Johannes Thingnes Boe läuft norwegischen Staffelsieg nach Hause

 Johannes Thingnes Boe läuft norwegischen Staffelsieg nach Hause

Johannes Thingnes Boe brauchte nur 10 Schuss, um alle 10 Scheiben abzuräumen und in der Staffel der Herren über 4x7,5 km in Nove Mesto den Sieg für Norwegen in 1:10:02,3 perfekt zu machen. Johannes und seine Teamkollegen Vetle Sjaastad Christiansen, Johannes Dale und Tarjei Boe mussten auf dem Weg zum Erfolg insgesamt nur fünf Mal nachladen. Platz zwei ging an die Ukraine, ebenfalls mit fünf Nachladern und einem Rückstand von 38,2 Sekunden. Es ist ihr erster Podiumsplatz in einer Herrenstaffel seit neun Jahren. Schweden kam mit acht Nachladern und einer Strafrunde auf Rang drei, 43,3 Sekunden hinter Norwegen.

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Gewinn der Staffelgesamtwertung
Der heutige Sieg sicherte Norwegen auch die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Staffelwertung. Johannes sagte: „Das bedeutet uns viel. Wir wollten die Staffelwertung gewinnen, das war heute unser großes Ziel. Mein Team hat mich in eine tolle Ausgangsposition gebracht, aber hier in Nove Mesto kann der Wind dir ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Ich habe versucht, den Vorsprung bis zu meinem letzten Schuss zu halten. Als ich keinen Nachlader brauchte, konnte ich die Schlussrunde genießen.“

Die Franzosen schlagen
Startläufer Christiansen bestätigte, was Johannes sagte: „Heute war es unser Job, die Franzosen zu schlagen, um die Kristallkugel zu gewinnen. Als der Trainer mir sagte, dass sie einen Schuss zu wenig abgefeuert hätten, konnte ich mich entspannen und gegen Seb (Samuelsson) um die Führung kämpfen.“

Russland brauchte ebenfalls fünf Nachlader und kam 43,3 Sekunden hinter Norwegen auf Platz vier. Rang fünf ging an Deutschland mit zehn Nachladern, einer Strafrunde und einem Rückstand von 57,2 Sekunden. Italien kam auf Platz sechs mit fünf Nachladern und einem Abstand von 1:46,9.

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Kälter, weniger Wind; Schweden in Führung
In den drei Stunden zwischen dem Damen- und dem Herrenrennen veränderten sich die Witterungsbedingungen radikal. Es wurde kälter, die Strecke wurde schneller und der Wind legte sich fast gänzlich. Die Startläufer zeigten sehr gute Schießergebnisse, obwohl außer Sebastian Stalder aus der Schweiz jeder Athlet ein- oder zweimal nachladen musste. Es entspann sich ein Dreikampf zwischen Schweden, Norwegen und Weißrussland. Beim ersten Wechsel führten die Schweden nach einer grandiosen Leistung von Sebastian Samuelsson, doch die Konkurrenten folgten auf dem Fuß.

Sechs Teams: 12 Sekunden

Dale ging für die Norwegen ins Rennen, musste liegend zweimal nachladen und fiel auf Platz vier zurück, 24 Sekunden hinter Jesper Nelin. Stehend schoss der Schwede eine Strafrunde und verspielte so die Führung. Dale, der Weißrusse Sergey Bocharnikov und der Ukrainer Sergey Semenov schossen 5/5. Der Norweger behauptete seine knappe Führung bis zum zweiten Wechsel, doch es eng her. Sechs Mannschaften lagen innerhalb von 12 Sekunden.

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Führung ausgebaut
Tarjei setzte sich mit einer schnellen ersten Runde von den Verfolgern ab. Er schoss liegend tadellos und baute seine Führung auf 35 Sekunden aus. Hinter ihm leisteten sich die Ukraine, Tschechien, Weißrussland und Italien einen engen Kampf. Alle lagen 38 bis 42 Sekunden zurück. Der ältere Boe-Bruder musste stehend einmal nachladen, verteidigte aber seinen Vorsprung. Weißrussland, die Ukraine, Italien und Schweden folgten im Pulk und hatten nur ein Ziel vor Augen: einen Podestplatz.

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Norwegen, Ukraine und Schweden
Johannes wurde von seinem Bruder mit einem Vorsprung von 42 Sekunden auf seine Runde geschickt. Italien, Weißrussland, Deutschland und Schweden folgten eng beieinander dahinter. Der norwegische Star baute seine Führung vor dem Liegendschießen aus. Liegend als auch stehend war er allein vor einem leeren Stadion auf seiner Matte, feuerte jeweils fünf schnelle Schüsse ab und war schon wieder verschwunden. 10 Schuss, 10 Treffer. Johannes konnte seine Schlussrunde und die Überquerung der Ziellinie genießen. Über 25 Sekunden später kamen seine Rivalen zum Stehendschießen. Khalili, Dmytro Pidruchniy und Martin Ponsiluoma blieben fehlerfrei und gingen zusammen auf die Schlussrunde. Der Ukrainer zündete den Turbo und sicherte seinem Team Platz zwei. Khalili und Ponsiluoma kämpften im Zielsprint auf den letzten 100 Metern gegeneinander. Der Schwede setzte sich durch und schnappte sich den letzten Treppchenplatz.

Michal Slesingr beendet Karriere

Nach der Siegerehrung ließen seine Teamkollegen und alle Offiziellen Michal Slesingr aus Tschechien hochleben. Slesingr hat 422 Weltcupstarts auf dem Konto. Er triumphierte bei einer Juniorenweltmeisterschaft, gewann eine IBU WM-Goldmedaille und nahm viermal an den Olympischen Winterspielen teil. Heute beendete er offiziell nach seinem letzten Staffeleinsatz für Tschechien seine aktive Biathlonkarriere. Eine Reihe von Videos und kurze Reden bewegten den freundlichen Slesingr, der von seiner Frau, seiner Tochter und seinem kleinen Sohn begleitet wurde, zutiefst.

Photos: Igor Stančík

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