Kaisa Mäkäräinens Stehendschießen besiegelt Massenstartsieg in Oberhof

 Kaisa Mäkäräinens Stehendschießen besiegelt Massenstartsieg in Oberhof

Die Finnin Kaisa Mäkäräinen räumte an einem vom Winde verwehten Sonntagnachmittag in Oberhof alle Scheiben im Stehendanschlag ab und sicherte sich so den Sieg im Massenstart der Damen in 39:58,9. Mäkäräinen ließ nur im ersten Liegendschießen eine Scheibe stehen, schoss ansonsten perfekt und schaffte ihren ersten Sieg seit ihrem Triumph in der Verfolgung von Hochfilzen 2018. Die Norwegerinnen Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Røiseland landeten auf den Plätzen zwei und drei, 30,2 bzw. 35 Sekunden hinter der Siegerin. Eckhoff hatte vier und Olsbu Røiseland drei Fehler geschossen.

Warten…
Mäkäräinen hatte gestern ihren 37. Geburtstag gefeiert. Nach dem Rennen sagte sie im Interview, dass die Wettkämpfe in Oberhof ihr noch nie leicht gefallen sind, obwohl die Bedingungen jenen in ihrem Heimstadion Kontiolahti ähneln. „Kontiolahti ist windig, aber nichts im Vergleich zu Oberhof. Oberhof ist speziell, sehr speziell. Ich habe nur wenige Male in meiner Karriere hier gute Schießergebnisse abgeliefert. Normalerweise schieße ich viele Strafrunden, aber ich mag den Schießstandanlauf. Er erinnert mich an Kontiolahti: lang, flach und der Puls bleib stabil. Ich habe viel unter derartigen Bedingungen trainiert. Vielleicht hat mir das heute geholfen.“

Unglaubliches Gefühl
Über ihren ersten Sieg seit 13 Monaten sagte die Finnin: „Es ist unglaublich. Ich war heute während des Rennens so nervös. Es ist fantastisch, auf dem Podium zu stehen – ganz oben auf dem Podium! Ich hoffe, jetzt werden mir keine Fragen mehr zu meinem Alter gestellt! Heute habe ich bewiesen, dass ich immer noch gegen die Jüngeren kämpfen und gewinnen kann.“

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Dorothea Wierer aus Italien verteidigte ihr Gelbes Trikot mit einem vierten Platz. Sie schoss fünf Strafrunden und lag im Ziel 1:08,8 zurück. Rang fünf ging an Denise Herrmann aus Deutschland mit sechs Fehlern und einem Rückstand von 1:25. Sechste wurde die Schwedin Hanna Oeberg. Sie musste fünf Mal in die Strafrunde und landete 1:38 hinter Mäkäräinen.

Windiges Winterwetter
Oberhof hüllte sich heute erneut in sein vertrautes nebelverhangenes Winterkleid. Starke Windböen führten dazu, dass sich die Temperaturen von -3°C noch kälter anfühlten. Der Wind wehte noch stärker als an den vorhergehenden Renntagen und machte das Schießen zu einer großen Herausforderung.

Auf den ersten 2,5 km blieben alle 30 Damen eng zusammen. Justine Braisaz führte den Zug an. Beim ersten Liegendschießen zeigte die Massenstartsiegerin von Annecy Le Grand Bornand, Tiril Eckhoff, erneut eine Glanzleistung und setzte sich an die Spitze. Auch sieben weitere Athletinnen blieben fehlerfrei und folgten innerhalb von 10 Sekunden. Wierer musste einmal in die Strafrunde und lag 25 Sekunden hinter Eckhoff auf Rang zehn. Schnell löste sich die Lokalmatadorin Herrmann von ihrer Sechsergruppe und setzte sich dicht hinter Eckhoff. Beide Athletinnen kamen Schulter an Schulter zum nächsten Liegendschießen.

Eckhoff gewinnt Duell

Eckhoff leistete sich erneut keinen Patzer, während Herrmann einmal in die Strafrunde musste. Irina Kryuko tat es der Norwegerin gleich, lag aber 18 Sekunden zurück, gefolgt von Fialkova. Mäkäräinen schoss fehlerfrei und arbeitete sich nach ihrem Fehler im ersten Liegendschießen auf Platz vier nach vorn. Sie lag 32 Sekunden hinter Eckhoff.

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Kryuko und Mäkäräinen
Eckhoff musste die Runde zum ersten Stehendschießen allein zurücklegen, konnte aber ihre Führung weiter ausbauen, während Mäkäräinen die Lücke auf die Weißrussin schloss. Die Norwegerin wurde von den tückischen Windböen aus dem Gleichgewicht gebracht und schoss drei Fehler. Kryuko und Mäkäräinen behielten die Nerven, blieben fehlerfrei und übernahmen die Plätze eins und zwei, nur wenige Sekunden auseinander. Die meisten anderen Athletinnen mussten ebenfalls in die Strafrunde, sodass Eckhoff Position drei behaupten konnte. Sie lag allerdings 48 Sekunden hinter dem Führungsduo.

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Warten… und treffen
Mäkäräinen schob sich schnell an Kryuko vorbei und kam als erste zum letzten Stehendschießen. Zum ersten Mal seit langer Zeit stand sie wieder auf Schießbahn eins. Der Wind zeigte kein Erbarmen, doch beide Damen warteten und warteten… Ruhig und abgezockt räumte die Finnin alle Scheiben ab und sicherte sich so ihren 27. Karrieresieg – und ihren ersten Saisonsieg – nur einen Tag nach ihrem 37. Geburtstag. Olsbu Røiseland und Eckhoff musste jeweils einmal in die Strafrunde, schoben sich aber auf die Plätze zwei und drei, 50 Sekunden hinter Mäkäräinen.

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Ehrenrunde

Die Finnin konnte ihre Ehrenrunde allein auf weiter Flur genießen. Als sie über die Ziellinie fuhr, riss sie die Arme und Skistöcke nach oben und jubelte. Auf den letzten Metern überholte Eckhoff noch ihre Teamkollegin und erkämpfte sich Rang zwei.

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