Tiril Eckhoff gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung

Tiril Eckhoff gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung

Tiril Eckhoff stand einen Tag nach ihrem Erfolg im Sprint auch im Verfolgungsrennen der Damen ganz oben auf dem Treppchen. Über 10 km sicherte sich die Norwegerin in 32:20,9 Minuten erneut Platz eins. Eckhoff ließ sich die Spitzenposition trotz zweier Schießfehler und einer spannenden Schlussrunde gegen ihre am Schießstand fehlerfrei gebliebene Landsfrau Marte Olsbu Roeiseland (0,5 Sekunden zurück) nicht mehr nehmen und feierte damit einen Start-Ziel-Sieg. Lisa Theresa Hauser aus Österreich, die im gestrigen Sprint ihr erstes Weltcup-Podium überhaupt feiern durfte, kam mit einer Strafrunde und 43 Sekunden Rückstand auch in der Verfolgung auf Rang drei.

Sprintduell gegen Marte Olsbu Roeiseland

Die stets auskunftsfreudige Tiril Eckhoff meinte nach dem spannenden Schlusssprint gegen ihre Teamkollegin: „Ich glaube, ich habe im letzten Schießen eine Scheibe stehen lassen, um es noch ein bisschen spannend zu machen. Meine Taktik war es, die Sache ein bisschen ruhiger angehen zu lassen. Ich hatte gehofft, dass Marte ein bisschen mitzieht, da ich bis dato das ganze Rennen auf mich allein gestellt war. Doch Marte wollte nicht vorbei, also hatten wir am Ende einen guten Kampf. Ich freue mich sehr, vor allem weil ich Marte im Sprint bezwungen habe. Es fühlt sich wirklich gut an.“

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Die Russin Svetlana Mironova kam nach zwei Strafrunden mit 1:11,2 Minuten Rückstand auf den vierten Platz. Anais Chevalier-Bouchet (Frankreich) schoss ebenfalls zwei Mal daneben und wurde 1:20,8 Minuten hinter der Siegerin Fünfte. Die Polin Monika Hojnisz-Starega musste einmal in die Strafrunde abbiegen und sicherte sich mit Rang sechs (1:21,4 Minuten zurück) ihr bestes Saisonergebnis.


Tiril Eckhoff gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung

Aggressive erste Runde

Als Eckhoff das erste Verfolgungsrennen des Jahres 2021 in Angriff nahm, herrschten etwas bessere Bedingungen als im gestrigen Sprint: Bei weiterhin leichtem Nebel zeigte das Thermometer -4 °C. Dazu wehte ein schwacher Wind und es fiel kein Schnee. Die Streckenbedingungen waren damit besser als am Vortag. Tiril Eckhoff ging entschlossen in die erste Runde. Sie schoss gewohnt schnell, räumte alle Scheiben ab und hatte den Schießstand schon wieder verlassen, als die nachfolgenden Athletinnen dorthin kamen. Hauser blieb ebenfalls fehlerfrei und kam mit 43 Sekunden Rückstand als Zweite zurück in die Loipe. Danach folgten Hanna Oeberg, die eine Strafrunde absolvieren musste, sowie Davidova und Olsbu Roeiseland, die jeweils fünf Treffer landeten.

Vorsprung wird größer

Bei Kilometer 3,4 hatte die führende Norwegerin ihren Vorsprung schon auf 50 Sekunden ausgebaut. Beim zweiten Schießen traf sie die ersten vier Scheiben sicher, ließ die fünfte dann jedoch stehen. Hauser hingegen blieb einmal mehr ohne Fehler und ging 25 Sekunden hinter Eckhoff als Zweite zurück auf die Strecke. Davidova und die Trägerin des Gelben Trikots schossen ebenfalls perfekt und lagen nach dem zweiten Schießen fünf Sekunden hinter der Österreicherin. Olsbu Roeiseland übernahm dann die Führung in der Verfolgungsgruppe, doch vorne baute Eckhoff ihren Vorsprung Mitte der nächsten Runde um weitere fünf Sekunden aus.


