Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Die letzte Saison war für Elisabeth Hoegberg die bislang beste ihrer Karriere, die bei der IBU JJWM 2005 in Kontiolahti ihren Lauf nahm. Die erfahrene Schwedin gewann nicht nur die Kristallkugel für den Gesamtsieg im IBU Cup, sondern auch die Kristallkugeln für Sprint und Verfolgung, außerdem Gold im Sprint und Bronze in der Verfolgung bei der IBU OEM und ging nebenbei auch noch bei einer Handvoll BMW IBU Weltcuprennen an den Start.

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Nach all diesen Erfolgen kehrte sie in der vergangenen Woche zur vertrauten Routine in Östersund zurück, an diesen langen, hellen und warmen Junitagen, die den Sommerbeginn in Mittelschweden ausmachen.

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Sommerfrühstück

„Ich stelle meinen Wecker immer auf 7 Uhr, frühstücke und bin um viertel nach acht am Schießstand, um beim Aufhängen der Papierscheiben zu helfen und mich fürs Training vorzubereiten. Zum Frühstück gab es Joghurt mit selbstgemachtem Müsli, Blaubeeren, Kokosflocken und getrockneten Maulbeeren. Im Winter esse ich immer Haferbrei, aber im Sommer ist mir nicht so danach, vielleicht, weil es warm ist. Das hebe ich mir für den Winter auf.“

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Drei Stunden

Nach dem Frühstück geht es zum Training in die Swedish National Biathlon Arena, wo schon einiges los ist. „Ich habe um 08:30 Uhr angefangen zu schießen, ein paar grundlegende Schießübungen, bis 09:15. Dann war ich drei Stunden lang skaten mit zwei Blocks von acht Impulsen dazwischen.“

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Viel Gesellschaft, Johanna und Ingela

Auch wenn sie einen eigenen Trainingsplan und einen privaten Trainer hat, hat Hoegberg viel Gesellschaft und trainiert mit den Langläuferinnen und mit den Biathletinnen aus dem schwedischen A- und B-Kader. „Da niemand in ein Trainingslager im Ausland fahren kann, trainieren hier mehr Leute als sonst. Ich hatte geplant, nach Norwegen zu fahren und mit Ingela (Andersson) in ihren Trainingslagern zu trainieren, aber das geht jetzt nicht. Die meiste Zeit trainiere ich mit Johanna Skottheim. Ingela, die sonst meine „bessere Hälfte“ ist, wenn es um Biathlon geht, ist nicht hier.“

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Mittagsschlaf auf dem Sofa

Nach einem langen Morgen auf Skirollern „war ich um halb eins wieder zum Mittagessen zuhause. Das Wetter ist gerade schön in Östersund. Wir haben nicht oft 20 Grad, also habe ich mein Mittagessen draußen in der Sonne gegessen. Danach habe ich eine Stunde Mittagsschlaf gemacht, auf dem Sofa statt auf dem Bett. Auch wenn es so hell ist, habe ich kein Problem einzuschlafen, aber das Aufstehen ist schwierig. Wenn ich mich ins Bett lege, werden es schnell zwei Stunden, also schlafe ich auf dem Sofa.“

Freier Nachmittag: In Gedanken auf Elchjagd

Die Trainingseinheit am Morgen mit über drei Stunden war die einzige für diesen Tag. „Nachmittags hatte ich trainingsfrei, was an so einem perfekten Sommertag prima gepasst hat. Nach meinem Mittagessen und Mittagsschlaf habe ich gar nichts mehr gemacht, sondern es einfach nur genossen, draußen zu sein. An den meisten anderen Nachmittagen in diesem Sommer lerne ich für meine Jagdprüfung. Ich will im September meinen ersten Elch schießen. Mein Vater ist gerade 60 geworden, und zum Geburtstag habe ich ihm einen Gutschein für eine zweitägige geführte Elchjagd in einem großen (16.000 Hektar) Revier geschenkt, das einem meiner Sponsoren gehört. Hoffentlich erwischen wir beide einen Elch!“

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Abendessen und Abkühlung im See

Juni in Schweden, das bedeutet lange Tage, an denen die Sonne erst gegen 11 Uhr untergeht und abends noch viel Zeit bleibt, das Leben zu genießen. „Als mein Freund von der Arbeit zurück war, sind wir gegen fünf noch mal zum See gefahren, an eine schöne Stelle, an der sich fast alle treffen, wenn das Wetter gut ist. Auch wenn das Wasser nur 16 oder 17 Grad hat, war ich trotzdem kurz im See - und schnell wieder draußen! Wir haben dort gegessen: Rentier mit Pilzen, Chili, Reis und Sahne. Es war unglaublich lecker. Alles schmeckt so viel besser, wenn man draußen isst!“

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

Stand-Up Paddling

„Nach dem Abendessen waren wir noch auf den Paddleboards draußen. Der See liegt nicht oft so ruhig da, deswegen muss man die Gelegenheit sofort nutzen. Ich bin einfach rausgepaddelt und habe die Aussicht genossen. Das habe ich vor ein paar Tagen schon mal gemacht. Es ist so schön, rauszufahren und am Horizont die Berge zu sehen, die immer noch schneebedeckt sind. Solche Tage sind einfach das Beste am Sommer in Schweden.“

Ein Tag im Leben von... Elisabeth Hoegberg

„Der beste Job“

Am Ende eines herrlichen Sommertages und im Wissen, dass der nächste Trainingstag schon vor der Tür steht, macht sich die 33-jährige Hoegberg auf den Heimweg und sinniert über ihre lange Karriere und das Biathlon-Leben.

„Es ist manchmal komisch, im IBU Cup mit den anderen Mädels zu reden. Die waren 3 Jahre alt, als ich das erste Mal im Weltcup angetreten bin. Ich liebe das Training, ich liebe die Wettkämpfe und ich liebe Biathlon, deswegen ist es schwierig, das aufzugeben. Da ich mich jedes Jahr jünger und besser fühle, sehe ich auch keinen Grund, aufzuhören. Auch wenn das Ende meiner Karriere sicher nicht mehr weit ist, macht es mir noch Spaß. Ich habe den besten Job...“

Top