Kaisa Mäkäräinen dominiert Sprint in Pokljuka

Kaisa Mäkäräinen dominiert Sprint in Pokljuka

Einen enttäuschenden 30. Platz im Einzel vor zwei Tagen machte die Finnin Kaisa Mäkäräinen heute mit einer meisterhaften Leistung wieder wett: Mit zehn Treffern und einer erneut überragenden Laufgeschwindigkeit siegte sie am Nachmittag auf der Pokljuka im 7,5 km Sprint der Damen in einer Zeit von 20:08,1. Mit diesem dominanten Auftritt verwies sie die ebenfalls fehlerfreie Dorothea Wierer mit 14,8 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz. Justine Braisaz aus Frankreich wurde Dritte, auch sie ohne Fehler, aber mit 42,1 Sekunden Rückstand.

Kaisa Mäkäräinen dominiert Sprint in Pokljuka

*Persönliche Bestleistung für Julia Simon *

Knapp hinter dem Podest, auf Platz vier, landete Braisaz‘ Mannschaftskameradin Julia Simon, ebenfalls mit zehn Treffern und mit 44,6 Sekunden Rückstand. Für die 22-Jährige war der Platz eine neue persönliche Bestleistung nach einem 12. Platz im Sprint von Antholz im vergangenen Januar. Platz fünf ging an Wierers Mannschaftskameradin Lisa Vittozzi mit einem Fehler und 46,9 Sekunden Rückstand, während die Slowakin Paulina Fialkova mit einem Fehler und 48,9 Sekunden Rückstand Sechste wurde.

Die Frauen traten bei ähnlich brillanten Bedingungen an wie schon die Männer in ihrem Sprint: herrlicher Sonnenschein und nur hin und wieder ein leichtes Trudeln der Windfahnen am Schießstand. Die großen Favoriten starteten auch diesmal fast alle in der ersten Gruppe. Schnell stellte sich heraus, dass man für einen Podestplatz heute zehn Treffer brauchen würde. Am Ende hatten 15 der besten 25 alle zehn Scheiben geschlossen.

Kaisa und Doro

Mäkäräinen mit Startnummer 17 kam mit einem sauberen Liegendschießen gut ins Rennen, ganz anders als im ersten Schießen des 15 km Einzel vor zwei Tagen mit vier Fehlern. Wierer legte nach und ging früh in Führung. Fünf Minuten nach ihrer Mannschaftskameradin schob sich Vittozzi mit einer perfekten Serie auf Platz drei. Weitere fünf Minuten vergingen, bis Braisaz ein perfektes Liegendschießen ablieferte, gefolgt von Fialkova mit dem gleichen Ergebnis.

Auf der Strecke übernahm Mäkäräinen die Kontrolle, da Wierer vom Tempo her nicht mithalten konnte. Vittozzi lief schnell genug, um sich bis zum Stehendschießen vor Wierer zu schieben. Fialkova lief wie die Finnin schneller als Braisaz oder Vittozzi und kam so auf Rang drei zum Stehendschießen.

Siegeswille

Der Finnische Star kam mit großem Siegeswillen zum zweiten Mal in den Schießstand, ihr Vorsprung 13 Sekunden, und nietete alle fünf Scheiben im Stehendanschlag souverän um. Ebenso zügig folgte Wierer mit einer abgebrühten Trefferserie und setzte sich 2,5 Sekunden vor die Finnin. Zu ihrer Schnellfeuereinlage sagte sie: „Ich habe an gar nichts gedacht, einfach nur so geschossen wie sonst im Training.“

Vittozzi ließ dann eine Scheibe stehen und fiel 30 Sekunden zurück zu einem Duell mit Braisaz, die hinter ihr fehlerfrei geblieben war. Als diese beiden schon fast im Ziel waren, setzte Fialkova eine gleichmäßige Serie ab, verfehlte aber die vierte Scheibe und vergab damit den Podestplatz. Simon traf später alle fünf Scheiben und warf auch noch ihren Hut in den Ring für einen Platz in den Top 6.

Kaisa Mäkäräinen dominiert Sprint in Pokljuka

Auf der Strecke unschlagbar

Mäkäräinen zeigte sich auf der Strecke erneut unschlagbar und setzte sich auf den letzten 2,5 Kilometern von Wierer ab. Braisaz ließ nach, gewann aber das Duell mit Vittozzi um Platz drei und komplettierte das Podest.

Zum fehlerfreien Schießen und der rasanten letzten Runde sagte die Siegerin: „Wenn man alles trifft, hat man deutlich mehr Energie; man muss nicht in die Strafrunde. Ich wusste, dass ich um die vorderen Plätze mitlaufen kann, wenn ich alles treffe. Es war aber trotzdem harte Arbeit und eine gute letzte Runde.“

Spaß für Kaisa
Mäkäräinen war heute sehr konzentriert und gab zu, das Rennen habe ihr „Spaß gemacht, aber ich habe versucht, nicht darüber nachzudenken, wie das Ergebnis aussehen wird. Ich habe versucht, mich auf das zu konzentrieren, was ich mache... es Runde für Runde anzugehen und nicht zu weit vorauszudenken... das habe ich genossen. Ich bin nicht so eine gute Schützin, also weiß ich, dass alles passieren kann.“

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Wierer in Gelb

Dank ihres zweiten Platzes und des siebten Platzes im Einzel darf Wierer jetzt zum zweiten Mal in ihrer Karriere das gelbe Trikot tragen. Zu ihrem Verfolgungsstart in Gelb sagte sie: „Das bedeutet vor allem Druck. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken. Es ist ja eine lange Saison und alles Mögliche kann noch passieren.“

Selbstvertrauen getankt

Für Braisaz war es eine Woche mit Höhen und Tiefen: Sieg mit der gemischten Staffel, dann ein 82. Platz mit sieben Fehlern im 15 km Einzel und jetzt der Podestplatz. Gerade das fehlerfreie Schießen war es heute, was ihr den Sieg einbrachte. „Ich musste auch für mein Selbstvertrauen fehlerfrei bleiben. Ich war sehr hungrig und wollte meine Zuversicht zurückgewinnen. Heute wollte ich wirklich kämpfen.“

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