Ein Tag im Leben von... Ekaterina Yurlova-Percht

Ein Tag im Leben von... Ekaterina Yurlova-Percht

Ekaterina Yurlova-Percht, die so enttäuscht gewesen war, 2018 nicht bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang dabei gewesen zu sein, legte mit Massenstart-Silber bei den IBU Weltmeisterschaften in der letzten Saison ein respektables Comeback hin. „Für mich hat sich diese Silbermedaille angefühlt wie Gold, weil es mich so viel Energie und Zeit gekostet hat, mich wieder heranzukämpfen... Jetzt nehme ich einfach jedes Jahr für sich.“

Ein Tag im Leben von... Ekaterina Yurlova-Percht

Familie und Training: Ein Balanceakt
Mit diesem Jedes-Jahr-für-sich-Ansatz bereitet sich die 34-jährige Russin nun auf die neue Saison vor, mit ihrem mehrdimensionalen Ansatz, und teilt ihre Zeit zwischen ihrem Elternhaus im russischen St. Petersburg, dem österreichischen Schladming und den russischen Trainingslagern auf. Jeder Tag ist ein Balanceakt, ob sie nun in Russland bei ihren Eltern ist oder bei ihrem Mann in Österreich, weil Yurlova-Percht auch die Mutter der inzwischen fast 3-jährigen Kira ist.

Kira reist die meiste Zeit mit ihrer Mutter ist, während ihr Mann Josef zuhause in Österreich mit der österreichischen Alpin-Herrenmannschaft arbeitet. „Für meinen Mann ist das manchmal schwierig, sie fehlt ihm sehr, aber er hat sehr viel zu tun.“

Ein Tag im Leben von... Ekaterina Yurlova-Percht

Frühaufsteherin: Muskeltraining, Frühstück, Kindergarten ​Ein normaler Tag beginnt für die erfahrene russische Athleten immer früh, egal ob zuhause oder unterwegs. „Jeder Tag ist anders, und meistens entscheidet Kira wann ich aufstehe, aber es ist meistens um 06:30 Uhr. Manchmal verspricht sie mir, ‚Ich werde ganz lang schlafen‘, und dann wacht sie immer schon um fünf oder um halb sechs auf.“

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„Als erstes mache ich ein paar Kräftigungsübungen für die Muskeln, für die Rumpfmuskulatur. Danach machen meine Mutter oder ich Frühstück. Wir frühstücken zusammen. Ich esse immer Haferbrei, Brot mit Butter und trinke Kaffee. Danach geht Kira in den Kindergarten und ich gehe zum Training.“

Trainingstag; begeisterte Läuferin
An einem normalen Trainingstag ist sie, wenn sie nicht mit der Mannschaft im Trainingslager ist, allein unterwegs. „Ich trainiere zuhause mit meinem eigenen Trainer. Meistens trainiere ich morgens zwei bis zweieinhalb Stunden und nachmittags noch mal eineinhalb Stunden. Am Nachmittag hängt es ganz davon ab, wie stark oder hart der Morgen ist! Meistens bin ich morgens auf Skirollern unterwegs." "

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 Aber meine liebste Trainingseinheit ist eine lange Laufeinheit. Ich bin keine typische Läuferin, aber es macht mir am meisten Spaß. Morgens ist das Training meist komplexer, da arbeiten wir an der Technik oder machen Intervalltraining. Es hängt von der Jahreszeit ab. Am Anfang des Sommers haben wir weniger intensives Training gemacht, jetzt haben wir die Intensität gesteigert, es ist mehr Wettkampftraining.“

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Perfekter Sommer
Dieser Sommer war eine gute Mischung aus Einzeltraining und der Gelegenheit, unter anderem in Antholz und Correncon-en-Vercors mit anderen Athletinnen zu trainieren und ein paar Rennen zu laufen. „Ich habe mich mit den Mannschaften aus Italien den USA und Frankreich zusammengetan und wir haben ein paar Testrennen veranstaltet. Das war für mich perfekt. Man kommt dazu (einer Mischung aus Einzeltraining und Training mit anderen), wenn man viel Erfahrung gesammelt hat, und weiß, was für einen funktioniert.“

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Drei Sommer-Events​Yurlova-Percht war bei allen drei großen Sommer-Events mit Freude dabei: Blink, Wiesbaden und das Martin Fourcade Nordic Festival. „Für mich ist es gut, diese kleinen Tests zu haben. Ich bin aber auch sehr emotional und genieße das. Es ist anders als im Winter, entspannt und ohne Leistungsdruck. Die Rennen sind toll für unseren Sport. Es ist klasse für die Fans, ihre Lieblingsbiathleten im Sommer sehen zu können.“

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Nudeln und ein Snack

Sobald an einem Tag zuhause das Morgentraining absolviert ist, gibt es mittags meistens „Nudeln, die esse ich sehr gern, mit Parmesan.“ Dann sagt sie mit einem Lachen: „Vielleicht bin ich eigentlich Italienerin!“ Nach dem Mittagessen gibt es „meistens einen kleinen Mittagsschlaf, einen Energieriegel und etwas zu trinken vor dem zweiten Training. Ich kann nachmittags nicht so viel essen. Wenn der Morgen hart war, ist der Nachmittag ruhiger, Doppelstockschub in Zeitlupe oder Krafttraining im Fitnessraum.“

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Zeit zum Spielen und Lesen
Nach dem Training „hole ich meine Tochter aus dem Kindergarten ab. Dann ist Zeit zum Spielen. Wir haben beide unsere eigenen Spielsachen.“

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Am Abend nimmt sich die Frau, die für ihr strahlendes Lächeln bekannt ist, Zeit für ihre Familie. „Abends verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner Tochter und spiele mit ihr. Wir lesen Bücher und bauen Sachen mit Lego. Wenn wir bei meinen Eltern sind, spazieren wir durch den Garten und ernten Beeren und Gurken. Beeren mag sie für ihr Leben gern!“

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Persönlicher Fanclub

Die Wochenenden sehen etwas anders aus, und Yurlova verbringt noch mehr Zeit mit ihrer Tochter. „Kira geht am Samstag und Sonntag nicht in den Kindergarten, also sieht der Zeitplan etwas anders aus. Manchmal kommt sie mit zum Training und feuert mich am Schießstand und auf der Strecke an. Sie ruft ‚Mama! Mama! Das ist ein toller Ansporn und gibt mir viel positive Energie.“

Mit dieser positiven Energie und ihrem unbeirrbaren Optimismus kann Ekaterina Yurlova-Percht jeden Tag in ihrem Biathlon-Leben genießen.
 
Fotos: IBU/Ekaterina Yurlova-Percht

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