Italien verteidigt Sieg in Mixed-Staffel gegen Norwegen

Italien verteidigt Sieg in Mixed-Staffel gegen Norwegen

Der Italiener Dominik Windisch konnte heute Nachmittag in der Mixed-Staffel einen wild entschlossenen Johannes Thingnes Boe auf Distanz halten und sicherte seinem italienischen Team mit Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer und Lukas Hofer so den obersten Podestplatz. Die Italiener waren mit nur neun Nachladern die besten Schützen des Tages und siegten in 1:05:56,1. Norwegen wurde mit fünfzehn Nachladern und 4,1 Sekunden Rückstand Zweiter. Schweden holte sich den zweiten Podestplatz des Tages auf Rang drei mit elf Nachladern und 59,9 Sekunden Rückstand.

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Windisch: „Große Angst vor Johannes“
Windisch berichtete mit einem strahlenden Lächeln von diesem Sieg. „Jetzt fühle ich mich großartig, aber während des Rennens hatte ich große Angst vor Johannes, weil ich gehört hatte, dass er gut und schnell schießt und er auf der Strecke der Beste ist. Ich habe versucht, zuzulegen, aber er holte auf. Ich bin froh, dass die letzte Runde nur zwei Kilometer lang war!“

Russland wurde mit einer Strafrunde, dreizehn Nachladern und 1:44,6 Rückstand Vierter. Platz fünf ging an Österreich mit einer Strafrunde, zehn Nachladern und 1:53,6 Rückstand. Die Schweiz wurde mit einer Strafrunde, fünfzehn Nachladern und 1:55,5 Rückstand Sechster.

Bei strahlend hellem Flutlicht liefen die 25 Teams der gemischten Staffel zu ihrem Saisonstart aus dem Stadion. Obwohl es schon dunkel geworden war, hatte der Wind seit der Single-Mixed-Staffel kurz zuvor nicht nachgelassen, und mit Fehlern, Nachladern und Strafrunden war zu rechnen.

Italien verteidigt Sieg in Mixed-Staffel gegen Norwegen

Vittozzi und Wierer glänzen
Lisa Vittozzi setzte sich nach zwei Nachladern im Liegendanschlag mit einem schnellen, sauberen Stehendschießen nach vorn und brachte die Italiener als Führende zum ersten Wechsel. Dorothea Wierer ging mit 14 Sekunden Vorsprung vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen auf die Strecke; weitere 14 Sekunden trennten sie von Schweden. Die Weltcup-Gesamtsiegerin von 2019 war trotz eines Nachladers wieder aus dem Schießstand, bevor die finnische Rivalin zwei Schüsse abgegeben hatte, und baute den italienischen Vorsprung auf 23,8 Sekunden aus. Die Stehend-Scheiben nietete Wierer mühelos um und war diesmal schon wieder auf und davon, bevor irgendjemand sonst auf der Matte stand, sodass sie zum Wechsel schon fast 40 Sekunden Vorsprung hatte.

Vittozzi sagte: „Für uns war es wichtig gut in die Saison zu kommen; das war ein toller Tag für uns. Mir war es wichtig, gut zu starten. Ich bin sehr zufrieden.“

Italien verteidigt Sieg in Mixed-Staffel gegen Norwegen

Hofer und Schempp
Nun waren es die alten Rivalen Lukas Hofer vor dem Deutschen Simon Schempp zusammen mit dem Schweden Jesper Nelin über 50 Sekunden dahinter. Hofer kam mit einem Nachlader durch das Liegendschießen, Schempp brauchte zwei, doch Nelin traf alle 5 Scheiben im ersten Anlauf und lag nun mit ein paar Sekunden Puffer auf Rang zwei.
Hofer mähte im Stehendanschlag wie Wierer zuvor trotz eines schnellen Nachladers alle Scheiben ratzfatz um, während alle anderen zu kämpfen hatten. Nach seinem guten Schießen sagte er zu diesem Tag: „Es war ein ziemlich gutes Rennen für mich. Ich bin noch nicht in Bestform, aber es ist auch noch Zeit.“

Italien verteidigt Sieg in Mixed-Staffel gegen Norwegen

Tarjei: „Aufs Ganze gehen“

Dominik Windisch ging mit einem einminütigen Vorsprung vor Schweden aus dem Stadion, aber bei 1:07 Rückstand lag kein Geringerer als die Norweger, und mit einem starken Auftritt hatte Tarjei seinen Bruder Johannes wieder in Schlagdistanz gebracht. Der Norweger gab zu, er habe für seinen Rennabschnitt nur eine Option gehabt. „Wenn man hinten einsteigt, läuft man wie der Teufel, man geht aufs Ganze. Als ich gesehen habe, dass ich Siebter oder Achter war, wusste ich, dass ich alles aus mir herausholen muss. Ich wusste, dass wir es noch aufs Podest schaffen können. Hanna ist mit einer Strafrunde in die Single-Mixed-Staffel gestartet und hat sie gewonnen, also ist alles möglich.“

Windisch rettet Sieg ins Ziel
Windisch kam mit zwei Nachladern durch den Liegendanschlag. Der norwegische Star traf ebenfalls, brauchte aber drei Nachlader und lag immer noch 49 Sekunden zurück. Im Stehendanschlag kam er dem Rivalen näher: Der Italiener brauchte wieder zwei Nachlader, ging aber als Führender auf die letzte Runde. Der Weltcup-Gesamtsieger vom Vorjahr mähte seine Scheiben nieder und machte sich auf die Aufholjagd. Obwohl er sich auf der letzten Runde verausgabte, waren 12 Sekunden Rückstand doch zu viel. Windisch holte den Sieg für Italien, Norwegen wurde Zweiter und Schweden Dritter.

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