Ein Tag im Leben von … Alex Cisar

Ein Tag im Leben von … Alex Cisar

Wenn man den Tag mit Alex Cisar verbringen will, muss man wirklich früh aufstehen: Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker, und dann geht es für den IBU Doppel-Jugendweltmeister 2019 aus Slowenien zum Training.

Ein Tag im Leben von … Alex Cisar

Kühles Training bis 2236 Meter

„Ich stehe gerne so früh auf, weil es morgens noch recht kühl ist und die Trainingsbedingungen einfach perfekt sind. Ab 10 wird es zu heiß, und ich mag die Hitze nicht. Und ich habe dann auch Zeit, etwa eine Stunde vor dem Trainingsbeginn zu frühstücken. Heute habe ich wie immer Joghurt und Müsli gefrühstückt. Dann bin ich drei Stunden auf den Hochstuhl gewandert, den höchsten Gipfel der Karawanken mit 2236 Metern Höhe. Als ich auf dem Gipfel ankam, lag dort noch Schnee, das war also eine nette Abwechslung vom heißen Sommerwetter. Das war ein echt gutes Gefühl.“

Ein Tag im Leben von … Alex Cisar

Energie fürs Wandern

Selbst nach einem guten Frühstück aus Müsli und Joghurt braucht man für eine lange Wanderung oder eine Trainingseinheit zusätzliche Nährstoffe. „Ich habe meinen Wassergürtel mit Sportgetränken und ein paar Riegel zum Essen mitgenommen. Wenn ich die nicht hätte, wäre es wirklich sehr hart. Einmal habe ich vergessen, etwas zu Essen mitzunehmen und es waren noch eineinhalb harte Stunden bis zum Auto - meine Beine haben so sehr gezittert, dass mir das nicht noch einmal passieren wird!“

Ein Tag im Leben von … Alex Cisar

Besuch bei der Grundschule

Nach der langen Wanderung hatte Cisar die Gelegenheit, seine alte Grundschule zu besuchen, die er erst vor vier Jahren verlassen hat. „Es war ziemlich aufregend. Ich habe vor den Schülern eine Motivationsrede gehalten. Das hat wirklich Spaß gemacht, dass mir die vielen Kinder so aufmerksam zugehört haben, als ich von meinen Erfahrungen erzählt habe. Es war schön, sich an die guten Zeiten dort zu erinnern. Es sind noch einige Lehrer da, die sich noch an mich erinnern, und sie haben gesagt, dass sie mich im Fernsehen gesehen und meine Karriere verfolgt haben. Es ist schön zu wissen, dass sie an mich glauben, vor allem, weil ich erst in diesem Monat von der Schule abgegangen bin und da wieder ganz am Anfang meiner Schulzeit stand.“

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„Tun, was man gerne tut“
Er sagte, die meisten Fragen an der Schule seien Standardfragen gewesen, aber seine Lieblingsfrage war: „Was ist der beste Rat, den du uns geben kannst?“ Die Antwort fasst die Weltanschauung des jungen Weltmeisters gut zusammen. „Das Beste, was man im Leben machen kann, ist das zu tun, was man wirklich gerne tut. Wenn man das, was man macht, nicht mag oder genießt, ist es sinnlos, damit weiterzumachen. Wenn man morgens mit dem Gefühl aufwacht, dass das der beste Tag wird, sollte man das nach Kräften genießen. Dann wird man immer mit einer positiven Einstellung durchs Leben gehen.“

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Ein Tag im Leben von … Alex Cisar

Spaghetti und ein Nachmittag am See

Nach der großen Trainingseinheit gab es als Überbrückung einen Proteinshake, und dann Mittagessen ... an seiner alten Schule. „Die Lehrer waren so freundlich, mich zum Mittagessen einzuladen. Wir haben Spaghetti Bolognese gegessen. Es hat genau so geschmeckt wie vor vier Jahren. Das war in der Grundschule immer mein Lieblingsessen!“

Nach dem Besuch und dem Mittagessen an der Schule war es Zeit, mal einen Nachmittag lang den Sommer zu genießen. „Ich bin mit Freunden an den Wocheiner See gefahren. Wir waren ein paar Stunden lang schwimmen, haben uns entspannt und ein bisschen Volleyball gespielt.“

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Im Fitnessraum

Gegen Ende des Tages stand die übliche zweite Trainingseinheit an. „Ich war etwa eine Stunde lang im Fitnessraum. Nicht Besonderes, eine normale Krafteinheit mit Gewichten und Kugelhanteln und dann Doppelstockschub an der Maschine.“ Schon war es sechs Uhr abends und Zeit fürs Abendessen.

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Der Koch der Familie

Auch nach einem angefüllten Tag kommt Cisar, der bei seinen Eltern lebt, rechtzeitig nach Hause um Abendessen zu machen. „Ich koche leidenschaftlich gern. Ich koche jedes Mittag- und Abendessen selbst, das macht mir richtig Spaß. Ich bin bei uns der Koch, nicht meine Mutter. Sie macht den Abwasch, ich koche das Essen. Das ist eine faire Abmachung, aber das Kochen macht eigentlich viel mehr Spaß als das Abwaschen!“ Zu seinem Ernährungsplan sagte er: „Ich zähle jetzt nicht jede Kalorie, aber ich achte schon darauf, was ich esse. Ich weiß, dass die Ernährung für Profisportler wichtig ist und dass es ohne gutes Essen keine perfekten Resultate geben wird. Ich esse vor jedem Rennen meine speziellen Mahlzeiten. Aber ich weiß auch, dass es nicht so schlimm ist, wenn ich mal Kekse oder Süßigkeiten esse. Tiramisu ist meine größte Schwäche.“

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Gitarre, Fotografie und Fliegen

Da er nicht abwaschen musste, hatte der junge slowenische Star nach dem Essen noch Freizeit. „Ich mag Musik, also habe ich Gitarre gespielt und dabei einen Film geschaut. Dabei kann ich mich entspannen und in Ruhe über etwas anderes als Sport nachdenken. Die Gitarre ist mein Lieblingshobby, neben Fotografie und kleinen Videos, die ich über mein Training mache. Es macht mir großen Spaß, meine Fotos zu bearbeiten und zu drucken. Dann gibt es noch ein anderes Hobby, was vielleicht überraschend ist: Ich fliege gerne Sportflugzeuge. Ich bin schon ziemlich viel geflogen und denke darüber nach, bald meinen Flugschein zu machen.“

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Große Ziele
Nach einem weiteren guten Trainingstag spricht der 19-Jährige über seine Ziele für die nächste Saison. „Ich glaube, ich habe recht ambitionierte, vielleicht unerreichbare Ziele, aber ich glaube, es ist machbar. Ich will es in die Top 60 schaffen, um im Verfolger starten zu können (im IBU Cup oder im Weltcup), das ist das ultimative Ziel. Andererseits werde ich auch nicht enttäuscht sein, wenn ich es nicht schaffe, weil das Niveau bei den Senioren so hoch ist, dass ich einfach weiß, dass ich noch viel trainieren muss, um mit ihnen mithalten zu können.“

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