Die Jagd auf Kristall: Johannes‘ Dominanz und Doros Kampf

Die Jagd auf Kristall: Johannes‘ Dominanz und Doros Kampf

Bevor in einer neuen Saison der erste Athlet aus den Starthäuschen geht oder den ersten Schuss abgibt, kann theoretisch jeder die begehrte Kristallkugel für den Gesamtsieg im Weltcup oder die kleinen Kugeln für die Disziplinwertungen gewinnen. Sind allerdings die ersten Wettkämpfe abgeschlossen, entsteht schnell eine Rangordnung. 

In dieser Saison waren die Weichen schon in Pokljuka nach Einzel und Sprint gestellt. Johannes Thingnes Boe führte die Männerwertung an, Dorothea Wierer die Wertung bei den Frauen. 106 Tage später konnten diese beiden im Holmenkollen Ski Stadion triumphierend ihre jeweils ersten großen Kristallkugeln gen Himmel strecken. Die Jagd auf die begehrten Stücke war entschieden.

The Crystal Quest: Johannes and Doro

Johannes‘ dominante Saison

Nachdem er hinter dem amtierenden Weltcup-Gesamtsieger Martin Fourcade im 20 km Einzel von Pokljuka zur Saisoneröffnung Siebter geworden war, begann Johannes gleich am nächsten Tag seinen Durchmarsch zu Kristall mit einem Sieg im Sprint der Männer. Auf die Saison zurückblickend sagte Johannes zu diesem Sieg in Pokljuka, mit dem sein Durchmarsch begann: „Nach der Saisoneröffnung in Norwegen und den zwei Siegen in Pokljuka fühlte ich mich noch nicht richtig gut auf meinen Skiern, aber dann wusste ich, dass da noch Potential drinsteckt. Ich habe versucht in der nächsten Woche schneller zu laufen und genauso zu schießen und den nächsten Sieg zu erjagen.“ Hinzu kam, dass Fourcade nicht auf dem gleichen Niveau unterwegs war wie in vorherigen Saisons. Nach dem Sieg mit der gemischten Staffel in Pokljuka gab er zu, dass er sich auf den Skiern schwerfällig fühlte. Für den Sieg im 20 km Einzel verließ er sich vor allem auf perfektes Schießen. In der nächsten Woche gab er nach seinem letzten Sieg dieser Saison in der Verfolgung von Hochfilzen zu, dass Johannes auf der Strecke einfach eine Klasse besser war als er selbst. Damit waren die Weichen gestellt: Johannes ließ sich das gelbe Trikot die restliche Saison nicht mehr nehmen und gewann schließlich die große Kristallkugel.

Zweitgrößter Vorsprung bei Weltcup-Punkten
Ab Pokljuka lief der Norweger praktisch konkurrenzlos, beendete die Saison mit einer Rekordzahl von sechzehn Siegen und hatte damit auch Fourcades bisherige Bestmarke von vierzehn Siegen in der Saison 2016-17 eingestellt. Bei seinem allerersten Weltcup-Gesamtsieg fuhr Johannes satte 1262 Punkte ein. Alexander Loginov auf Platz zwei schaffte es auf 854 Punkte, Quentin Fillon Maillet auf 843. Dieser Vorsprung war der zweitgrößte in der Geschichte des Biathlon mit einem Wettkampf weniger hinter Fourcades 1248 Punkten vor Emil Hegle Svendsen mit 827 in der Saison 2012-13.

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Mazet: „Ansatz besser“

Der Erfolg des 25-Jährigen in dieser Saison ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Schießtrainer Siegfried Mazet meint, dass sein Schüler mit einem besseren Ansatz an die Sache herangeht. „Am meisten verbessert hat sich die Art und Weise, wie er sich verhält und an Situationen herangeht. Er hat sich selbst mehr im Griff und kann besser analysieren, was er tun muss (um unterschiedliche Situationen zu bewältigen).“

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Weniger Druck, mehr Selbstvertrauen

