Matvey Eliseev und Elisabeth Hoegberg holen IBU OEM Sprintgold

Matvey Eliseev und Elisabeth Hoegberg holen IBU OEM Sprintgold

Matvey Eliseev aus Russland leistete sich eine Strafrunde und sicherte sich in 23:46,4 Gold im Sprint der Herren bei den IBU Offenen Europameisterschaften. Er lag erst hinter Silbermedaillengewinner Andrejs Rastorgujevs aus Lettland, erkämpfte sich dann aber auf den letzten 1600 Metern die Führung.

Am späten Nachmittag musste Elisabeth Hoegberg aus Schwedin beim Sprint der Damen über 7,5 km nach dem Liegendschießen einmal in die Strafrunde, doch eine tadellose Stehendeinlage sicherte ihr den Sieg in 22:39.6.

Wie zu Hause
Eliseev sagte über seine guten Ergebnisse hier (Platz 2, 4 und 5 bei der letztjährigen IBU OEM): „Raubichi liegt so nah an Moskau. Es ist fast wie zu Hause… Es ist immer super, zu den Europameisterschaften und fahren und eine Medaille zu gewinnen.“

Hoffen auf Top 10
Hoegberg freute sich über ihren Sieg, vor allem nach ihrem Liegendpatzer: „Nach dem Fehlschuss habe ich nicht mehr an den Sieg geglaubt. Auf der Strecke habe ich mich nicht so gut gefühlt. Ich sah, dass ich im Ziel vorn lag, aber ich bin früh gestartet. Ich hatte keine Ahnung, ob es reichen würde. Ich wusste, dass die Russin spät startet und habe auf einen Platz in den Top 10 und einen guten Ausgangspunkt für den Verfolger gehofft.“

Französischer Wein
In Hinblick auf ihren ersten IBU OEM-Titel im Alter von 33 Jahren fügte sie hinzu: „Die letzten Jahre war ich gut drauf. Ich fühle mich nicht so alt. Ein Trainer sagte neulich zu mir, dass ich altere wie ein guter französischer Wein!“

Matvey Eliseev und Elisabeth Hoegberg holen IBU OEM Sprintgold

Men's Sprint

Auch Rastorgujevs schoss eine Strafrunde und gewann Silber, 26,3 Sekunden hinter dem Sieger. Bronze ging an den Norweger Aleksander Fjeld Andersen mit einem Fehler und einem Rückstand von 25,5 Sekunden.

Vytautas Strolia aus Litauen ließ eine Scheibe stehen und kam 26,3 Sekunden hinter Eliseev auf Rang vier. Fünfter wurde der Weißrusse Sergey Bocharnikov, auch mit einem Fehler und einem Abstand von 27,5 Sekunden. Platz sechs ging an Roman Rees aus Deutschland. Er blieb fehlerfrei und lag im Ziel 30,8 Sekunden zurück.

Sprinttag: Wolken, Wind und 2,5km-Runden
Die Sprintrennen in Raubichi fanden nach einer verschneiten Nacht unter wolkenverhangenem Himmel statt. Die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt. Wie die beiden Tage zuvor wehte am Schießstand ein teilweise böiger Wind. Trotz des nächtlichen Schneefalls konnte nur die 2,5 km lange Runde präpariert werden, welche sowohl die Damen als auch die Herren laufen mussten. Die Männer legten 2,5 km zurück, schossen liegend, liefen danach zwei Mal 2,5 km, schossen stehend und hatte noch einmal 2,5 km bis ins Ziel vor sich.

Matvey Eliseev und Elisabeth Hoegberg holen IBU OEM Sprintgold

Zwei Gruppen
Der Sprint der Herren war von Beginn an ein wahrer Kampf zwischen zwei Gruppen von aufeinanderfolgenden Startern: Strolia mit Startnummer 7 und Andersen mit Nummer 8 gegen die Weltcupveteranen Rastorgujevs mit Nummer 38 und Eliseev mit Nummer 39. Die frühen Starter blieben liegend fehlerfrei, schossen aber langsamer als ihre Konkurrenten. Auch Rastorgujevs räumte alle Scheiben ab und ging in Führung, während der Russe einmal in die Strafrunde musste und 13 Sekunden zurückfiel. Andersen und Strolia schossen stehend je einen Fehler, verteidigten aber die Ränge eins und zwei. Rastorgujevs schoss bedacht, brachte die ersten vier Scheiben zu Fall und verfehlte die letzte. Als er in die Strafrunde ging, kam Eliseev zum Schießstand. Trotz der Windböen schoss der Russe selbstbewusst und tadellos.

