Marte Olsbu Røiseland holt Staffelgold für Norwegen

 Marte Olsbu Røiseland holt Staffelgold für Norwegen

Mit einem fehlerfreien letzten Stehendschießen sicherte Marte Olsbu Røiseland heute Nachmittag bei den IBU Weltmeisterschaften in Antholz die Goldmedaille für Norwegen in der 4 x 6 km Staffel der Frauen. Olsbu Røiseland, Synnøve Solemdahl, Ingrid Landmark Tandrevold und Tiril Eckhoff holten sich den Sieg mit einem Fehler und neun Nachladern in einer Zeit von 1:07:05,7. Für Deutschland mit insgesamt neun Nachladern und 10,7 Sekunden Rückstand erkämpfte die Schlussläuferin Denise Herrmann mit einer starken Leistung die Silbermedaille. Die Ukraine gewann mit acht Nachladern und 18,4 Sekunden Rückstand Bronze.

 Marte Olsbu Røiseland holt Staffelgold für Norwegen

Nervosität und vier Goldmedaillen
Die Frau, die in Antholz sechs Medaillen gewonnen hat, darunter viermal Gold, war vor dem Start nervös gewesen. „Ich war so unglaublich nervös vor dem Start. Die Mädels wollten diese Medaille wirklich unbedingt holen, also war ich ein bisschen nervös.“

„Oh, es war ein Treffer“
Fünf Treffer im Stehendschieße
n besiegelten das Goldresultat, und damit ist die norwegische Staffel in dieser Saison ungeschlagen. „Ich war so froh, als ich im Stehendanschlag die letzte Scheibe getroffen hatte und in Führung gehen konnte. Ich hab mich so für die Mannschaft gefreut... Hanna und ich waren Erste und Zweite, und wir wussten, dass Denise uns auf den Fersen ist. Ich musste das Letzte aus mir herausholen. Nach dem letzten Schuss dachte ich erst, ich hätte verfehlt. Also wollte ich nachladen und habe dann gesehen: ‚Oh, es war ein Treffer.‘ Ich war einfach überglücklich.“

Vierter wurde Tschechien mit zehn Nachladern und 31,1 Sekunden Rückstand. Platz fünf ging an Schweden mit einer Strafrunde, elf Nachladern und 44,9 Sekunden Rückstand. Die Schweiz schaffte es mit elf Nachladern und 47,1 Sekunden Rückstand auf Platz sechs.

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Blauer Himmel: Heimmannschaft in Blau führt

Blauer Himmel, Sonnenschein, +5 °C, lange Schatten und ein vollgepacktes Stadion lieferten die perfekte Kulisse für die 24 Frauenstaffeln, und das alles bei nur einer leichten Brise am Schießstand. Lisa Vittozzi von der italienischen Heimmannschaft führte das Feld auf dem Weg zum ersten Liegendschießen an, brauchte einen Nachlader und ging zusammen mit Ekaterina Yurlova-Percht wieder raus, die schnell und sauber geschossen hatte. Die beiden kamen zusammen zum Stehendschießen. Die Italienerin schoss schnell und traf, während die Russin einen Nachlader brauchte und auf Rang vier zurückfiel. Dunklee traf alles und ging mit 16 Sekunden Rückstand auf ihre letzte Runde. Vittozzi in ihrem leuchtendblauen Rennanzug setzte sich weiter ab, bis sie mit 24 Sekunden Vorsprung vor der russischen Staffel an Wierer übergab. Karolin Horchler hatte mit insgesamt vier Nachladern zu kämpfen, sodass die deutsche Staffel nach ihrem Einsatz 1:10 zurücklag.

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Wierers brillantes Stehendschießen
Wierer brauchte einen Nachlader, um im Liegendanschlag ihre Scheiben abzuräumen, und war schon wieder weg, bevor die Polin Monika Hojnisz-Starega auf Bahn 2 den ersten Schuss abgegeben hatte. Sie und die Russin Irina Starykh gingen 32 Sekunden hinter der Italienerin auf die nächste Runde. Tandrevold brachte die Norwegerinnen mit einem fehlerfreien Schießen vor auf Rang vier, 37 Sekunden hinter der Führenden. Wierers Stehendschießen war ein echtes Glanzstück: Sie mähte ihre fünf Schieben in atemberaubenden 19 Sekunden nieder. Unter dem Jubel der Massen flitzte sie mit 58 Sekunden Vorsprung vor Polen aus dem Stadion. Dahinter folgten Tschechien und Norwegen. Der italienische Star übergab mit genau diesen 58 Sekunden Vorsprung vor Polen an Federica Sanfilippo. Russland, Tschechien und Norwegen folgten dahinter mit 1:08 bis 1:11 Sekunden Rückstand.

