Das könnte 2021 passieren

Das könnte 2021 passieren

Wir wissen, dass sich beim Biathlon jeden Tag neue Dramen abspielen, aber anhand einiger Daten aus dem sehr unterhaltsamen ersten Trimester und etwas (oder etwas mehr) Vorstellungskraft sagen wir fünf Dinge voraus, die im zweiten und dritten Trimester eventuell passieren könnten.

Das könnte 2021 passieren
  • Lægreid gewinnt weiterhin drei Wettkämpfe pro Trimester

Sturla Holm Lægreid hat die Biathlonwelt mit drei Siegen in neun Wettkämpfen im Sturm erobert. Der Mann im Blauen Trikot liegt in der Gesamtpunktwertung des BMW IBU Weltcups 55 Punkte hinter dem großen JT Boe. Wenn Lægreid weiterhin Laegreid mit 94% Genauigkeit weiter schießt und drei Siege pro Trimester holt, wären das bis zum Saisonende neun Siege. Wir wissen Folgendes: Die vier schlechtesten Ergebnisse wird er streichen, und zwei davon wären (höchstwahrscheinlich) der 23. und der 19. Platz bei den Sprints in Kontiolahti. Bei den anderen fünf Wettkämpfen, die er im ersten Trimester nicht gewann, holte er durchschnittlich 37,5 Punkte. Wenn er so weitermacht, wird JT die sich daraus ergebende Rechnung nicht gefallen: Neun Siege würden 540 Weltcup-Punkte bringen; Sturla würde weitere 487,5 Punkte aus weiteren 13 Wettkämpfen einbringen, die zählen würden, und am Ende der Saison stünden hinter seinem Namen 1.027 Punkte.

Das könnte 2021 passieren
  • Lisa Theresa Hauser holt den ersten Podestplatz ihrer Karriere

Die Biathlonwelt wusste immer, dass die Österreicherin Lisa Theresa Hauser eine sehr gute Schützin, ihre Leistung auf den Ski aber nicht wirklich die allerbeste ist. Hauser hat den ganzen Sommer mit dem Team trainiert und Technik und Tempo auf den Ski stark verbessert. Bei neun Wettkämpfen war sie dreimal unter den zehn schnellsten Athletinnen, beim Massenstart in Hochfilzen war sie die viertschnellste. Noch wichtiger: Sie hat Ausdauer und Geschwindigkeit immer weiter verbessert und braucht nur einen Sprint mit 10/10 oder einen Wettkampf mit 18 oder 19 Treffern, damit sie endlich bekommt, was sie verdient: den ersten Podestplatz in einem Einzelwettkampf ihrer Karriere.

Das könnte 2021 passieren
  • JT Boe verleiht seiner Schießleistung den Feinschliff und gibt Gas

Die Wettkämpfe der Herren bescherten dem zweimaligen BMW IBU Weltcupgesamtpunktsieger JT Boe eine ganze Reihe neuer Konkurrenten, und alle drei sind vier Jahre jünger als JT, der selbst erst 27 ist, und kämpfen um das Blaue Trikot. In Hochfilzen sagte JT uns, er wisse genau, woran er während der Weihnachtspause arbeiten müsse, und er würde als der JT zurückkehren, den wir kennen: der beinahe nach Belieben gewinnt. Sturla Holm Lægreid, Sebastian Samuelsson und Johannes Dale werden diese Herausforderung lieben, JT jedoch häufiger von hinten sehen als im ersten Trimester. Machen wir uns darauf gefasst, dass JT sechs- bis achtmal gewinnt und immer mindestens den vierten Platz holt.

Das könnte 2021 passieren
  • Elvira Oeberg will vielleicht mehr als das Blaue Trikot

Elvir Oeberg ist noch Nachwuchsbiathletin, jedoch so talentiert, dass sie bei Wettkämpfen bereits regelmäßig die Elite herausfordert, einschließlich ihrer Schwester Hanna. Im ersten Trimester stand sie bereits zweimal auf dem Podest, ist Vierte in der Gesamtpunktwertung und hat durchaus Chancen, am Ende der Saison als Siegerin dazustehen. So gern Dzinara Alimbekava und Ingrid Landmark Tandrevold ihr das Blaue Trikot auch abnehmen würden, Elvira wird es im Kampf um den Gesamtpunktsieg mit Marte Olsbu Roeiseland, ihrer Schwester Hanna und Tiril Eckhoff aufnehmen wollen. Es ist unwahrscheinlich, aber möglich.

Das könnte 2021 passieren
  • Team Russland findet einen Weg aufs Podest

Team Russland hat es in der Saison 2020/2021 noch nicht aufs Podest geschafft, was sich im zweiten Trimester ändern wird, höchstwahrscheinlich bereits in Oberhof, da die Russen meist Anfang Januar zur Höchstform auflaufen. Während sie das Blatt wenden, ist es vielleicht interessant zu wissen, dass Alexander Loginov in der letzten Saison nach neun Einzelwettkämpfen Fünfter in der Gesamtpunktwertung war und Matvey Eliseev Elfer, während sie in dieser Saison 15. und 23. sind. Svetlana Mironova war zu diesem Zeitpunkt in der letzten Saison 14. und ist jetzt nur 33., wohingegen Irina Kazakievich 26. und damit die beste Russin in dieser Saison ist. Die größten Hoffnungen auf einen Podestplatz scheinen die Russen sich bei der Staffel der Herren machen zu können, und auch nur, wenn zwei der führenden Teams – Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland – einen sehr schlechten Tag haben. Was immer möglich ist.

Photo: IBU/Christian Manzoni

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