Simon Desthieux läuft im Massenstart in Östersund zum Sieg

Simon Desthieux läuft im Massenstart in Östersund zum Sieg

Franzose Simon Desthieux, heute mit zwei Strafen, lief nach dem letzten Stehendschießen beim Massenstart der Herren über 15 km in Östersund 6,5 Sekunden hinter dem Russen Eduard Latypow weiter, fand jedoch auf den letzten 1.500 Metern genug Kraft, um diesen zu überholen und holte sich in 35:43,7 den Sieg. Latypow holte sich mit ebenfalls zwei Strafen und 8,9 Sekunden Rückstand Platz zwei, das beste Ergebnis seiner Karriere. Johannes Thingnes Bø aus Norwegen wurde mit drei Strafen und 17,5 Sekunden Rückstand Dritter und sicherte sich seinen dritten Weltcup-Gesamtpunktsieg und die dritte große Kristallkugel in Folge.

„2021 ist mein Jahr“

Desthieux hatte vor seinem Sprintsieg in Nove Mesto vor wenigen Wochen noch nie einen BMW IBU Weltcup gewonnen und holte sich heute erneut einen Titel: „Ich glaube, 2021 ist mein Jahr. 2020 war nicht mein Jahr, aber dieses Jahr ist ein gutes Jahr. Ich bin so glücklich, denn heute war nicht leicht mit dem Wind, aber ich ließ es immer drauf ankommen… Es war hart… Es ist fantastisch, die Saison mit so einem Sieg zu beenden, auf jeden Fall. Der Sieg im Massenstart ist etwas ganz anderes als mein Sieg im Sprint. Ich konnte den Moment genießen, es ist fantastisch, so ins Ziel zu laufen.“

„Ich gab alles“

Der alles entscheidende Kampf in der Schlussrunde kostete viel Kraft: „Zu Beginn der Schlussrunde war ich unsicher. Doch im Verlauf strengte ich mich immer mehr an, um Latypow einzuholen. Ich schaute zurück zu Johannes, weil ich weiß, dass er schnell ist. Ich gab alles; es hat viel Spaß gemacht. Ich war froh, dass ich die Zeit hatte, um die letzten Meter zu genießen.“

>

Bøs Teamkollege Vetle Sjåstad Christiansen wurde mit drei Strafen und 32,2 Sekunden Rückstand Vierter. Der deutsche Benedikt Doll landete mit vier Strafen und 36,9 Sekunden Rückstand auf Platz fünf.

Simon Desthieux läuft im Massenstart in Östersund zum Sieg

Massenstart-Weltcup geht an Tarjei

Bøs älterer Bruder Tarjei wurde mit vier Strafen und 38,2 Sekunden Rückstand Sechster. Das reichte für Tarjei gerade, um sich mit 184 Punkten den Massenstart-Weltcup zu sichern, knapp vor seinem Bruder mit 180 Punkten.

Simon Desthieux läuft im Massenstart in Östersund zum Sieg

Showdown um den Gesamtpunktsieg

Bei anhaltendem Wind wechselten sich Sonne und Wolken ab beim letzten Wettkampf der Saison, dem großen Showdown nicht nur zwischen Johannes und Lægreid um den Weltcup-Gesamtpunktsieg, sondern auch um die Kristallkugel für den Massenstart-Weltcup.

Samuelsson und Ponsiluoma stürmten an die Spitze und bestimmten das Tempo in der ersten 3-km-Runde; Lægreid lief dicht hinter Johannes zum Schießstand. Lægreid räumte beim ersten Liegendschießen alle Scheiben ab, während sein Teamkollege einmal verfehlte. Doch Christiansen und Desthieux schossen ebenfalls perfekt und liefen ein paar Sekunden vor dem Mann im Roten Trikot weiter, der auf Platz drei lag. Trotz des böigen Winds waren elf Männer beim ersten Liegendschießen fehlerfrei.