Strafrunden

Sanfilippo verlor im Liegendanschlag Zeit durch zwei Nachlader, während Svetlana Mironova fünf solide Treffer setzte und den Russen damit einen zweiten Rang zusammen mit Polen 37 Sekunden hinter der Spitze sicherte. Tiril Eckhoff lief schnell wie der Wind und brauchte drei Nachlader, konnte so aber Rang vier halten. Kamila Zuk aus Polen kam mit nur einem Nachlader durchs Stehendschießen, während die Italienerin zwei Strafrunden schoss und alle Siegchancen verspielte. Franziska Preuss schoss perfekt und ging mit 34 Sekunden Rückstand als Zweite auf die Strecke. Eckhoff zahlte den Preis für ihr strammes Lauftempo und musste ebenfalls eine Ehrenrunde drehen. Sie fiel auf Rang 8 mit 47 Sekunden zurück. Polen führte mit überraschenden 42 Sekunden Vorsprung, als die Schlussläuferin Magdalena Gwizdon übernahm. Olsbu Røiseland und ihre Kontrahentin Herrmann gingen Seite an Seite auf die Strecke und mussten nun über 42 Sekunden gutmachen, um an die begehrte Goldmedaille heranzukommen.

Olsbu Røiseland mit perfektem Stehendschießen
Gwizdon brauchte zwei Nachlader, während Olsbu Røiseland und Oeberg schnell und treffsicher schossen und sich gut 7 Sekunden hinter der führenden polnischen Staffel einsortierten. Herrmann brauchte zwei Nachlader und fiel auf Rang sechs zurück. Mitte der nächsten Runde zogen Norwegen und Schweden an der Polin vorbei. Herrmann flog förmlich über die Strecke und kämpfte sich vor auf Rang 4 mit 14 Sekunden Rückstand. Die Norwegerin setzte fünf Treffer und lief los, um sich Gold zu sichern, während Oeberg in der Strafrunde landete. Olena Pidhrushna brauchte nur einen Nachlader, um für die Ukraine Rang zwei vor Tschechien zu ergattern. Herrmann lag jedoch trotz zweier Nachlader nur wenige Sekunden zurück und sollte bei den Medaillen noch ein Wörtchen mitreden.

 Marte Olsbu Røiseland holt Staffelgold für Norwegen

Uneinholbar
Olsbu Røiseland war auf der letzten Runde absolut uneinholbar und lief gerade noch schnell genug, um den Sieg zu sichern, aber gleichzeitig auch schon Kraft für den Massenstart am Sonntag und möglicherweise noch eine Medaille zu sparen. Herrmann holte auf und zog an der Ukrainerin vorbei, um Deutschland eine weitere Silbermedaille zu sichern. Die Ukraine gewann in der zweiten Saison in Folge die Bronzemedaille.

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Zitternde Beine, auf Silber gelaufen

Herrmann sagte über ihren Tag: „Es war ein Wahnsinnsrennen. Ständig gab es Positionswechsel. Ich war froh, die erste Runde mit Marte zu laufen, da wusste ich dann, dass das Tempo passt. Vielleicht ein bisschen Energie aufsparen, man weiß ja nicht, was noch kommt... Der Schießstand ist nicht so leicht, denn wenn man es zu hart angeht, trifft man nicht mehr. Mein Hauptziel war, sauber zu schießen... Das war nicht so einfach. Meine Beine haben beim letzten Schießen gezittert. Als ich rausgegangen bin, habe ich gesehen, dass alles möglich ist, und bin auf Silber gelaufen.“

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Viel Erfahrung
Die ukrainische Schlussläuferin Pidhrushna wusste, dass Herrmann schwer in Schach zu halten sein würde. „Ich bin meistens die Schlussläuferin. Ich weiß, dass am Ende oft die stärksten Frauen aufgestellt werden. Ich habe viel Erfahrung, aber heute war Denise wirklich stark, und ich konnte nicht mit ihr mithalten. Aber wir haben ja morgen wieder ein Rennen, da werden wir mal sehen.“

Photos: IBU/Petr Slavik, Christian Manzoni

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