Julia Simon und Quentin Fillon Maillet beeindrucken in Wiesbaden

Julia Simon und Quentin Fillon Maillet beeindrucken in Wiesbaden

Das französische Duo aus Julia Simon und Quentin Fillon Maillet dominierte am Sonntag den City Biathlon Wiesbaden und bezwang die internationale Konkurrenz mit zielsicherem Schießen und starken Leistungen auf der Strecke. Simon gewann den Massenstart der Frauen mit fünf beeindruckenden fehlerfreien Schießen in 29:10,6. Zweite wurde Marketa Davidova mit vier Nachladern und 25,8 Sekunden Rückstand, während sich Clare Egan mit zwei Nachladern und 33,2 Sekunden Rückstand Platz drei sichern konnte. Eine Stunde später brauchte Fillon Maillet nur drei Nachlader für seinen Sieg in 25:24,1. Tarjei Boe wurde mit einer Zeitstrafe, acht Nachladern und 30,6 Sekunden Rückstand Zweiter. Platz drei ging an Michal Krcmar mit fünf Nachladern und 34,5 Sekunden Rückstand.

Zehn Nationen

Am Sonntag startete als einziger internationaler Biathlon-Sommerwettkampf des Jahres der City Biathlon in Wiesbaden, bei dem Athletinnen und Athleten aus zehn Nationen erst Qualifikationsrennen und dann Massenstarts aus sechs Laufrunden und fünf Schießen zu absolvieren hatten. Für die Organisatoren war der Weg bis zum Start am Sonntag allerdings eher steinig, galt es doch eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. Zunächst wurde die Veranstaltung aus dem Hochsommer auf dieses Wochenende verlegt, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die Zuschauerzahl auf einige wenige beschränkt. In den letzten Wochen zogen dann einige Top-Athleten ihre Meldung zurück, unter anderem die Italiener Dorothea Wierer und Lukas Hofer, deren Verband ihnen bis Ende Oktober die Teilnahme an allen Wettkämpfen im In- und Ausland untersagt hat. Als nächstes fielen Vanessa Hinz und Monika Hojnisz verletzungsbedingt aus, während Dmytro Pidruchnyi positiv auf CoViD-19 getestet wurde und zuhause bleiben musste. Die Nachrücker Marketa Davidova, Michal Krcmar und sehr kurzfristig auch noch Clare Egan taten ihr Bestes, die Ausfälle würdig zu vertreten.

>

Simon und Eberhard gewinnen Qualifikationsrennen

Simon konnte die Qualifikationsrunde der Frauen mit einer halben Sekunde Vorsprung vor Lena Häcki für sich entscheiden, Marketa Davidova und Egan belegten die Plätze drei und vier, womit die Weichen für den Massenstart schon gestellt waren. Bei den Männern gewann Julian Eberhard die Qualifikation gefolgt von Tarjei Boe, Serafin Wiestner und Fillon Maillet.


Julia Simon und Quentin Fillon Maillet beeindrucken in Wiesbaden

Start-Ziel-Sieg für Simon

Simon gab im Massenstart der Frauen von Anfang an den Ton an, kam als Erste zum ersten Liegendschießen und setzte fünf saubere Treffer, die ihr 6,7 Sekunden Vorsprung auf Ekaterina Yurlova-Percht und Egan, beide ebenfalls ohne Fehler, verschafften. Von da an gab es keinen Zweifel mehr, dass die ehrgeizige junge Französin das Rennen für sich entscheiden würde. Bis zum zweiten Liegendschießen hatte Davidova Yurlova-Percht im Führungstrio ersetzt, und Simon setze fünf weitere flotteTreffer. Der Rest des Feldes verlor nach zahlreichen Nachladern und Zeitstrafen den Anschluss. Auf dem Weg zu den Stehendschießen lag Simon bereit ein Dutzend Sekunden vor dem restlichen Feld.