Tiril Eckhoff gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung

Hauser und Olsbu Roeiseland im Duell

Während Tiril Eckhoff an der Spitze weiterhin alles unter Kontrolle hatte und das erste Stehendschießen ohne Fehler beendete, durfte sich Olsbu Roeiseland auf Bahn zwei mit Hauser neben ihr duellieren. Die Österreicherin blieb auch hier ohne Fehl und Tadel und ging mit 28 Sekunden Rückstand auf Eckhoff wieder auf die Strecke. Eine Sekunde dahinter folgte die Gesamtweltcupführende. Davidova leistete sich einen Fehlschuss und ging weitere 20 Sekunden später als Vierte auf die nächste Runde.

Spannung in der Schlussrunde

Während Eckhoff die nächsten 2 km relativ entspannt in Angriff nehmen konnte, lieferten sich ihre beiden Verfolgerinnen einen harten Kampf. Weder Hauser noch Olsbu Roeiseland zeigten Anzeichen von Schwäche, wenngleich sie den Rückstand auf die Führende auch nicht weiter verkürzen konnten. Bei ihrem letzten Einlauf ins Schießstadion prüfte Eckhoff kurz die nahezu regungslosen Windfähnchen und versenkte ihre ersten vier Schüsse sicher im Ziel. Beim fünften und letzten Schuss verfehlte sie jedoch die Scheibe. Ihre Rivalinnen lieferten sich erneut ein spannendes Duell: Während Hauser einmal in die Strafrunde musste, brachte Olsbu Roeiseland alle fünf Patronen im Ziel unter. Damit ging sie nur eine Skilänge hinter Eckhoff auf die Schlussrunde, die nun viel Spannung versprach.


Tiril Eckhoff gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung

Zielsprint und Doppelerfolg für Eckhoff

Tiril Eckhoff legte auf den abschließenden 2 km das Tempo vor, ihre Teamkollegin blieb immer im Windschatten. Etwa 150 m vor dem Ziel versuchte die Trägerin des Gelben Trikots, an Eckhoff vorbeizugehen. Doch die Führende ließ ihrer Landsfrau keine Chance und sicherte sich nach ihrem Sprintsieg gestern auch in der Verfolgung Platz eins. Damit startete sie mit zwei Siegen ins Jahr 2021. Nach Überqueren der Ziellinie lagen sich die beiden Teamkolleginnen freudestrahlend in den Armen. Dritte des Rennens wurde Hauser, die sich damit über die zweite Podiumsplatzierung ihrer Karriere freuen durfte.

Erstes blütenweißes Schießergebnis seit 2015

Marte Olsbu Roeiseland zeigte sich über ihre makellose Bilanz am Schießstand an diesem Tag begeistert. Zuletzt waren ihr 20 von 20 Treffern im Verfolgungsrennen 2015 in Östersund gelungen: „Ich bin überglücklich mit meinem Schießergebnis heute. Es muss schon einige Jahre her sein, dass ich das letzte Mal ohne Fehler geblieben bin. Das war ein perfektes Rennen.”


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Riesige Freude über zweite Podiumsplatzierung

Lisa Theresa Hauser konnte ihr zweites Treppchen in Folge kaum glauben: „Ich war riesig überrascht, dass ich gestern aufs Podium gelaufen bin. Und nun ist mir dieses Kunststück gleich ein weiteres Mal gelungen. Als ich gestern nach dem Rennen aufs Zimmer kam, fragte mich meine Teamkollegin Julia Schwaiger, wie es sich angefühlt hat. Ich sagte, wie ein ganz normales Rennen. Wahrscheinlich brauche ich etwas Zeit, bis ich den Erfolg realisiere. Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich auf dem Podium gelandet bin. Und dann heute gleich wieder. Vor dem heutigen Rennen war mir klar, dass ich mich voll und ganz aufs Schießen konzentrieren muss. Ich bin einfach nur happy, dass ich wieder auf dem Treppchen stehen darf!“

Fotos: IBU / Christian Manzoni

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