Denise Herrmann glänzt bei Deutschen Meisterschaften 

Denise Herrmann glänzt bei Deutschen Meisterschaften 

Denise Herrmann brillierte bei den Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Altenberg mit einer schlichtweg herausragenden Leistung. Mit einer überlegenen Laufleistung und beeindruckender Treffsicherheit in Sprint und Verfolgung dominierte sie die dreitägigen Meisterschaften. Als die Wettkämpfe am Sonntagnachmittag zu Ende gingen, hatte Herrmann nicht nur überlegen das Doppel aus Sprint und Verfolgung für sich entscheiden, sondern auch noch im Kurz-Einzel hinter der jungen Siegerin Janina Hettich Bronze geholt.

Die Rennen der Männer liefen ganz anders ab und brachten drei verschiedene Sieger hervor: Johannes Donhauser gewann das Kurz-Einzel, Dominic Schmuck den Sprint und Simon Schempp den Verfolger.

Bei den Männern waren die Titel in Sprint und Verfolgung hart umkämpft, während Herrmann mit ihrem gewohnt rasanten Tempo an beiden Tagen die Rivalinnen praktisch stehenließ.

*Kurz-Einzel *

Nach einem langen Trainingssommer begann mit den Meisterschaften die Saison für die deutsche Mannschaft wie auch für einige Gäste, darunter die Schweizer Männer, die Mannschaft aus Tschechien und den Letten Andrejs Rastorgujevs. Bei milden 16 Grad begannen die Wettkämpfe am Freitag mit den Kurz-Einzeln bei bedecktem Himmel und einem leichten Wind am Schießstand. Sowohl bei den 12,5 km der Frauen als auch bei den 15 km der Männer war gutes Schießen der Schlüssel zum Sieg.

Denise Herrmann glänzt bei Deutschen Meisterschaften 

Nachwuchs vorn: Hettich siegt bei den Frauen

Den Anfang machte die Frauen, und mit Janina Hettich sicherte sich das jüngste Mitglied des deutschen 1A-Kaders den Platz ganz oben auf dem Treppchen. Die 24-jährige Hettich holte sich den deutschen Meistertitel mit nur einem Fehler im letzten Stehendschießen in einer Zeit von 37:42,1. Maren Hammerschmidt, offensichtlich auf einem guten Weg zurück zu alter Form, wurde mit ebenfalls einem Fehler und 14,4 Sekunden Rückstand Zweite. Platz drei ging an Denise Herrmann mit fünf 45-Sekunden-Strafen und 1:03,1 Rückstand. Herrmann war auf der Strecke wie üblich unschlagbar und fegte satte 1.56 schneller als die Siegerin Hettich über die Altenberger Strecke. 

Der beste Gast im Kurz-Einzel war die Tschechin Marketa Davidova auf Platz 11 mit fünf Fehlern. 

* Donhausers perfekter Sieg*

Wie bei den Frauen ging auch bei den Männern der Sieg im Kurz-Einzel an einen jungen Athleten: Der 23-jährige Johannes Donhauser traf alle Scheiben und sicherte sich den Meistertitel in 37:30,8. Sein Mannschaftskamerad Dominik Schmuck kam auch ohne Fehler durch, hatte im Ziel aber 27,4 Sekunden Rückstand. Platz drei ging an den IBU WM-Silbermedaillengewinner 2020 mit der Staffel Roman Rees, der im ersten Liegendschießen und im letzten Stehendschießen je eine Scheibe stehenließ und mit 1:35,2 Rückstand ins Ziel kam. 

Der Viertplatzierte Benedikt Doll mit vier Schießfehlern kam wie Herrmann mit der schnellsten Laufzeit ins Ziel, 30,2 Sekunden Schneller als Arnd Peiffer, der mit ebenfalls vier Fehler auf Rang 9 landete. Doll war begeistert von seiner Laufleistung und sagte: „Der lange Anstieg hier in Altenberg ist genau meins, ich muss besser schießen, um es in die Top drei zu schaffen.“ Der beste Gast bei den Männern war der Tscheche Adam Vaclavik auf Rang 12 mit fünf Fehlern und 3:54,2 Rückstand.

Denise Herrmann glänzt bei Deutschen Meisterschaften 

Sprints

Start-Ziel-Sieg für Herrmann

Herrmann machte den ersten Sieg des Wochenendes mit einem fehlerfreien und dominanten Auftritt in 19:47 im Sprint der Frauen klar. Sie führte vom Start weg bis ins Ziel, und obwohl im Feld insgesamt gut geschossen wurde, konnte niemand ihr gefährlich werden. Dass die ehemalige Skilangläuferin auf der Strecke immer noch ein As ist, war auch daran zu erkennen, dass die zweitplatzierte Sophia Schneider mit nur einem Fehler ganze 1:13, 8 zurücklag. Franziska Preuss verfehlte ebenfalls einmal, wurde aber mit 1:23,1 Rückstand Dritte. Die Siegerin aus dem Einzel, Janina Hettich, wurde mit einem Fehler und 1:46,1 Rückstand Vierte. Herrmann war zufrieden, dass sie „den Sprinttitel mit einem perfekten Rennen verteidigen konnte“.

