Erster Sieg für Ingrid Landmark Tandrevold im Massenstart

Erster Sieg für Ingrid Landmark Tandrevold im Massenstart

Die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold besiegelte ihre Saison mit dem ersten Sieg ihrer Biathlon-Karriere den sie auf den letzten 50 Metern des Zieleinlaufs feierte. Bei der Windlotterie im 12,5 km Massenstart der Frauen in Östersund reichten kam sie trotz fünf Fehlern in 34:53,1 als Erste ins Ziel. Mit dem Sieg sicherte sie sich auch die kleine Kristallkugel für die Massenstart-Disziplin im Weltcup, auch das für sie eine Premiere. Dzinara Alimbekava aus Belarus wurde mit sechs Fehlern und 6,9 Sekunden Rückstand Zweite. Die Deutsche Franziska Preuss wurde mit ebenfalls sechs Fehlern und 11,1 Sekunden Rückstand Dritte.

„Saison meiner Träume“

Der heutige Sieg und die kleine Kristallkugel krönten eine Saison, in der Tandrevold zwischendurch schon fast den Mut verloren hatte. „Es ist unglaublich. Im Januar schien es die schlechteste Saison meiner Karriere zu werden und ich hatte nur Probleme, Probleme, Probleme. Jetzt ist es die Saison meiner Träume geworden. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“

Ermutigende Worte

Sie berichtete, wie ermutigende Worte ihr bei den heutigen Bedingungen geholfen hatten. „Ja, das war wirklich schwierig und ich habe gestern eine wirklich schlechte Erfahrung gemacht. Ich hatte mein ganzes Selbstvertrauen am Schießstand eingebüßt. Aber heute hatte ich ein gutes Gespräch mit meinem Wachser, und er hat gesagt, heute ist ein neuer Tag und du kannst den Scheiß gewinnen. Ich habe schon auf der ersten Runde gemerkt, dass ich fantastische Ski hab, ich habe im Liegen gut geschossen und wusste, dass alles noch drin ist und ich einfach weitermachen muss.“

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Vierte wurde mit sieben Fehlern und 15 Sekunden Rückstand die Schweizerin Lena Haecki, für sie das zweitbeste Ergebnis ihrer Karriere. Die Russin Uliana Kaisheva wurde mit fünf Fehlern und 20,1 Sekunden Rückstand Fünfte. Den sechsten Platz errang Hanna Sola aus Belarus mit acht Fehlern und 24,9 Sekunden Rückstand.

Tiril Eckhoff gewinnt Gesamtweltcup

Auch wenn es schon seit letzter Woche klar war, gewann Tandrevolds Mannschafskameradin Tiril Eckhoff heute mit einem siebten Platz die Gesamtwertung der Frauen im Weltcup, für sie der erste Titel und der erste Gesamtsieg für eine Norwegerin seit Tora Berger 2013.

Böiger Wind: Davidova und Wierer führen

Nachdem die Rennen wegen starker Winde um mehrere Stunden verschoben worden waren, gingen die Frauen unter bewölktem Himmel bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und immer noch böigem Wind am Schießstand in ihr letztes Rennen der Saison. Es ging zum Schluss noch um die Ehre, das letzte Rennen der Saison gewonnen zu haben, und natürlich um den Sieg in der Massenstartwertung. Marte Olsbu Roeiseland und Eckhoff machten auf der ersten Runde vorn das Tempo. Beide Norwegerinnen mussten nach dem ersten Schießen zweimal kreiseln, während Marketa Davidova und Dorothea Wierer mit weißer Weste in Führung gingen, gefolgt von der jungen Emilie Kalkenberg auf Drei, die ebenfalls ohne Fehler durchkam. Nur neun Frauen kamen ohne Fehler durch das erste Schießen und gingen allesamt innerhalb von neun Sekunden wieder auf die Strecke.

Dzhima erhöht auf 10/10

Die beiden Führenden wie auch Preuss, die als Dritte zum zweiten Liegendschießen kam, verfehlten bei starkem Wind von links alle je einmal. Yulia Dzhima, die einzige Frau, die auf 0/10 erhöhen konnte, ging in Führung, dicht gefolgt von Davidova und Wierer mit drei und fünf Sekunden Rückstand. Preuss fiel auf 11 Sekunden Rückstand zurück, hinter ihr Sola und Tandrevold.

Wind wirbelt Tableau durcheinander

Bis zum ersten Stehendschießen hatte sich Davidova wieder in die Vierer-Führungsgruppe vorgearbeitet. Jetzt hatten alle mit dem Wind zu kämpfen: Davidova, Sola und Preuss mussten alle viermal kreiseln. Alimbekava konnte sich mit fünf Treffern von Rang 12 nach ganz vorn vorschieben, hinter ihr Wierer auf Rang zwei nach zwei Fehlern. Hettich ging mit nur einem Fehler im Stehendanschlag auf Drei wieder ins Rennen, allerdings mit 21 Sekunden Rückstand.

Tandrevolds einer Fehler

Vor dem letzten Stehendschießen der Saison hatte die Frau aus Belarus 25 Sekunden Vorsprung auf Wierer. Wieder fegte der Wind durch den Stand. Die Führende haderte, riskierte dann, verfehlte viermal und ging trotz allem als Erste auf die letzte Runde. Tandrevold verfehlte nur einmal und folgte ihr auf zwei, 10,1 Sekunden hinter ihr Lena Haecki nach zwei Strafrunden und kurz dahinter Preuss.

Preuss‘ schnelles Schießen

Preuss war überrascht auf Drei zu liegen, nachdem sie im Stehendanschlag mal etwas Anderes ausprobiert hatte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich nach vier Strafrunden heute auf dem Podest stehen könnte. Einer unserer Trainer hat mir auf der Strecke gesagt, dass ich vielleicht etwas schneller schießen soll als gestern. Ich habe versucht, eine gute Lösung mit schnellem und trotzdem sauberen Schießen zu finden ... Das hat nicht so gut funktioniert!“


Erster Sieg für Ingrid Landmark Tandrevold im Massenstart

Zeit zum Feiern

Bei 11,3 km hatte Tandrevold zwei Sekunden Vorsprung und Preuss schob sich auf Drei vor. Die Norwegerin setzte sich weiter ab, schaute 100 Meter vor dem Ziel zurück, rief dann vor Freute über ihren ersten Weltcupsieg ein lautes „Yes!“ in den Himmel und reckte auf der Ziellinie siegreich die Stöcke in die Höhe. Alimbekava und Preuss folgten auf Platz zwei und drei.

Blaues Trikot an Alimbekava

Alimbekava wurde dank dem zweiten Platz noch eine weitere Ehre zuteil: Der Podestplatz brachte ihr den Sieg in der Saisonwertung der Unter-25-Jährigen ein. „Für mich bedeutet das blaue Trikot, dass ich unter den jungen Athletinnen unter 25 die Stärkste bin. Vor der Saison hatte ich ein Ziel, nämlich dieses blaue Trikot zu erobern und zu verteidigen. Ich bin überglücklich, weil die Konkurrenz sehr stark war ... Ich bin so froh, die Erste zu sein.“

Fotos: IBU/Christian Manzoni

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