Der Eurosport-Biathlonexperte und ehemalige französische Weltcup-Athlet Lois Habert hat außerdem das Gefühl, dass Johannes entspannter ist und weniger unter Druck steht, seitdem der direkte Vergleich mit Fourcade weggefallen ist. „Ich bin mir sicher, dass Martins hohes Leistungsniveau Johannes letztes Jahr an die Nieren gegangen ist. Er musst immer ein perfektes Rennen abliefern, um zu gewinnen. In diesem Jahr war das anders. Selbst mit einem oder zwei Fehlern konnte er gewinnen, und die Silbermedaille bei der WM-Verfolgung gewann er sogar mit drei Fehlern. Das war weniger ermüdend und hat ihm geholfen, die Saison über stark zu bleiben... Körperlich war niemand auf seinem Niveau, also konnte er sich entspannen und auch ein- oder zweimal verfehlen. Er hat zwar nur einmal in einem Sprint 10 Treffer geschafft, aber alle bis auf zwei gewonnen. Das stärkt das Selbstvertrauen.“

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Doros Titelkampf

Dorothea Wierers erster Gesamtsieg im Weltcup war ganz typisch für den alljährlichen Titelkampf bei den Frauen, der oft erst in den letzten Momenten der Saison entschieden wird. Wierer sicherte sich die Kristallkugel im letzten Wettkampf der Saison mit 904 Punkten vor Vittozzi mit 882 und Anastasiya Kuzmina mit 870. In der Vorsaison hatte Kaisa Mäkäräinen mit drei Punkten Vorsprung vor Kuzmina gewonnen. Die Finnin hatte schon 2014 mit nur 4 Punkten Vorsprung vor Tora Berger gesiegt. Mit Ausnahme von Bergers vernichtendem 310-Punkte-Vorsprung vor Darya Domracheva 2013 sind bei den Frauen viele Entscheidungen knapp ausgefallen.

Solider Sommer ohne Ausfälle

Einen Teil ihres Erfolgs hat Wierer ihrer guten Gesundheit zu verdanken. Sie konnte nach einem soliden Trainingssommer ohne Krankheits- oder Verletzungsausfälle in die Saison starten. Während der Saison blieb sie weitgehend gesund und musste keinen einzigen Wettkampf ausfallen lassen. Auch wenn keine ihrer engsten Rivalinnen krank ausfiel, hatten die meisten von ihnen Phasen, in denen sie nicht ums Podest mitlaufen konnten. Das verschaffte der beständigen Italienerin den nötigen Vorteil in dieser Saison.

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Elite-Team macht den Unterschied

Wie bei Johannes hatte eine veränderte Situation große Auswirkungen auf Wierers Saison, erklärte der italienische Journalist Alessandro Genuzio: „Entscheidend für Doro war der Moment nach Ende der Olympia-Saison, als der italienische Verband das Elite-Team aus den vier Spitzenathleten bildete. Dorothea, Lisa, Dominik und Lukas wurden enger von Cheftrainer Andreas Zingerle betreut, um intensiv an den Biathlon-Grundlagen zu feilen. Außerdem waren Dorothea und Lisa so ständig zusammen und stachelten sich gegenseitig an, immer besser zu trainieren.“

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Die Schlüsselmomente der Saison

Johannes‘ und Wierers Saisons waren gespickt mit Höhepunkten und Tiefpunkten. Bei beiden gab es jedoch drei entscheidende Momente, die prägend waren oder ihnen den letzten nötigen Kick gaben. Für beide war der Dezember ein wichtiger Monat.

Johannes‘ glanzvoller Dezember

Johannes‘ Saisonstart war von Zweifeln an seiner Vorbereitung überschattet. Der Frühling war zäh gewesen, dann kam die Hochzeit, verlängerte Flitterwochen und verpasste Trainingszeit. Und doch sagte er nach dem Sprint/Verfolgungsdoppel in Pokljuka: „Nach meinen zwei Siegen in Pokljuka dachte ich, das hat hier noch Potential (für die Saison).“ Sein Start-Ziel-Sieg im Sprint von Hochfilzen lief nach dem von da an üblichen Muster ab: Zügiger Start, Führung, etwaige Fehler auf der Strecke rauslaufen und dann eine rasante letzte Runde. Er bezeichnete diesen Sieg als „ziemlich dicht dran am perfekten Rennen...“ Der entscheidende Augenblick im Dezember war jedoch sein sechster Sieg im letzten Rennen des Monats, dem Massenstart von Nove Mesto. Er zeigte der Konkurrenz ganz klar die Optionen auf: Die Leistung deutlich verbessern - oder von nun an Staub fressen. Der Norweger traf alle Scheiben, steckte auf der Strecke alle in die Tasche und gewann das Rennen mit 46,5 Sekunden Vorsprung.  „Heute habe ich den Sieg am Schießstand und auf der Strecke geholt. Das war mein bestes Rennen aller Zeiten.“

