Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

Nadine Horchler startete ihre Biathlonkarriere im Alter von 12 Jahren und ist bis heute mit Leidenschaft bei der Sache. Sie liebt Biathlon und trotz einer Höhen und Tiefen, die sie überstehen musste, kämpft die Deutsche für ihren Traum und geht ihren eigenen Weg.

Kaffee am Morgen

Nach ihrem Schulabschluss zog Nadine in die kleine Stadt Mittenwald in Bayern, wo sie noch immer lebt und ihre Trainingseinheiten vor der spektakulären Bergkulisse genießt. Neben Aktivitäten in der freien Natur liebt Nadine vor allem einen guten Kaffee. Kein Wunder, dass ihr üblicher Trainingstag nicht ohne einen Schluck des belebenden Getränks beginnen kann. „Zum Frühstück um 6:00 Uhr morgens trinke ich immer eine Tasse Kaffee. Das regt die Lebensgeister an. Normalerweise besteht meine Morgentrainingseinheit aus Schießen und Rollerskilaufen, aber heute steht eine Bergeinheit auf Rollerskiern auf dem Plan.“

Ein Tag im Leben von Nadine Horchler
Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

„Wir treffen uns 7:50 Uhr in Grainau (nahe Garmisch-Partenkirchen). Um diese frühe Uhrzeit gehen wir dem Berufsverkehr aus dem Weg. Die heutige Trainingseinheit sieht 4 Rollerskieinheiten am Anstieg, 2 klassische Einheiten und 2 Skating-Einheiten bei wunderbarem Herbstwetter bis zum Eibsee vor. Wenn wir angekommen sind, joggen wir locker um den Eibsee herum und genießen den Ausblick auf die Zugspitze und die Alpspitze.“

Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

Atemberaubendes Panorama

Sobald die Morgentrainingseinheit absolviert ist, geht es zurück nach Hause. „Nach dem Training esse ich zu Hause Mittag und ruhe mich kurz aus. Ich entspanne, schreibe E-Mails oder gehe manchmal zur Physiotherapie. Bevor das Nachmittagstraining beginnt, gönne ich mir eine Tasse leckeren Espresso, um den Motor anzukurbeln. 15:00 Uhr geht es weiter mit dem Schießtraining in Kaltenbrunn. Danach jogge ich vor heimischer Bergkulisse in Mittenwald. Vom Gipfel des Kranzbergs hat man im Sommer und im Winter einen atemberaubenden Ausblick auf Mittenwald und die umliegenden Berge. Es ist wirklich wunderschön hier.“

Ein Tag im Leben von Nadine Horchler
Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

Nadine liebt die Natur, die ihre Heimatstadt umgibt, und genießt es, hier zu trainieren. „Ich liebe die Umgebung von Mittenwald. Ich kann von zu Hause aus alles machen: Mountainbike fahren, Wandern, Joggen, Radfahren, Skilaufen… und dabei habe ich immer einen tollen Ausblick auf die Berge und Seen. Dieser Herbst ist seit Jahren der schönste, wärmste und sonnigste Trainingsherbst, den ich je hatte. Ich genieße das bunte Farbenspiel der Bäume und den Sonnenschein jeden einzelnen Tag.“

Studium

Auch nach der Nachmittagstrainingseinheit hat Nadine noch lange nicht Feierabend. Auf ihrem Programm steht ein weiterer wichtiger Punkt: „Nach dem Abendessen lerne ich zwei Stunden für mein Psychologiestudium. 2015 habe ich meinen Abschluss zur Heilpraktikerin für Psychotherapie gemacht. Dieses therapeutische Feld interessiert mich sehr und ich habe auch ein Praktikum darin absolviert. Im Oktober hat das erste Semester meines Psychologiestudiums begonnen und vor wenigen Tagen habe ich eine meiner Prüfungen geschrieben.“

Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

„Wenn ich während der Woche einen Tag an der Uni sein muss, heißt das, ich muss Sonntag trainieren. Neben den Saisonvorbereitungen versuche ich, so viele Prüfungen wie möglich zu schreiben. Die fehlenden hole ich nach der Saison nach. Ich habe also auch neben dem Training viel zu tun, aber das Studium ist gleichzeitig ein guter Ausgleich zum Sport. Beides bereitet mich Vergnügen und nach meiner aktiven Sportlerkarriere möchte ich Vollzeit studieren.“

Letzte Saison

Die Uhr zeigt 22:30 Uhr und Nadines Tag neigt sich dem Ende zu. Bevor sie ins Bett geht, erstellt sie noch einen Plan für den nächsten Tag und schreibt ihre Ziele für die kommende Saison auf – die letzter ihrer aktiven Sportlerkarriere.

„Ich möchte nach dieser Saison meine Karriere beenden. Daher will ich sie nach vielen Jahren im Biathlonsport noch einmal richtig genießen und Spaß haben. Ich möchte aber natürlich auch gute Ergebnisse erzielen. Mein größter Traum für meine letzte Saison ist es, bei verschiedenen Weltcuprennen an den Start gehen zu dürfen.“

Vor einigen Jahren schaffte die Deutsche ihren ersten Weltcupsieg im Massenstart – und zwar in dem Stadion, in dem sie auch ihre besten Weltcupergebnisse erzielte: Antholz. Und genau dieses italienische Biathlonmekka ist Austragungsort der IBU Weltmeisterschaften 2020. Nadine Horchler wird also zweifelsohne alles dafür tun, in Antholz an den Start gehen zu dürfen und in ihrem Lieblingsstadion erneut – zum letzten Mal – ihr Bestes zu geben.

Ein Tag im Leben von Nadine Horchler

Fotos: Schlüsselmoment, Nadine Horchler, IBU/Christian Manzoni

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