Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

Marte Olsbu Røiseland aus Norwegen lief heute Nachmittag bei der IBU Weltmeisterschaft im Sprint der Frauen trotz eines Schießfehlers im Stehendanschlag zu Gold in 21:13,1. Für die Norwegerin war es die erste Einzelmedaille bei einer IBU WM. Susan Dunklee aus den USA war eine von nur vier Frauen, die heute ohne Fehler blieben, und holte sich damit Silber mit 6,8 Sekunden Rückstand. Lucie Charvátová aus Tschechien holte sich mit einem Fehler ihren ersten Einzel-Podestplatz und ihre erste IBU WM-Medaille auf dem Bronzerang mit 21,3 Sekunden Rückstand.

Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

„Mein Hauptziel“
Eine emotionale Olsbu Røiseland erfüllte sich mit dem Sieg einen Lebenstraum. „Ich weiß gar nicht, wie ich mich fühlen soll. Das ist schon sehr lange ein Traum von mir. Das war für mich das Hauptziel der Saison, Antholz. Ich hatte es schon oft laut gesagt und bin in Annecy wegen der Weltmeisterschaften nicht angetreten. Viele Norweger haben gedacht, dass es echt dumm war, dort nicht zu laufen. Ich habe das gelbe Trikot dafür aufgegeben, aber ich wusste, dass es richtig war. Heute Gold zu holen bedeutet mir eine Menge!“

„Mit neun Treffern total zufrieden“
Sie hatte bei den windigen Bedingungen hart um den Sieg kämpfen müssen: „Schon die Bedingungen auf der Strecke waren hart, weil es ein bisschen vereist war. Im Stadion am Schießstand war es ein bisschen schwierig. Der Wind wehte erst nach links, dann nach rechts, das war heute schwer zu lesen. Es war nicht so windig, aber der Wind hat viel gedreht. Es war schwierig, aber ich habe versucht, mich auf mich zu konzentrieren und bin mit neun Treffern total zufrieden heute.

Olena Pidhrushna aus der Ukraine wurde mit ebenfalls einem Fehler und 25,6 Sekunden Rückstand Vierte. Platz fünf ging an Denise Herrmann aus Deutschland mit drei Fehlern und 30,5 Sekunden Rückstand. Auf Platz sechs landete die Italienerin Lisa Vittozzi mit zwei Fehlern und 37,6 Sekunden Rückstand.

Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

Windlotto am Schießstand, kaum fehlerfreie Schießen
Die 102 Starterinnen im Sprint der Frauen gingen auch heute bei guten Wettkampfbedingungen an den Start. Bei +3 Grad blieb es überwiegend sonnig, nur der Wind, der immer wieder in Böen von links und recht durch den Schießstand ging, machte fehlerfreies Schießen schwierig. Die erste Starterin Monika Hojnisz-Starega ging mit einem fehlerfreien Liegendschießen ins Rennen und übernahm vorerst die Führung. Eckhoff im gelben Trikot kam als Schnellste an den Schießstand, verfehlte aber zweimal und im Stehendanschlag noch weitere viermal, womit sie weit zurückfiel. Olsbu Røiseland traf fünfmal mühelos und schob sich auf Platz 4. Als nächste ging Paulina Fialkova mit einer flotten „weißen Weste“ in Führung und lag nun 8 Sekunden vor dem Feld. Dunklee schoss langsam, aber sauber, und lag damit in den Top 3. Vittozzi und Herrmann schossen beide Fehler, lagen aber weiterhin im Rennen.