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20 Schuss, 20 Treffer

Mazet bezeichnete den Massenstart von Nove Mesto als seinen „besten der Saison, zusammen mit Oslo.“Habert fügte hinzu: „Bei seinem riskanten Stil am Schießstand sind 20 Treffer auf 20 Schuss eine gehörige Leistung...Ein perfektes Schießen von ihm zu sehen wie im Massenstart von Nove Mesto, oder bei sehr schwierigen Bedingungen wie im Einzel von Canmore, das ist ein Genuss. Johannes war die ganze Saison lang perfekt in Form. Körperlich sticht kein Rennen besonders heraus, aber am Schießstand, da merkt man den Unterschied.“

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Bester Dezember aller Zeiten

Wierer stellte mit ihrem besten Dezember aller Zeiten die Weichen für die Saison. Der italienische Journalist und Antholzer Stadionsprecher Luis Mahlknecht kommentierte Wierers schnellen Start in die Saison: „Der gute Start mit Top-Ten-Ergebnissen in jedem Rennen im Dezember war der erste Wendepunkt für Dorothea. Das gab ihr vom ersten Tag an Selbstvertrauen.“

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Entscheidender Moment: Sprint in Hochfilzen
Das gelbe Trikot holte sie sich mit zwei fehlerfreien zweiten Plätzen in Sprint und Verfolgung von Pokljuka, beide Male deutlich hinter Kaisa Mäkäräinen. In der nächsten Woche lieferte Hochfilzen einen der entscheidenden Momente der Italienerin, einen ersten Weltcupsieg in einem Sprintrennen. Der nervenaufreibende Sieg über Mäkäräinen war eine Trendwende nach der Verfolgung von Pokljuka, wo sie Schuss für Schuss mit der Finnin mitgehalten hatte, aber zugeben musste: „Ich konnte sie nicht einholen.“ Um die Finnin zu bezwingen, ging Wierer das Rennen schnell an „weil ich sonst auf der ersten Runde immer viel verliere“ und ließ danach nicht mehr locker. Zehn perfekte Schuss lieferten ihr den Schlüssel zum Sieg mit 21 Sekunden Vorsprung auf die Rivalin. Mit aggressivem Lauftempo und atemberauben schnellen Schießeinlagen meldete Wierer Ansprüche auf den Gesamtsieg an.

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Sieg in Antholz
Der Januar begann
mit zwei Siegen für Vittozzi in Oberhof, während Wierer auf 5 und 24 landete. Später im Monat fuhr Wierer dann, wie Mahlknecht sagte, „den zweiten Schlüsselmoment für die erfolgreiche Saison ein: Den Heimsieg in Antholz. Das war ein besonderer Moment, eine Antwort auf Lisas zwei Siege in Oberhof.“
Die wieselflinke und redselige Italienerin wuchs ganz in der Nähe der Südtirol Arena auf. Wie jede Athletin, die zuhause Wettkämpfe läuft, wollte sie dort unbedingt einmal gewinnen, hatte es aber bislang nicht geschafft. Als das mit dem Verfolgungssieg dann endlich klappte, gewann sie auch gehörig an Selbstvertrauen hinzu. Sie ging mit 15 Sekunden Rückstand in den Verfolger. Nach einem ersten Fehler im Liegendanschlag fand Wierer in ihren Rhythmus und lieferte bei den nächsten zwei Besuchen am Schießstand rasante und astreine Trefferserien ab. Trotz einer verfehlten Scheibe im letzten Stehendschießen konnte sie den Sieg mit einer pfeilschnellen letzten Runde absichern.

