IBU WM-Debüt für bekannte Gesichter

IBU WM-Debüt für bekannte Gesichter

Für die meisten Mannschaften sind die IBU Weltmeisterschaften der Höhepunkt der Saison. Es ist also kein Wunder, dass sie gezielt darauf hinarbeiten, in der besten Verfassung und in der besten Besetzung anzutreten. Jedes Jahr finden sich zwischen den Favoriten und erfahrenen Athleten, die schon viele WM-Starts absolviert haben, auch ein paar Kandidaten, die zum ersten Mal beim wichtigsten Event der Saison dabei sind.

Sieben Strafrunden

Auch wenn es für sie das WM-Debüt ist, haben einige dieser Athleten schon im Weltcup auf dem Treppchen gestanden und sind teils sogar bei Olympia gestartet. Nach vielen Jahren im Weltcup und einem Auftritt bei den letzten Winterspielen ist es für den Franzosen Antonin Guigonnat der erste Auftritt bei IBU Weltmeisterschaften. Er ist zwar in guter Verfassung nach Östersund angereist, aber nicht mit den besten Erinnerungen an den Austragungsort, an dem er auch sein Weltcupdebüt absolvierte. Mit einem Lächeln erinnert er sich: „Ich bin auf dieser Strecke erst einmal angetreten, beim Weltcup 2015, und das war keine gute Erfahrung. Im Einzel bin ich mit der Startnummer 6 bei sehr verschneiten und langsamen Bedingungen gestartet, also konnte ich gar nicht gut abschneiden. Im Sprint war es dann sehr windig, und ich habe nur 3 von 10 Scheiben getroffen! 7 Strafrunden - das war echt ein Alptraum! Meine Erinnerungen an diesen Ort sind also nicht gerade gut, aber in den vier Jahren bin ich auch deutlich besser geworden!“

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Mit je drei Podestplatzierungen in Einzel- und Staffelrennen kann sich seine bislang beste Saison durchaus sehen lassen. Guigonnat hat keine bestimmten Ziele und nimmt jedes Resultat, egal was kommt: „Ich habe hier keine Ziele, was die Platzierungen angeht, aber eben auch keine Grenzen, weil ich glaube, dass mir beides passieren kann: Ein Sieg oder eine Platzierung ganz weit hinten mit vielen Fehlern...“

Alles oder nichts

Für seinen Mannschaftskameraden Emilien Jacquelin, der sein Weltcupdebüt ebenfalls in Östersund absolvierte, ist es ein besonderer Ort: „Ich bin hier letztes Jahr angetreten und habe gute Erinnerungen, weil es toll war, gegen die Jungs anzutreten, die ich nur aus dem Fernsehen kannte.“

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Mit einem breiten Grinsen sagte er weiter: „Ich erinnere mich ans letzte Schießen. Ich stand da mit Benedikt Doll und Simon Schempp und die Bedingungen waren ruhig, aber für mich war es so windig wie noch nie!“ Für den jungen Franzosen, der in dieser Saison zweimal im Weltcup mit der Staffel auf dem Podest gestanden hat, sind die Ziele klar: „Hier ist es für mich genauso wie vor einem Jahr in Antholz, als es in der Mannschaft um die Olympiaqualifikation ging: Alles oder nichts!“

Ohne Druck

In ihrer ersten kompletten Saison als Seniorin und nach der Olympia-Erfahrung im letzten Jahr tritt die tschechische Junioren Marketa Davidova stark auf. Ihr Einstieg in die Saison war ein erster Podestplatz bei den Senioren in Pokljuka, danach folgten vier weitere Podestplatzierungen im Weltcup, darunter ein erster Sprintsieg in Antholz. Mit solch beeindruckenden Resultaten im Rücken, so die junge Tschechin, geht sie die Starts hier ganz normal und ohne Druck an, auch wenn es die ersten WM-Starts sind. Ihr wichtigstes Ziel ist es, gut zu schießen, vor allem an diesem tückischen Schießstand, der windig und schwierig sein kann.

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Das Maximum herausholen

Wie für Davidova wird auch für die Staffel-Olympiasiegerin Dzinara Alimbekava aus Weißrussland der WM-Start im Stadion von Östersund eine neue Erfahrung sein. Nach den heimischen Offenen Europameisterschaften in Raubichi, die für die weißrussische Mannschaft einer der Saisonhöhepunkte waren, sind die Rennen in Östersund der zweite.

„Da diese Veranstaltung für uns die wichtigste war, haben wir genau daraufhin trainiert. Aber bevor ich zuhause gestartet bin, war ich krank und deshalb nicht perfekt in Form. Ich hoffe, dass ich jetzt hier das Maximum herausholen und Bestleistungen zeigen kann.“ Weiter sagt sie: „Ich habe in letzter Zeit viel verschossen und will wirklich wieder besser treffen. In Kombination mit meinem derzeitigen Lauftempo könnte ich mich so für den Massenstart qualifizieren.“

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Vertrautes Terrain

Anders als seine Rivalen kennt der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen die Strecken hier gut, auch wenn es sein erster WM-Auftritt ist: „Zum Glück ist meine erste WM hier in Östersund und wir starten auf vertrautem Terrain. Ich hatte hier auch mein erstes Weltcuprennen als Junior, aber da habe ich gleich die erste Scheibe verfehlt. Das ist alles, was ich noch weiß: Der erste Schuss im Weltcup war ein Fehler und das war hier...“ Diese Geschichte hat Christiansen aber nun hinter sich gelassen und blickt positiv auf die bevorstehenden Rennen: „Ich glaube, die Strecke liegt mir, besonders bei den kalten Bedingungen. Ich hoffe, ich kann Bestleistungen zeigen.“

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Die IBU Weltmeisterschaften 2019 beginnen morgen mit den gemischten Staffeln, und dann wird sich zeigen, ob die Athleten ihren eigenen Erwartungen gerecht werden - und ob sie später gern an ihre erste WM zurückdenken werden.

Fotos: IBU/Evgeny Tumashov

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