Latypow in Führung

Desthieux bestimmte in der nächsten Runde das Tempo, dicht gefolgt von den beiden Norwegern. Der Wind kam von rechts und Latypow traf mühelos alle Ziele und übernahm die Führung, Weger tat es ihm gleich, eine Sekunde langsamer. Nachdem Dale beim ersten Schießen einmal verfehlt hatte, zog er mit 27 Sekunden Rückstand auf Platz drei vor; Scott Gow und Tarjei leisteten ihm Gesellschaft. Lægreid traf seine ersten vier Ziele, verfehlte jedoch das letzte und fiel mit 31 Sekunden Rückstand auf Platz acht zurück.

Guigonnat zieht nach vorn

Der Russe lag 16 Sekunden hinter dem Feld zurück, kam zum ersten Stehendschießen, wo der Wind nun von links wehte. Der Führende verfehlte zweimal, während Guigonnat, vor dem Schießen mit 34 Sekunden Rückstand, Doll und Johannes alle Ziele abräumten. Latypow lief unmittelbar vor Johannes auf Platz drei aus der Strafrunde. Lægreid war mit einer Strafe Fünfter, sieben Sekunden hinter Johannes.

Simon Desthieux läuft im Massenstart in Östersund zum Sieg

Latypow als Erster draußen

Guigonnat blieb bis zum letzten Stehendschießen in Führung, nicht einmal eine Sekunde hinter ihm Doll, während Johannes in der vorigen Runde gekämpft hatte und nun als Dritter den Schießstand erreichte. Die beiden Führenden schossen schnell, verfehlten jedoch mehrmals und schieden aus dem Wettkampf aus. Latypow war wieder fehlerfrei und übernahm wieder die Führung, 6,5 Sekunden hinter ihm der ebenfalls fehlerfreie Desthieux. Johannes lief nach einer Strafe mit 12 Sekunden Rückstand als Dritter weiter, während Lægreid nach zwei Strafen auf Platz acht zurückfiel.

Geburtstagskind Latypow

Latypow, der heute 27 wurde und seinen Geburtstags-Podestplatz genoss, wusste, dass die letzte Runde schwer würde: „Ich freue mich wirklich, dass ich es aufs Podest geschafft habe und so ein Geschenk bekomme, neben diesen wirklich starken Männern… Ich wusste, dass Simon und Johannes dicht an mir dran waren. Ich wusste, dass es nicht leicht würde, besonders auf einigen Streckenabschnitten. Ich konnte die Führung nicht halten, bin aber mit meinem zweiten Platz zufrieden.“

Simon Desthieux läuft im Massenstart in Östersund zum Sieg

Desthieux überwältigt Latypow und holt Massenstartsieg

Desthieux und Johannes nahmen in der letzten 3-km-Runde die Verfolgung des Russen auf; Desthieux überholte ihn als Erster, kurz vor km 13,5. Der französische Star baute seinen Vorsprung weiter aus und lief zu seinem ersten Massenstartsieg überhaupt. Latypow sicherte sich Platz zwei. Johannes hatte den Weltcup-Gesamtpunktsieg in der Hand, begnügte sich mit Platz drei und stieß beim Überqueren der Ziellinie einen Freudenschrei aus. Wie der Stadionsprecher sagte: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich so über Platz drei freute!“

Johannes: „Sturla brachte mich an meine Grenzen“

Befragt zu seinem dritten Platz und seiner Kristallkugel sagte ein sehr zurückhaltender Johannes: „Ich bin eher erleichtert als froh. Es war so ein harter Wettkampf mit Sturla. Er brachte mich an meine Grenzen, es war so schwer, das zu gewinnen. Es war hart… Wir wussten vor dem Rennen, dass der Erste den Gesamtpunktsieg holen würde. Ich fiel von Anfang an zurück und beim dritten Schießen traf ich zum Glück fünfmal, das veränderte alles.“

>

Photos: IBU/Christian Manzoni

Top