Davidova war erneute die Bestplatzierte bei den Gästen: Sie schaffte es mit drei Fehlern und 2:23 Rückstand auf Platz acht. Ihre Mannschafskameradin Jessica Jislová wurde mit einem Fehler und vier weiteren Sekunden Rückstand Neunte.

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Erster Titel für Schmuck

Im Sprint der Männer kam es zu einem packenden Duell zwischen dem späteren Sieger Schmuck und Doll. Schmuck konnte das Rennen mit fehlerfreiem Schießen in 24:25,3 knapp für sich entscheiden. Doll hatte das Feld mit fehlerfreiem Liegendschießen und seinem gewohnt flotten Tempo schnell im Griff. Ein Fehler im Stehendanschlag und die anschließende Strafrunde waren jedoch zu viel, und Doll wurde mit 3,4 Sekunden Rückstand Zweiter. Platz drei ging an Philipp Horn mit zwei Fehlern und 24,2 Sekunden Rückstand. Die Vollprofis Simon Schempp und Arnd Peiffer waren Horn auf den Fersen und kamen mit 29,7 und 31 Sekunden Rückstand ins Ziel, was eine gute Ausgangsposition für den Verfolger war.

Der Tscheche Jakub Stvrtecky wurde mit zwei Fehlern und 1:07,4 Sekunden Rückstand Neunter, Platz 11 ging an Benjamin Weger aus der Schweiz mit einem Fehler und 1:18,9 Rückstand.

Verfolger

Herrmann hängt alle ab

Herrmann setzte ihren Triumphzug nach dem Sprintsieg mit einer Glanzleistung im Verfolger fort. Ihren Vorsprung von 1:13 am Start baute sie bis ins Ziel auf insgesamt 3:39,2 aus und machte den Doppelsieg in Sprint/Verfolgung mit einer Zielzeit von 29:31,3 komplett. Am Schießstand war sie genauso dominant wie auf der Strecke, räumte in den ersten drei Schießen alles ab und ließ nur im letzten Stehendschießen eine Scheibe stehen. Franziska Preuss wurde mit vier Fehlern Zweite. Dritte wurde die Siegerin im Kurz-Einzel vom Freitag, Janina Hettich, mit drei Fehlern und 3:44,9 Rückstand. 

Davidova, die ebenfalls dreimal verschoss, war erneut die Beste unter den Gästen und kam mit 4:14,7 Rückstand nur einen Platz hinter Hettich ins Ziel. Ihre Mannschafskameradin Lucie Charvátová schaffte mit drei Fehlern den größten Sprung des Tages und verbesserte sich von Platz 13 auf Platz 7 im Ziel mit 4:27,1 Rückstand.

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Schempp verteidigt Verfolgungstitel

Simon Schempp konnte sich mit einer guten Laufleistung knapp vom vierten Startplatz auf den ersten Platz im Verfolger der Männer vorkämpfen und seinen Meistertitel in der Verfolgung vom letzten September in 31:38,2 verteidigen. Schempp musste zweimal in die Strafrunde, einmal nach dem zweiten Liegendschießen und einmal nach dem ersten Stehendschießen. Platz zwei ging an den Roman Rees mit einem Fehler und 29,1 Sekunden Rückstand. Philip Horn verteidigte seinen dritten Platz aus dem Sprint mit vier Fehlern und 42,7 Sekunden Rückstand. 

Unter den Gästen war der Tscheche Michal Krcmar mit vier Fehlern und 1:17,5 Rückstand auf Rang sieben der beste.

Denise Herrmann glänzt bei Deutschen Meisterschaften 

Fazit

Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen zeigten die jüngeren Athletinnen und Athleten vielversprechende Leistungen, die zeigen, dass die deutsche Mannschaft immer noch eine gute Tiefe hat.

In allen drei Wettkämpfen war zu beobachten, dass sich Herrmann am Schießstand weiter verbessert hat. Bleibt die Trefferquote bei 29 von 30, dürfte sie es in der Weltcupwertung der Frauen weiter nach vorn schaffen als auf den dritten Platz der vergangenen Saison. Hinter ihr lieferte auch Preuss eine solide Leistung ab, und Hettich wirkt bereit für große Fortschritte in BMW IBU Weltcuprennen. 

Bei den Männern präsentierten sich Rees und Horn mit soliden Resultaten und machten einen zuverlässigen Eindruck. Rees scheint bereit für den Aufstieg in die Weltcup-Mannschaft, während Horn seine Platzierung in der Weltcup-Gesamtwertung von einem 18. Rang in der Vorsaison verbessern könnte. Doll war auf der Strecke fit wie eh und je, muss aber am Schießstand noch stabiler werden. Schempp bewies erneut, dass er immer noch das Zeug dazu hat, die Männermannschaft anzuführen, während Schmuck bereit sein dürfte, aus dem IBU Cup aufzusteigen.

Photos: IBU/Harald Deubert

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