Ein Tag im Leben von Yuliia Zhuravok

Ein Tag im Leben von Yuliia Zhuravok

Die letzte Saison war für die 24-jährige Yuliia Zhuravok aus der Ukraine auch ihre bislang erfolgreichste. Nicht nur holte sie sich den ersten Sieg im IBU Cup im Kurz-Einzel, sie gewann auch noch Silber im 15 km Einzel bei den OEM 2019. Mit den Ergebnissen aus diesen Rennen hatte sie sich obendrein die kleine Kristallkugel im IBU Cup in ihrer Lieblingsdisziplin gesichert.

Ein Tag im Leben von Yuliia Zhuravok

„Zurückdenken an die Jugend“

Nach einer kurzen Pause Anfang Juli macht sich Zhuravok auf den Weg zum nächsten, dritten Trainingslager mit der Nationalmannschaft im estnischen Otepää. „Vor anstrengenden Trainingsphasen ist es wichtig, sich zu erholen und positive Energie zu tanken. Das geht für mich zu Hause am besten. Ein paar Tage, bevor wir nach Otepää aufgebrochen sind, habe ich mich mit den Mädels getroffen, die ich zwischen fünf und acht Jahre lang nicht gesehen hatte. Wir haben damals in derselben Mannschaft Fußball gespielt. Also haben wir beschlossen, uns zu treffen, „an unsere Jugend zurückzudenken“ und Fußball zu spielen. Es hat eine Menge Spaß gemacht, aber wir waren nicht mehr ganz so gut in Form wie vor ein paar Jahren. Selbst aus nur zwei Metern Torentfernung habe ich nicht getroffen! Nach dem Spiel haben wir gepicknickt und ein paar lustige Geschichten von damals ausgepackt... Ich habe mich riesig gefreut, alle wiederzusehen. Solche Treffen und Momente geben mir viel Kraft, also war ich bei Ankunft in Estland topfit und gut drauf.“

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Testwettkämpfe

Das Trainingslager in Otepää hat für die Mannschaft aus der Ukraine Tradition. Die Sportlerinnen kommen jedes Jahr her, wohnen in einem Hotel wenige Minuten vom Stadion entfernt. „Wir kommen sowohl für Trainingslager als auch für Wettkämpfe oft nach Otepää, also kenne ich das Stadion und die Strecke sehr gut und mag es hier sehr. Sie machen jetzt übrigens ein paar Umbauten für die OEM, die in der nächsten Saison hier stattfinden, aber das behindert uns beim Training überhaupt nicht. Wir machen jeden Tag verschiedene Übungen und Einheiten mit unterschiedlichem Volumen, und manchmal ist es so viel, dass wir es kaum noch ins Bett schaffen.“

Ein Tag im Leben von Yuliia Zhuravok

In diesem Jahr trainiert die ukrainische Damenmannschaft in drei Gruppen, die jeweils nach einem eigenen Trainingsplan trainieren. Für das Trainingslager in Otepää, bei dem die Frauen einige Testwettkämpfe absolvieren, ist die gesamte Mannschaft angereist. „Heute Morgen haben wir eine komplexe Trainingseinheit absolviert und bereiten uns auch alle auf das Testrennen morgen vor. Nach dem Aufwärmen und Anschießen kamen die Massenstarts, dann komplexes Training auf Skirollern mit Beschleunigung auf manchen Abschnitten.“

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Ein bisschen Spaß

Nach einigen Stunden endet die erste Einheit mit einem 2-km-Lauf und einer wohlverdienten Ruhepause. „Nach dem Training versuchen wir immer, von der harten Arbeit abzuschalten und blödeln zum Beispiel ein bisschen auf der Wiese herum.“ Wenn sie Freizeit hat, verbringt Zhuravok auch gern Zeit mit Mark, dem Sohn von Vita Semerenko, der immer mit seiner Mutter in die Trainingslager mitreist und ihr beim Training hilft. Manchmal ist es aber selbst für eine schnelle Athletin nicht leicht, ihn zu fangen: „Heute musste ich mir das Foto mit Mark verdienen. Ich habe ihn durch das ganze Stadion gejagt, wie in einem Zeichentrickfilm, in dem der Hund den Hasen jagt, um mit ihm ein Foto zu machen!“

Ein Tag im Leben von Yuliia Zhuravok
Ein Tag im Leben von Yuliia Zhuravok

Nach ein bisschen Spaß und einer kurzen Pause, die viel zu schnell vorbei ist, ist es schon Zeit für die nächste Einheit: „Nachmittags stand Skiroller klassisch auf dem Programm... im Regen. Ich mag den Regen, ehrlich gesagt, und mir macht es nichts, zu trainieren, wenn es schüttet. Es war nicht das erste Mal, dass wir hier im Regen trainiert haben, aber es ist einfach angenehmer und leichter, bei solchen Bedingungen zu trainieren, als wenn die Sonne brennt. Nach so einer Einheit muss man aber erst mal heiß duschen und dann schnell trockene Sachen anziehen, und dann kann man einen leckeren heißen Tee mit Honig und Zitrone trinken...“

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Auch wenn sie nun schon mit der zweiten Einheit fertig sind, ist der Tag noch nicht vorüber: Massage, ein leckeres Abendessen und Trockenschießen warten noch. Erst dann dürfen die Frauen an eine Pause und an den nächsten Tag denken, an dem für die Athletinnen wieder die übliche Routine auf dem Programm steht.

Fotos: Yuliia Zhuravok

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