Lokalmatadorin Hanna Oeberg holt Gold im 15 km Einzel

Lokalmatadorin Hanna Oeberg holt Gold im 15 km Einzel

Die schwedische Lokalmatadorin Hanna Oeberg gewann heute Nachmittag mit 20 Treffern in 43:10,4 die erste Goldmedaille bei IBU Weltmeisterschaften in ihrer noch jungen Karriere. Für die 23-jährige Oeberg ist der IBU Weltmeistertitel schon der zweite große Titel. In derselben Disziplin hatte sie 2018 schon bei den Olympischen Winterspielen eine Goldmedaille gewonnen. Auch die Italienerin Lisa Vittozzi gewann heute mit Silber ihre erste Einzelmedaille bei einer IBU WM, ebenfalls mit fehlerfreiem Schießen, aber mit 32,6 Sekunden Rückstand. Die späte Starterin Justine Braisaz aus Frankreich konnte mit einem Fehler und 32,5 Sekunden Rückstand Bronze abräumen, und auch für sie war es die erste IBU WM-Medaille

Lokalmatadorin Hanna Oeberg holt Gold im 15 km Einzel

„Unglaublich“

Vom Sieg im heimischen Stadion war Oeberg fast überwältigt. „Das ist unglaublich. Das ist für mich so eine große Sache. Ich bin so stolz auf das, was ich heute geschafft habe. Ich war so fokussiert. Ich bin so glücklich, dass mir heute alles gelungen ist. Auf der letzten Runde war es noch mal hart, aber ich habe versucht, es zu genießen. Es ist unglaublich, das zuhause zu schaffen.“

Lokalmatadorin Hanna Oeberg holt Gold im 15 km Einzel

„Stolz auf mich“
Zum WM-Sieg im Jahr direkt nach dem Olympiasieg über die 15 km, eine Leistung, die noch keiner Frau zuvor gelungen war, sage sie weiter: „Letztes Jahr war ich selbst ein bisschen überrascht und sehr ergriffen. Das jetzt ist noch mal eine ganze Nummer größer. Heute wusste ich, wozu ich imstande bin. Das dann hier vor heimischem Publikum, vor meiner Familie wirklich abzurufen ... Ich bin wirklich stolz auf mich, dass mir das gelungen ist.“

Lokalmatadorin Hanna Oeberg holt Gold im 15 km Einzel

Die Deutsche Laura Dahlmeier wurde mit einem Fehler und 39,5 Sekunden Rückstand Vierte. Platz fünf ging an die Slowakin Paulina Fialkova mit einem Fehler und 45,5 Sekunden Rückstand, die an diesem Nachmittag über lange Strecken geführt hatte. Oebergs Mannschaftskameradin Mona Brorsson wurde mit einem Fehler und 49,9 Sekunden Rückstand Sechste.

Lokalmatadorin Hanna Oeberg holt Gold im 15 km Einzel

Erster Anschlag: Gutes Schießen

Bei bewölktem Himmel, Temperaturen um -4 °C und erneut mäßigem bis starkem Wind am Schießstand gingen die Läuferinnen heute Nachmittag bei diesem längsten und kräftezehrendsten Rennen auf die anspruchsvolle Strecke in Östersund. Fialkova führt mit Startnummer 4 die Parade der über 40 Frauen an, die ohne Fehler durch das erste Liegendschießen kamen. Dahlmeier bestätigte die gute Form am Schießstand mit fünf Treffern, lag aber 17 Sekunden hinter der Führenden. Oeberg, die hier in Östersund lebt, brachte sich mit einer starken ersten Runde ins Spiel und positionierte sich mit fehlerfreiem Schießen zwei Sekunden hinter der Führenden. Dorothea Wierer, die weiter hinten in der ersten Gruppe startete, meldete sich als ernstzunehmende Kontrahentin mit rasantem und fehlerfreiem Schießen zurück und übernahm die Führung nach dem Liegendschießen. Vittozzi tat es ihr wenige Minuten später gleich, lag aber 12 Sekunden hinter ihr. Auch Braisaz mit Nummer 71 stieg mit einem sauberen ersten Schießen ins Rennen ein.