Sprint auf der Schlussrunde
Der Kampf um den Sieg tobte. Andersen und Strolia lagen vorn. Rastorgujevs folgte 7,1 Sekunden dahinter, ging aber bei der Zwischenzeitnahme bei Kilometerpunkt 8,4 mit 1,2 Sekunden in Führung. Während der letzten 1600 Meter, die größtenteils bergab gingen und mehrere Kurven beinhalteten, schloss der Russe auf. Rastorgujevs stand noch im Zielbereich, als Eliseev auf den letzten 100 Metern den Turbo zündete und sich mit einem Vorsprung von 4 Sekunden den Sieg sicherte. Der Lette sagte nach dem Rennen, er hatte sich gefühlt „wie ein Hase, der von Matvey gejagt wird“. Andersen fiel auf der Schlussrunde einige Sekunden zurück, schob sich aber 0,8 Sekunden vor dem Litauer auf den Bronzerang.

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Damen-Gold für Hoegberg
Hinter Hoegberg landete die fehlerfrei gebliebene Norwegerin Ida Lien auf dem Silberplatz, 14,4 Sekunden zurück. Irina Kryuko aus Weißrussland schoss einen Fehler und erkämpfte sich Bronze, 15,9 Sekunden hinter der Schwedin.

Kristina Reztsova aus Russland schoss tadellos und kam 20,2 Sekunden hinter der Siegerin auf Rang vier. Platz fünf ging an die Norwegerin Aasne Skrede. Sie leistete sich einen Fehler und lag 29,5 Sekunden zurück. Sechste wurde die Ukrainerin Anastasiya Merkushina mit einer Strafrunde und einem Rückstand von 44,7 Sekunden.

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Vor heimischem Publikum
Kryukos heutige Medaille markierte ihr drittes Edelmetall bei der IBU OEM in den letzten beiden Saisons zu Hause in Raubichi. „Es ist immer etwas Besonderes, vor heimischem Publikum eine Medaille zu gewinnen. Viele Fans und einige Klassenkameraden haben mir heute zugesehen. Das macht es noch besser.“

Sauberes Stehendschießen war der Schlüssel

Der Sieg im Sprint der Damen wurde im Stehendanschlag entschieden: Viele ehemals in Führung liegende Athletinnen setzten ein oder zwei Schüsse daneben und fielen aus den Medaillenrängen. Valja Semerenko und Lokalmatadorin Dzinara Alimbekava hatten liegend am schnellsten geschossen. Keine andere der 103 Damen konnte sie unterbieten. Hoegberg – die Doppelsiegerin in Sprint und Verfolgung beim letzten IBU Cup in Martell – war aufgrund eines Liegendfehlers heute nicht in der Topgruppe anzutreffen. Sie lag 21 Sekunden hinter der tadellosen Schützin Lien und 25 Sekunden hinter der ebenfalls perfekten Kryuko. Doch bis zum Stehendschießen kämpfte sich die Schwedin bis auf acht Sekunden an die Führungsgruppe heran. Sie blieb fehlerfrei, ging als Führende auf die Schlussrunde und fuhr den Sieg unangefochten nach Hause.

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Chance auf Sieg
Lien und Kryuko gingen erst spät ins Rennen und hatten beim Stehendschießen Chancen auf Gold. Die Norwegerin schoss langsam und fehlerfrei, lag aber 2,5 km vor dem Ziel 12 Sekunden zurück. Kryuko feuerte ihre fünf Schüsse schneller ab, musste aber in die Strafrunde und fiel 17,4 Sekunden zurück. Bei der Zwischenzeitnahme bei 5,9 km lag Lien nur noch 0,1 Sekunden vor Kryuko. Doch sie gab auf dem letzten Kilometer noch einmal alles und behauptete den Silberrang. Die Weißrussin gewann Bronze.

Photos: IBU/Christian Manzoni

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