Dunklee greift an
Olsbu Røiseland meldete trotz eines Fehlers im Stehendanschlag Podestansprüche an und ging als Führende auf die letzte Runde. Fialkovas Träume vom Podest endeten abrupt mit zwei Fehlschüssen im Stehendanschlag. Vittozzi schaffte es nach zwei Fehlern im Liegen sauber durch das Stehendschießen und schob sich vor auf Platz vier mit 27 Sekunden Rückstand. Dunklee kam zum Stehendschießen und zeigte etwas, was ihr sonst nur selten gelingt: Ein fehlerfreies Schießen, nach dem sie 12,9 Sekunden vor der Norwegerin wieder auf die Strecke ging. Herrmann flog wie eine Getriebene über die zweite Runde und lag vor dem Stehendschießen auf Rang 17. Sie drehte eine weitere Strafrunde, ging aber als 8. mit 44 Sekunden Rückstand auf die letzte Runde. Die Goldmedaillengewinnerin der IBU SBWM 2019 Charvátová kam nach einem Fehler im Liegendanschlag als 14. zum Stehendschießen. Sie schoss schnell und fehlerfrei und ging als Zweite 11 Sekunden hinter Dunklee wieder auf die Strecke.

Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

Sieg für Olsbu Røiseland
Olsbu Røiseland drückte auf den letzten 2,5 km ordentlich aufs Gas und baute ihre Führung bei jeder Zwischenzeit weiter aus, bis sie zum ersten Einzeltitel bei einer IBU Weltmeisterschaft ins Ziel einlief. Dunklee versuchte, den ersten Rang zu verteidigen, kämpfte mit zusammengebissenen Zähnen, holte schon schwankend noch bei jedem Schritt das Letzte aus sich heraus und fiel doch zurück, sodass sie zum Schluss 6,8 Sekunden hinter Olsbu Røiseland ins Ziel einlief. Charvátová, wie Herrmann eine ehemalige Skilangläuferin, kämpfte auf der ganzen letzten Runde um den Podestplatz, während Pidhrushna unaufhaltsam näher rückte. Die Tschechin hatte am Ende die Nase vier Sekunden vorn und gewann so ihre erste IBU WM-Medaille

Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

Am Limit
Dunklee gestand, auf der letzten Runde am Limit gelaufen zu sein. „Ich hatte auf der ganzen letzten Runde Seitenstechen. Ich wusste, dass ich mit einem kleinen Polster losgelaufen war. Auf dem letzten Kilometer habe ich viel verloren, aber ich habe mein Äußerstes gegeben, und das ist alles, was ich tun kann. Es war ein guter Kampf.“

Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM
Marte Olsbu Røiseland holt Sprintgold bei IBU WM

Auf Medaille gehofft

Für Charvátová, die nach Sprintgold bei der IBU SBWM im August gesagt hatte, sie hoffe nun auf gute Resultate auf Schnee im Winter, wurde diese Hoffnung trotz einer wie bei Dunklee harten letzten Runde heute wahr. „Ich habe versucht, auf der letzten Runde das Maximum aus mir herauszuholen. Im Ziel war ich völlig erschöpft. Ich habe mich einfach hingelegt, mir hat das gereicht... Ich habe gehofft, dass ich eine Medaille holen kann... Ich hatte keine Erwartungen an diese WM, weil mir die Höhe zu schaffen macht... Ich bin in dieser Saison besser als früher, aber es ging ein bisschen auf und ab bei mir. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl... Ich weiß nicht, was ich noch dazu sagen soll.“

Wierer wieder in Gelb

Dorothea Wierer leistete sich nach Silber mit der gemischten Staffel heute zwei Fehler und schaffte es mit 39 Sekunden Rückstand nur auf Platz 7. Trotzdem gab es für die Italienerin auch einen Lichtblick, nachdem sie zur Form gesagt hatte: „Ich habe mich auf der Strecke nicht so gut gefühlt. Ich stand nicht gut auf den Skiern.“ Sie eroberte sich mit einer Platzierung vor Eckhoff auf Platz 59 das gelbe Trikot zurück. Wierer dazu: „Es ist wirklich schön, dass ich hier vor heimischem Publikum in Gelb starten kann.“

Photos: IBU/Petr Slavik Christian Manzoni

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