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Braisaz vorn

Fialkova setzte den guten Auftritt mit fünf weiteren geschlossenen Scheiben im ersten Stehendschießen fort. Auch Dahlmeier setzte fünf weitere besonnene Treffer, lief der Slowakin aber hinterher. Dann war Oeberg an der Reihe: Sie nietete fünf Scheiben um und ging zum ersten Mal in Führung. Wierer verfehlte zweimal und fiel zurück. Ihre Mannschaftskameradin Vittozzi blieb jedoch auf Kurs und rückte mit einem zweiten fehlerfreien Schießen auf Platz 4 vor. Braisaz traf erneut alle Scheiben und setzte sich nach dem zweiten Schießen vor Oeberg.

Fialkova und Oeberg

Die Slowakin blieb mit 15 getroffenen Scheiben weiter auf Medaillenkurs. Im zweiten Liegendschießen ging es für Dahlmeier schief, als sie einen Schuss danebensetzte. Die Olympiasiegerin im 15 km Einzel verfehlte hingegen nicht, lag aber auf dem Weg zum entscheidenden letzten Stehendschießen immer noch 12 Sekunden hinter Fialkova. Vittozzi traf wieder fünf Scheiben und lag nun auf Rang drei. Braisaz fiel mit einem Fehler etwas zurück, war aber weiter im Rennen.

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Oeberg perfekt, Publikum rastet aus

Ein bisher perfekter Tag für Fialkova endete mit einem Fehler im letzten Stehendschießen. Dahlmeier schloss noch einmal mit fünf Treffern ab und ging eine Sekunde hinter Fialkova auf die letzten 3 km.   Zwei Minuten später rastete das Publikum völlig aus, als Oeberg auch die letzten fünf Scheiben traf und jetzt 49 Sekunden vor dem restlichen Feld lag. Die Frau in Gelb schaffte als Vierte die 20 Treffer und lag nun auf Rang zwei, 20 Sekunden hinter der lokalen Favoritin. Braisaz, die im letzten Schießen einmal verfehlt hatte, war weiter flott unterwegs, traf noch fünfmal und lag nun auf Platz drei.

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IBU Weltmeistertitel an Oeberg

Oeberg wurde auf der letzten Runde langsamer, führte 1500 Meter vor dem Ziel aber weiter mit 41 Sekunden. Mit einem satten Polster von 39 Sekunden auf das restliche Feld sicherte sie sich schließlich ihren ersten IBU Weltmeistertitel. Vittozzi holte auf der letzten Runde weiter auf Oeberg auf. Einholen konnte sie sie nicht, aber sie schaffte es vor Dahlmeier ins Ziel. Auch Braisaz blieb vor der Deutschen und komplettierte das Podest.

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Vittozzi wollte es besser machen
Nach sechs Fehlern liegend im Verfolger vom Sonntag war Vittozzi heute entschlossen, es besser zu machen. „Ich habe versucht, das letzte Rennen zu vergessen, weil ich sehr enttäuscht war. Ich bin in die neue Woche gestartet und habe versucht, mich wieder in den Schießstand hineinzufühlen. Ich wollte fehlerfrei schießen und beweisen, dass ich es besser kann als im letzten Rennen.“

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*Weltcup-Kristallkugel in der Einzelwertung an Vittozzi *
Mit dem heutigen dritten Platz sicherte sich Vittozzi die Kristallkugel in der Weltcup-Einzelwertung. Sie lag mit 140 Punkten am Ende vor Fialkova mit 111 Punkten.

Entschlossenheit
Braisaz‘ Medaille war eine Überraschung, weil sie es in dieser Saison erst zweimal in die Top 10 geschafft hatte. Sie erklärte diese Unbeständigkeit: „Ich weiß, wozu ich in der Lage bin. Im Sprint konnte ich das nicht abrufen, eigentlich in der ganzen Saison nicht ... Es gab viele Höhen und Tiefen, und eigentlich mehr Tiefen. Ich weiß, was ich kann, ich muss vor dem Start einfach nur das Selbstvertrauen und die Konzentration finden. Heute ist mir das gelungen. Ich war fest entschlossen, die anderen Resultate zu vergessen. Jetzt kann ich sagen, dass ich es genossen habe!

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