spricht, also sind wir Freundinnen geworden und sind es immer noch! Ich habe versucht, mit ihr mein Englisch zu verbessern. Wir verbringen so viel Zeit zusammen, teilen die schönen Momente und auch ein paar schwierige...“

Vor allem sieht Bescond bei den Biathletinnen eine besondere Verbundenheit. „Trotz der Entfernungen, kulturellen Unterschiede und der unterschiedlichen Lebensentwürfe entstehen Freundschaften, die mit der Zeit immer enger werden. Sie hat mich in Frankreich besucht, und ich war in ihrem Land einige Mal auf Entdeckungsreise. Das hat uns beiden viel Spaß gemacht. Jetzt bin ich auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit Brendan. Ich weiß, dass wir auch in Kontakt bleiben werden, wenn wir beide uns aus dem Hochleistungssport zurückziehen!“

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Trevors und Oskars frostige Frotzeleien​Der Kanadier Trevor Kiers und der Schwede Oskar Ohlsson lernten sich über Frotzeleien bei der sehr kalten IBU JJWM in Otepää kennen. Kiers erklärt: „Gleich zu Beginn der Weltmeisterschaften gab es mit Oskar ein Mini-Interview auf Snapchat dazu, dass die Schweden gut abschneiden würden, weil sie das kalte Wetter gewohnt sind. Mein Mannschaftskamerad Adam Runnalls hat gelacht und gemeint, dass er wohl noch nie in Kanada gewesen ist, wo wir in Iglus zur Welt kommen und ab -10° C aufwärts T-Shirts tragen! Also haben wir auf Adams Social-Media-Kanälen ein Video von uns beiden gepostet, wie wir bei -18°C draußen sitzen, um Oskar - den wir noch nie getroffen hatten - mal ein bisschen zu foppen, mit dem Untertitel ‚Die Schweden finden es kalt, aber wir haben es fast für Sommer gehalten.‘ Er fand es zum Totlachen und hat geantwortet ‚Wir sehen uns auf der Strecke‘, und damit fing alles an.“

Noch mal Glück wünschen​Seitdem sind die beiden enge Freunde, chatten gelegentlich online, und sahen sich im letzten Winter bei der IBU JJWM in Osrblie wieder. „Wir haben uns einige der Jugendrennen mit den kanadischen und schwedischen Juniorenmannschaften angeschaut, und haben am Start bei Rennen meist mit einem Fauststoß noch mal Glück gewünscht. Es war auch echt cool, ihn im IBU Cup antreten zu sehen, wo ich später in der Saison auch laufen durfte... Dank dieser Freundschaft freue ich mich jedes Mal wieder darauf, nach Europa zu fliegen. Jetzt habe ich überall Freunde und Unterstützung! In Osrblie war Oskar leider nicht aufgestellt worden, aber er war an der Strecke und hat uns angefeuert... Das ist eine Freundschaft, die halten wird, und ich freue mich immer darauf, ihn bei Rennen zu sehen.“

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Maria Tsakiri und Ukaleq Slettemark

 Maria Tsakiri und Ukaleq Slettemark aus dem milden Griechenland und dem frostigen Grönland lernten sich über ihre Eltern kennen und sind seither die besten Freundinnen. Tsakiri erklärt: „Unsere Eltern waren zur selben Zeit Athleten und sind dann unsere Trainer geworden! So haben wir uns kennengelernt.  Wir haben eine Sache gemeinsam: Die Liebe zum Biathlon. Wir haben immer viel Spaß und tolle Trainingseinheiten zusammen! Ich nenne sie ‚kleiner Stern‘. Ich glaube wirklich an sie!! 

Sie ist so authentisch, sie gibt mir so viel positive Energie und... ich liebe sie einfach.“ Auch wenn Tsakiri zu den Senioren aufgestiegen ist, wird diese internationale Freundschaft das ohne Zweifel überstehen.

Biathlonfreunde: Geschichten zum Internationalen Tag der Freundschaft

Kaisa und Miri
Erst vor Kurzem haben sich zwei alte Weltcup-Freundinnen wiedergetroffen, nachdem sie sich ein paar Jahre lang nicht gesehen hatten: die Deutsche Miriam (Gössner) Neureuther und die Finnin Kaisa Mäkäräinen. Und doch war es für die beiden beim Wiedersehen in der letzten Woche so, als ob sie sich nur ein paar Tage nicht gesehen hätten. Neureuther erzählt von ihrem gemeinsamen Nachmittag: „Kaisa kam auf ihrem Rückweg von einem Trainingslager vorbei, um mich zu besuchen. Wir hatten uns mindestens eineinhalb Jahre nicht gesehen, weil wir beide immer so viel um die Ohren hatten. Wir haben noch Kontakt, aber es war so schön, sie wieder zu sehen. Ganz ehrlich: Sie sieht verflixt schnell aus!“

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Weronika, Eva und Andreja: Reden und Lachen
Das inzwischen nicht mehr aktive Trio aus der Polin Weronika Nowakowska, der Rumänin Eva Tofalvi und der Slowenin Andreja Mali war während der gemeinsamen Weltcupzeit unzertrennlich und ist es noch.
Nowakowska erinnert sich an die erste Begegnung. „Eva habe ich, glaube ich, in meiner ersten Weltcupsaison kennengelernt, das muss 2007 gewesen sein. Sie war von allen die Lauteste. Daran kann ich mich noch erinnern, und so haben wir zusammengefunden! In derselben Saison habe ich Andreja... bei einer Party in Pokljuka kennengelernt. Wir sind dann ganzjährige Freundinnen geworden, nicht nur während der Biathlonsaison. Wir haben uns zum Kaffee getroffen und endlos geredet und gelacht, über unsere Rennen, unsere Träume, übers Kochen. Mali ist eine tolle Köchin. Sie kocht, wir essen.“

Auch wenn alle drei die aktive Laufbahn hinter sich haben, haben sie noch engen Kontakt und werden sich wohl nächsten Monat auf Tofalvis Hochzeit wiedersehen.

Wahre Freundschaft ist stärker als der Sport und hält länger als eine Profi-Laufbahn. Ganz gleich, wo diese Athletinnen und Athleten leben oder wohin das Leben sie auch führen mag, sie werden immer Freunde bleiben.

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