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Besonderer Moment
Die Bedeutung des ersten Sieges in Antholz war Wierer durchaus bewusst. „Ich bin sehr glücklich, weil es (Gewinnen) zuhause noch schwieriger ist. Letztes Jahr war ich mit Platz zwei und drei nah dran und trotzdem nie Erste. Heute hat es zum ersten Mal (zuhause) gereicht... und es war mein erster Sieg in der Verfolgung. Es war einfach ein besonderer Moment!“

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Die Wettkämpfe in Nordamerika waren sowohl für Johannes als auch für Wierer eine wichtige Phase.

*Schwächeln am Schießstand *

Der Norweger krönte den Januar mit zwei Siegen in Antholz und hatte nun schon elf Saisonsiege auf dem Zettel. Nach einem fehlerfreien Kurz-Einzel in Canmore bei rauen Bedingungen schwächelte er in Soldier Hollow am Schießstand, und der Siegzähler verharrte bei 12. Mit vier Fehlern im Stehendanschlag wurde Johannes im Sprint von Soldier Hollow Fünfter, was ihm aber immerhin trotzdem für den Sieg in der Weltcup-Sprintwertung reichte. Trotz fünf weiterer Schießfehler im Verfolger schaffte er es bei grandiosem Tempo und einem nicht abgegebenen Schuss immerhin noch auf Platz vier.

Selbstsicherheit, wieder Fuß fassen

Der finnische Cheftrainer Jonne Kähkönen erläuterte, dass Johannes‘ Umgang mit seinen Schwächen am Schießstand die ganze Saison über ein Kernbestandteil seines Erfolgs gewesen war. „Für mich ging es vor allem um die Selbstsicherheit, die er an den Tag gelegt hat. Selbst in den schwierigen Saisonphasen wie in Soldier Hollow konnte er sich an seine Routine halten und wieder Fuß fassen. Sein Leistungsniveau war nicht ein permanentes Auf und Ab, sondern die ganze Saison über eine konstante Wiederholung von Leistungen auf seinem ganz eigenen, hohen Niveau. Das sichere Wissen, wie schnell er auf den Skiern ist, hat ihm auch geholfen.“

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Ein Hin und Her

Nach dem großen Sieg in Antholz hatte Wierer in Nordamerika zu kämpfen und musste das gelbe Trikot nach der Verfolgung von Soldier Hollow an Vittozzi abgeben. Die entscheidende Wendung zu Kristall für die Siegerin ergab sich erst in den letzten Wochen der Saison. Die IBU WM war ein permanentes Hin und Her zwischen den Mannschaftskameradinnen. Wierer holte sich das gelbe Trikot mit einem 10. Platz im Sprint wieder zurück. Vittozzi wurde 10. in der Verfolgung und Wierer nur 20.: Vorteil wieder bei Vittozzi, die dann Silber im 15 km Einzel gewann, während Wierer Achte wurde. Die junge Vittozzi behielt Gelb.

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Wendepunkt Massenstart

Am 17. März kehrten sich die Dinge zu Wierers Gunsten, als sie IBU Massenstartweltmeisterin 2019 wurde, für sie der erste große Einzeltitel. Genuzio dazu: „Der Wendepunkt in dieser Saison war der WM-Massenstart, in dem Doro überragend Gold holte und Lisa Probleme beim Liegendschießen bekam. Danach war Lisa sehr nervös und stand unter großem Druck, als sie in Oslo ankam. Wenn Doro diesen Massenstart nicht gewonnen hätte, hätte jetzt vermutlich jemand anderes diese Kristallkugel zuhause.“

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Glück und Können

Nach diesem Massenstart lagen die Mannschaftskameradinnen im Kampf um Gelb gleichauf, beide mit 852 Punkten. Wierer konnte sich aber über die Gleichstandsregel das gelbe Trikot zurückholen. Mahlknecht weiter: „Doro hatte Glück (auch wenn sie nicht glücklich darüber war), dass Lisa in Östersund und in Oslo auch schlechte Ergebnisse hatte.“ Der finnische Trainer Kähkönen glaubt, dass Wierers Können zu diesem Zeitpunkt viel ausgemacht hat „Sowohl auf den Skiern als auch am Schießstand war sie konstant gut und konnte (deshalb) selbst an mäßig guten Tagen den Kontakt halten“