Julia Simon und Quentin Fillon Maillet beeindrucken in Wiesbaden

Kunstwerk

Die Stehendschießen waren ein drei echte französische Kunstwerke, jedes einzelne souverän und sauber abgewickelt. Simon brauchte für keines der Schießen mehr als 18 Sekunden und baute ihre Führung weiter aus. Auch Davidova und Egan zeigten sich ähnlich sicher am Schießstand und aggressiv auf der Strecke. Selbst als die flinke Ingrid Landmark Tandrevold im ersten Stehendschießen kurz zum Angriff überging, blieb das Duo USA/Tschechien dicht dran. Tandrevolds Angriff Richtung Podest löste sich in den zweiten und dritten Stehendschießen in Wohlgefallen auf, als sie insgesamt dreimal 10 Sekunden Zeitstrafe mitnahm.

>

Feinschliff

Simons letztes Stehendschießen war der Feinschliff für ihr Meisterstück: Souverän, schnell und sauber, und der Sieg war im Sack. Die zwei Bewerberinnen auf Platz zwei schossen beide besonnen, Davidova jedoch zwei Schuss schneller als Egan, sodass sie 4,7 Sekunden vor ihr auf die letzte Runde ging - aber schon 40 Sekunden hinter Simon. Die letzte Runde war nur noch eine Formsache, Simon konnte winkend über die Ziellinie rollern, hinter ihr Davidova und Egan.


Julia Simon und Quentin Fillon Maillet beeindrucken in Wiesbaden

Stehendschießen Grundlage für Fillon Maillets Sieg

Fillon Maillet brauchte etwas länger als seine Mannschafskameradin, um seinen Sieg klarzumachen, aber der Sieg war ebenso deutlich. Der beste Mann aus dem Qualifikationslauf, Eberhard, kontrollierte bis zum ersten Liegendschießen das Tempo, das Feld kompakt dicht hinter sich. Der Österreicher brauchte nur fünf Schuss für seine fünf Scheiben, genauso Jakov Fak und Wiestner, nur 2,5 Sekunden dahinter. Fillon Maillet und Tarjei blieben ohne Fehler, lagen aber 8,5 Sekunden zurück. Johannes brauchte viel Zeit und alle drei Nachlader für seine Schießeinlage. Im zweiten Liegendschießen setzten sich die späteren drei besten Athleten Tarjei, Fillon Maillet und Krcmar mit fehlerfreien Schießen vom Feld ab. 

Der Mann, der schon letzte Woche in La Féclaz zwei Siege hatte einfahren können, schob sich im ersten Stehendschießen mit fünf sicheren Schuss nach vorn und wiederholte dieses Kunststück im nächsten Schießen. Diese zehn weißen Scheiben besiegelten die Sache für ihn, denn die Rivalen aus Norwegen und Tschechien brauchten Nachlader, um alle Scheiben zu schließen. Nach dem zweiten Stehendschießen hatte der führende Franzose 21 Sekunden Vorsprung auf Tarjei und 33 auf Johannes. Krcmar lag allerdings auch nur weniger als eine Sekunde hinter dem zweifachen Weltcup-Gesamtsieger.

Doppelsieg mit strahlendem Lächeln

Mit dem letzten Stehendschießen machte Fillon Maillet den Sieg perfekt, wenn er auch einen Nachlader für die letzte Scheibe brauchte. Als alle Scheiben weiß waren, drehte er sich mit Siegerfaust um und ging mit 44,9 Sekunden Vorsprung wieder auf die Strecke. Tarjei und Johannes brauchten beide Nachlader und mussten Zeitstrafen in Kauf nehmen, was Krcmar das Türchen für den Sprung auf Platz drei öffnete. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht lief Fillon Maillet über die Ziellinie und machte den französischen Doppelsieg in Wiesbaden komplett.


Julia Simon und Quentin Fillon Maillet beeindrucken in Wiesbaden

Französische Schießkünste und Hut ab

Simons und Fillon Maillets Siege bekräftigten noch einmal die Stärke der französischen Mannschaft auf der Strecke und am Schießstand. Mit ihrem beeindruckenden Auftritt gaben sie der Konkurrenz für die verbleibenden Wochen bis zum Beginn der BMW IBU Weltcupsaison einige Hausaufgaben mit. 

Hut ab vor allem aber vor den Organisatoren der Veranstaltung, die eine Menge Hindernisse ausräumten, um eine sichere, unterhaltsame und spannende Veranstaltung zu ermöglichen.

>

Photos: IBU/Bjorn Reichert

Top