Von da an war Wierer im Vorteil, bis sie die Saison mit der großen Kristallkugel und der kleinen für die Verfolgungswertung in den Händen beenden konnte. Mahlknecht, der sowohl Wierer als auch Vittozzi seit ihrer Jugend beobachtet, glaubt, dass Wierer zum Saisonende einen Vorteil hatte. „Doro ist deutlich reifer als noch vor ein paar Jahren und bewahrt einen kühlen Kopf, was sie der nervöseren Lisa in den letzten Rennen voraus hatte.“

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Rekorde gebrochen
 Johannes setzte in Oslo den Schlusspunkt unter seine Saison, nachdem er die Gesamtwertung sowie die Einzel-, Sprint- und Verfolgungswertung für sich entschieden hatte. 

Der Mann, der von Anfang an der Beste gewesen war, zeigte sich am letzten Nachmittag der Saison einfach spektakulär und komplettierte den Hattrick in Oslo. Kähkönen, der Johannes die gesamte Saison über beobachtet hatte, sieht in diesem Massenstart den besten Tag von Johannes‘ Saison. „Für mich ist dieser letzte Heimsieg der größte (der Saison). Es war eine dominante Vorstellung, vor allem das fehlerfreie Schießen.“

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„Eigene Liga“

Johannes Thingnes Boe legte eine Paradesaison hin Trotz einiger Aussetzer beim Schießen hatte er ab Pokljuka alles komplett im Griff. In seinen besten Momenten war er konzentriert, entschlossen und schnell. Mazet sagte: „Er ist ein besserer Athlet wegen all der Dinge, an denen er gearbeitet hat (Selbstbeherrschung und Situationsanalyse).“Tarjei, der letzte Gesamtsieger im Weltcup, der nicht Fourcade hieß, fasste die Saison seines Bruders zusammen: „Er ist in einer Klasse für sich unterwegs.“

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Neue Fans und genau die Richtige

Wierers erster Sieg für Italien wird langfristige Auswirkungen auf den Biathlon in Italien haben. Mahlknecht bezeichnete ihren Sieg als „historischen Moment für den italienischen Biathlon. Auf einmal fanden viele Menschen diesen Sport „wichtig“. Die neuen Biathlon-„Fans“ schossen wie Pilze aus dem Boden!“ Weiter sagte er: „Es ist ein unglaublicher Erfolg, den man wohl nur einmal im Leben erleben darf. Damit rückt Biathlon in Italien deutlich mehr in den Fokus.“ Genuzio gab aber auch zu: „Endlich interessierten sich auch die Massenmedien für den Biathlon-Weltcup. Als Doro die Kristallkugel gewonnen hatte, wurde sie in allen großen Zeitungen und Nachrichtensendungen für ihren großen Erfolg gefeiert... Doro hat großes Potential, ein (italienisches Sport-) Idol zu werden, weil sie in ihrem Sport Erfolgschancen hat und gut aussieht. Sie könnte genau die Richtige sein, um den Biathlon in Italien beliebter zu machen.“

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Heldinnen für die nächste Generation
Wierers Bekanntheit und Erfolg sind ein großer Antrieb für die nächste Generation italienischer Biathletinnen. Genuzio sagte: „Dieser Erfolg steigert die Bekanntheit des italienischen Biathlonsystems. Hinter Doro und Lisa, die noch sehr jung ist, hat die italienische Mannschaft tolle Ergebnisse bei der IBU JJWM eingefahren, also gibt es auch ein paar neue Athleten, die die italienische Biathlon-Bewegung weiterbringen könnten.“ Mahlknecht fügte hinzu: „In manchen Regionen werden alle jungen Athleten in den Biathlon einsteigen, auch wenn manche... die Kinder zum Langlauf bringen werden. Aber in Antholz, Ridnaun und Sappada sind alle Kinder begeistert vom Biathlon, vor allen von ihren Heldinnen Doro und Lisa.“

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